Mitte Juni feiert der italienische Anlagenbauer Working Process sein 25-jähriges Jubiläum. Auch wenn Filippo Schegginetti, Miteigentümer und verantwortlich für Marketing und Kommunikation bei Working Process, lieber einen Blick in die Zukunft wirft, blickt er dennoch auf die vergangenen Jahre seit der Gründung zurück. „Wir sind das jüngste Unternehmen am Markt, das in die Fertigung von CNC-Anlagen für Holzfenster und -türen eingestiegen ist. Wir mussten uns gegen große, bekannte Hersteller behaupten und den Interessenten eine Technik bieten, die noch keiner hatte“, erinnert sich Schegginetti und berichtet, dass man viel Kraft in die Forschung und Entwicklung gelegt hat.
Heute zählt Working Process zu den führenden Unternehmen bei den CNC-Bearbeitungszentren für die Fenster- und Türenindustrie, das Mechanik, Design und Technologie zu einem leistungsfähigen Ganzen zusammenführt. Eine solide Basis dafür bilden die Eigentümerfamilien Schegginetti, Schiavetta und Ramacci.
Einzelteilefertigung eingeführt
„Wir waren Anfang der 2000er-Jahre die ersten, die mit den CNC-Bearbeitungszentren eine komplette Einzelteilefertigung in nur einem Durchgang anbieten konnten“, verdeutlicht Schegginetti einen wichtigen Schritt, der in der Branche heute quasi gang und gäbe ist. Als Vorreiter mit der Idee der Einzelteilefertigung, also der vollständigen Profilierung von Einzelteilen anstatt der Umfälzung von Rahmen, hat Working Process den Grundstein für die heutige Profilvielfalt im Holzfensterbereich gelegt. Mit Schlagworten wie „MPE“ (Maximum Profit Everywhere) hat man Produktionsmethoden vorgezeigt, die in jedem Bearbeitungsschritt darauf abzielen, die maximale Kapazität der Maschine freizusetzen.
Was hat Working Process Neues zu bieten, um auch weiterhin dem Ruf eines professionellen Pioniers gerecht zu werden? Oliver Rihl, verantwortlich für Vertrieb und Projektmanagement im DACH-Raum, erklärt: „Wir haben uns den konstruktiven, technischen und organisatorischen Herausforderungen gestellt und konnten in all diesen Bereichen wichtige Fortschritte erzielen.“
Eine neue Supervisor-Software – die Optiline-Leitrechner-Liniensteuerung – ermöglicht Working Process, noch leistungsfähigere Anlagen zu realisieren und den Produktionsprozess vom ersten bis zum letzten Manipulations- oder Bearbeitungsschritt zu managen, zu visualisieren und auszuwerten. Diese Softwareentwicklung, getrieben vom Erfolg der leistungsfähigen Heroes- und Super-Heroes-Anlagen, macht sich nun auch in den kleineren Baureihen der Logos Life Evo-Serie bezahlt. Sie erlaubt eine einfachere und bessere Steuerung und Überwachung der Anlagen.
Umfassende Anleitungen für rasche Inbetriebnahme
Die neue Onlineplattform Antonio ist der neue, virtuelle Servicetechniker von Working Process, der alle gängigen Sprachen akzentfrei spricht. „Wer nun denkt: ,Oh Gott, schon wieder KI‘, sei beruhigt: Mit großem Aufwand und mithilfe der werkseigenen Techniker werden neben Anleitungen, Servicehinweisen oder Ersatzteilplänen des Weiteren professionelle Videotutorials bereitgestellt“, beruhigt Rihl. Die Anleitungen dienen zum Erlernen der Anlagenbedienung ebenso, wie zur Erklärung komplexerer Wartungsarbeiten. „Damit wird nicht nur die Effizienz im Service gesteigert, sondern auch die Inbetriebnahmephase neuer Anlagen und das Hochfahren der Produktionsleistung werden erheblich beschleunigt“, ergänzt Schegginetti.
Neue Baureihe mit All-in-one-Konzept
„Aus konstruktiver und technischer Sicht freuen wir uns auf die Präsentation der neuen Logos Life Evo Experience-Baureihe, welche der kompakten XS-Serie nachfolgt. Die neue Maschine wird mit ein, zwei oder drei Frässpindeln erhältlich sein. Damit sprechen wir Fensterhersteller mit einem täglichen Output von zehn bis 30 Fenstern“, informiert Rihl. Als All-in-one-Konzept wird die Maschine – bis auf die Lärmschutzkabine – komplett vormontiert geliefert, was die Installationszeit und Startphase auf ein Minimum reduziert. Eine Vielzahl von Justierungen und Prüfungen am Aufstellort entfallen dadurch. Der Platzbedarf der Anlage wurde reduziert und die Leistung erhöht. Zudem wird die neue Experience-Baureihe mit neuen Frässpindeln des Typs Sonic ausgerüstet. „Diese lassen neben gesteigerter Leistung in Sachen Beweglichkeit und Flexibilität keine Wünsche mehr offen“, verspricht Rihl. Ein neu konstruiertes Werkzeugmagazin erlaubt nun den Werkzeugwechsel in noch kürzerer Zeit, was wiederum einen Teil der unproduktiven Zeit reduziert. „Wir haben den Blickwinkel verändert: Nicht die Maschine diktiert uns, was ein Fensterbauer produzieren kann, sondern unsere Maschinen, die wir heute bauen, sind so flexibel, dass sie für die Marktentwicklungen der Zukunft gerüstet sind“, berichtet Schegginetti. Die neue Logos Life Evo Experience ist die achte Generation von WP-Maschinen. „Während früher radikale Konzepte neue Wege aufzeigten, erleben wir jetzt eine feinfühlige und sehr zielgerichtete Evolution dessen, was sich in den vergangenen Jahren bei vielen Kunden bewährt hat“, führt Rihl aus.
Den Erfolg dieser Strategie belegen die jüngsten Investitionen namhafter Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Die Fensterbauer Niveau, Westerburg/DE, und Kneer-Südfenster, Schnelldorf/DE, setzen auf das Leistungspotenzial der Super-Heroes-Baureihe. Heroes ist die leistungsfähigste Baureihe von Working Process, die durch optionale zusätzliche Bearbeitungsaggregate und erweiterte Werkzeugmagazine inzwischen auch als Super-Heroes-Variante erhältlich ist.
„Unseren 25. Geburtstag feiern wir mit allen Kollegen, Freunden, Lieferanten und wir werden alle Neuheiten zeigen, die wir auch auf der Ligna in Hannover präsentiert haben. Es wird ein Event der Zusammenkunft, wo wir unsere Türen auch für die Familien unserer Mitarbeiter öffnen, um uns über das berufliche Verhältnis hinaus näherzukommen“, freut sich Schegginetti.