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Bei Necker Holz ist man stolz auf Schweizer Holz. Die beiden Geschäftsführer Esther Ferrari und Res Näf © Günther Jauk

Klein, aber fein

Ein Artikel von Günther Jauk | 24.08.2016 - 08:17
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Bei Necker Holz ist man stolz auf Schweizer Holz. Die beiden Geschäftsführer Esther Ferrari und Res Näf © Günther Jauk

Nicht auf dem Reißbrett entstanden, sondern über die Jahre gewachsen ist die Leimholz-Produktion von Necker Holz, Brunnadern/CH. Was einst als zusätzliches Standbein zum Sägewerk gedacht war, entwickelte sich zum erfolgreichen Geschäftszweig. 1998 waren es noch knapp 500 m³, heuer peilt das Unternehmen 6500 m³ Jahresproduktion Leimholz an. Mittelfristiges Ziel sind 8000 m³/J. Den Sägewerksbetrieb hat das Unternehmen vor wenigen Monaten endgültig eingestellt.

Mit Schweizer Holz zum Erfolg

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In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen kräftig investiert. Ziel der Investition: mehr Output mit weniger Aufwand © Günther Jauk

Verglichen mit Herstellern in europäischen Nachbarländern, wie Deutschland oder Österreich, ist Necker Holz hinsichtlich der Kosten klar im Nachteil. Deshalb verkaufen die Schweizer auch nicht primär über den Preis. Geschäftsführerin Esther Ferrari formuliert es, wie folgt: „Mit Mitbewerbern aus der EU können wir preislich niemals mithalten. Unsere Stärken liegen in der Qualität, der Regionalität und der Flexibilität. Unsere Kunden wissen das zu schätzen.“ Seit der Gründung führen alle Produkte des Leimholz-Produzenten das Ursprungszeugnis Schweizer Holz, welches 2009 in das Lignum-Zertifikat „Herkunftszeichen Schweizer Holz“ umgewandelt wurde. Dabei handelt es sich um ein Gütesiegel, welches für die nachhaltige Nutzung heimischer Wälder, kurze Transportwege, sichere Arbeitsplätze in der Region, eine ökologische Bauweise und einen geringeren CO2-Ausstoß steht. In der Regel betragen Ein- und Verkaufsradius bei Necker Holz weniger als 100 km.
Die getrockneten Lamellen bezieht Necker Holz direkt oder im Lohnschnitt von benachbarten Sägewerken. Rund 60 Lamellenquerschnitte hält das Unternehmen im Schnitt auf Lager. Ein Fertigwarenlager gibt es nicht. „Wir produzieren ausschließlich auftragsbezogen“, erklärt der technische Geschäftsführer Res Näf. Zu den Kunden zählen Zimmerer und Fertighaushersteller aus der Region, wobei der Verkauf ausschließlich direkt an den Endverbraucher erfolgt. „Das spart Kosten und bringt uns näher an unsere Kunden heran“, informiert Näf. Die durchschnittliche Auftragsgröße liegt bei 3,5 m³, pro Tag produzieren die Schweizer je nach Auftrag 12 bis 48 m³ Leimholz.

Für die Zukunft gerüstet

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Das erklärte Ziel des Unternehmens sind 8000 m³ Jahresproduktion Leimholz © Günther Jauk

Nach einer Reihe von Investitionen in den vergangenen Jahren – zuletzt waren es eine weitere Produktionshalle, eine Sortier- und Kappanlage sowie eine neue Keilzinkenanlage (s. Link unten) – ist das Unternehmen für die nächsten Jahre gut aufgestellt. Rund 2,5 Mio. CHF nahmen die Liegenschaftsbesitzer-Familie Ferrari-Fäh und die Betriebs-AG dafür in die Hand. Für einen Acht-Mann-Betrieb mit einem Jahresumsatz von rund 3 Mio. CHF eine beträchtliche Summe. Aber nur so kann das Unternehmen seine definierten Vorgaben erreichen. Primäres Ziel ist die Steigerung der Produktionsmenge auf 8000 m³/J. Erreichen möchte Necker Holz dies ohne zusätzliche Arbeitskräfte, sprich mit einer effizienteren Produktion.
Anfallende Überstunden zahlt das Unternehmen an seine Mitarbeiter ausnahmslos aus. Eine Praxis die derzeit nicht in allen Schweizer Betrieben gelebt wird. „Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage wissen wir, dass unsere Mitarbeiter unser wichtigstes Kapital sind“, erklärt Ferrari. Trotz des angespannten Marktes und der harten Konkurrenzsituation ist man bei Necker Holz positiv gestimmt. „Holz wird im Bausektor eine immer wichtigere Rolle spielen. Mit unserer flexiblen und regionalen Strategie sind wir dafür bestens gerüstet. Kein anderer Hersteller produziert – zumindest pro Quadratmeter Produktionsfläche – mehr Leimholz als wir“, so Näf abschließend.“