Nach sieben Millionen Schnitten läuft die alte OptiCut von Weinig immer noch. Mit ihr wurde aus dem reinen Bauholzsäger ein Spezialist für Verpackungszuschnitte. „Heute ist die Schiebersäge unsere Hauptmaschine und nicht mehr das Gatter“, unterstreicht Josef Zeh jun. die Bedeutung der damaligen Investition.
Stillstände vermeiden
Die Schiebersäge ist mittlerweile Hauptmaschine ihres Unternehmens: Josef Zeh sen. und jun. © Gerd Ebner
Warum man eine baugleiche Maschine orderte, obwohl die alte nach wie vor läuft, erklärt Zeh so: „Unsere Kunden sind an Just-in-Time-Lieferungen gewohnt. Wir wollten hier auf Nummer sicher gehen und selbst jeden Wartungsstillstand vermeiden.“
War die Auftragslage besonders gut, musste die 2013er-OptiCut auch Samstag und Sonntag laufen. Dieses Nadelöhr wurde nun beseitigt – und man ist doppelt abgesichert. Die alte OptiCut wurde minimal gekürzt, in den ersten Stock gehoben. Die neue Solid Cut PF 900 XL wurde wieder mit 6 m Aufgabelänge im winddicht verschließbarem Parterre platziert. „Der Umbau hat schon drei Tage gedauert“, deutet Zeh an, dass er es gerne schneller gehabt hätte. Drei Tage Umbauzeit bei Minusgraden im Januar sind allerdings beachtlich.
35 bis 6000 mm Länge
Weil sich die alte Schiebersäge bewährte, wurde heuer einen weitere Solid Cut PF 900 XL installiert © Gerd Ebner
In den zehn Monaten seit der Inbetriebnahme wurden bereits wieder 1,4 Millionen Schnitte gesetzt – an Verpackungshölzern mit teilweise extremen Dimensionen. „Mit ein bisschen tricksen schaffen wir Längen ab 35 mm“, sagt Zeh. Die maximale Fertiglänge beträgt 6000 mm. Typische Bretterquerschnitte sind 18 mal 80 mm. Weiters fertigt Zeh diverse Verpackungskanthölzer, die in den gewünschten Kundenlängen stückgenau erzeugt werden. Die Maschine wählt für jeden Querschnitt die passende Verfahrgeschwindigkeit und stellt alle Schnittparameter automatisch ein.
Je nach Bedarf: parallel oder im Wechsel
Einmalige Anordnung: Unten läuft seit Januar 2025 eine neue Solid Cut PF 900 XL, im 1. Stock eine baugleiche Maschine Baujahr 2013 © Gerd Ebner
Es hat sich eingespielt, dass die beiden Schiebersägen sowohl im Wechsel als auch parallel arbeiten. „Oben fahren wir nun eher Aufträge, die weniger Querschnittswechsel erfordern. Unten sind wir flexibler“, erklärt Zeh die Arbeitsweise. Er hat nun zweimal eine XL-Version in Betrieb, um Querschnitte von minimal 40 mal 15 mm bis hin zu maximal 300 mal 180 mm bewältigen zu können. Die bis zu 150 kg schweren Teile werden von beiden Maschinen mühelos bewegt.
Der Bediener gibt bei Zeh die Stücklisten des Auftrags direkt an der Solid Cut PF 900 XL ein. Diese berechnet die höchstmögliche Mengen- und Wertausbeute. Für exakt rechtwinklige Fertigware sorgt der Seitendruck vor und nach dem Schnitt. Dabei erfolgen der Vorschub, die Positionierung und Fixierung sowie der Schnitt vollautomatisch. „Die gekapselte Schieberführung ist praktisch wartungsfrei. Dass sie langlebig ist, beweist das Sägewerk Zeh mit ihrer bisherigen Maschine“, umschreibt Weinig-Werksvertretung Markus Beermann.
Die Reststücke fallen in den Abfallschacht. Die Fertigware gelangt auf ein 5 m langes, frequenzgeregeltes Auslaufband, an dem zwei Abschieber die Teile seitlich ausschleusen.
Läuft bei jeder Temperatur
Die Mitarbeiter werden durch einen elektrischen Hubtisch und eine „Ameise“ unterstützt. Und das auch im Winter, wobei die Sägen durch das verschließbare Vordach geschützt sind. Zeh erklärt schmunzelnd: „Bevor die Maschinen bei Minusgraden aufhören, tun es eher die Mitarbeiter. Die Sägen haben eine Heizung im Schaltschrank und am Display – so laufen sie faktisch immer.“
Stückgenau und pünktlich
Der Erfolg der Verpackungssparte zeigt sich darin, dass Zeh mittlerweile 60 % des Umsatzes damit erzielt. 30 % entfallen auf das Bauhandwerk. Beide Kundensparten beliefert Zeh mit dem eigenen Lkw. „Ohne stückgenaue, pünktliche Zustellung geht es heute nicht mehr“, erklärt Zeh, warum seine Kunden seit vielen Jahren bei ihm in Wangen ordern.
Der Holzkurier durfte nach zwölf Jahren erneut das Unternehmen besuchen. Wie das Geschäft beim nächsten Besuch 2037 aussehen wird? „Es wird wohl noch kleinteiliger und schneller sein“, antwortet Zeh jun. Dann könnte bereits die fünfte Generation im Unternehmen mitarbeiten.
Sägewerk Zeh
Standort: Wangen im Allgäu/DE
Gründung: 1933
Inhaber: Josef Zeh jun.
Mitarbeiter: 3,5
Einschnitt: 3000 bis 5000 fm/J
Holzart: Fichte
Produkte: Verpackungsholz (Zuschnitt/CNC-Lösungen), Zimmereien, Bauhandwerk, Privatkunden
Verpackungsholz: bis 180 mal 420 Querschnitt, 35 bis 6000 mm Länge
Absatz: im Umkreis von 50 km