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Absatzindikator Februar 2017 © Holzkurier

Warten auf, …

Ein Artikel von Gerd Ebner | 28.02.2017 - 16:28
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Absatzindikator Februar 2017 © Holzkurier
Die hohen Erwartungen an den 2017er-Absatz äußerten sich im Februar in anhaltend reger Produktion und Einlagerungsaktionen bei Herstellern, Händlern und Holzbauunternehmen. Die milderen Temperaturen lassen die gesamte Branche nun „Gewehr bei Fuß“ stehen.
Wenn der Absatz auch noch nicht angezogen hat, so haben sich die Preise heuer im Winter auf einem vielfach höheren Level gehalten. Unberücksichtigt dabei sind die Verluste bei Sägerestholz.
Im Holzkurier-Absatzindikator äußert sich die Situation im Februar in einem Anstieg um 0,3 % auf 105,4 %. Das sind immerhin um 2,5 % mehr als im Vorjahr. Zuletzt war der Absatzindikator 2014 im Februar höher.

Wichtige Abnehmerländer laufen

Die Lage in den wichtigen europäischen Abnehmerländern – Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien – ist positiver als im Vorjahr. Das gelte in Italien „zumindest für den Verpackungsmarkt“, urteilt einer. Doch auch bei BSH und BSP muss man mit der Marktlage in Italien zufrieden sein. In der Bankenkrise gibt es erste Rettungsaktionen. Doch die Folgen der italienischen Bankenschwäche lassen sich weiterhin schwer abschätzen.

Jetzt muss Rundholz kommen

Die angekündigten Bedarfsmengen für das II. Quartal sind bei vielen Holzbauprodukten hoch. Dementsprechend erwarten sich die Säger, dass es schon im März zu einer ausreichenden, kontinuierlichen Rundholzversorgung komme. „Wunschpreise von 95 €/fm und mehr passen aber derzeit nicht zum Preisbild von Schnittholz und Weiterverarbeitungsprodukten“, wird ebenfalls schon vielfach beklagt. Verwiesen wird immer wieder auf die Erlösverluste beim Sägerestholz.

Im Februar „wie abgerissen“

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Brettschichtholz-Preisbild Februar 2017 © Holzkurier
Nach einem sehr regen Jahresauftakt wurde es im Februar bei Brettschichtholz in Italien merklich ruhiger. „Schlagartig“ seien die Anfragen im Februar zurückgegangen.
Das Preisbild für BSH-Si hat sich nicht verändert: 391 und 400 €/m³ franko Norditalien (–1 €/m³ zum Januar). Der Preisabfall im Winter ist also sehr begrenzt. Das Niveau liegt rund 25 €/m³ über dem des Vorjahres.
Bei BSH gehört es offenbar mittlerweile zur Tradition, zu Jahresbeginn die Preise für NSi-Brettschichtholz in Süditalien auf Talfahrt zu schicken. Einige vergleichen die Preise schon mit dem Jahresbeginn 2015, als absolute Tiefststände erreicht wurden. „Wenn einmal eine Woche kein Verkauf stattfindet, werden die üblichen Verdächtigen nervös“, urteilt ein Italienexperte.

Preis über Vorjahr

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Schnittholz-Preisbild Februar 2017 © Holzkurier
In Deutschland macht der Holzkurier bei Brettschichtholz im Februar eine unveränderte Preisspanne von 404 bis 424 €/m³ fest. Dort gilt ebenfalls, dass man von einem deutlich höheren Preisniveau ins Jahr startete als 2016.
Zu einer minimalen Preiserhöhung kam es im Februar bei 17 mm-Seitenware. Der übliche Mindereinschnitt im Winter in Österreich könnte sich ausgewirkt haben: 17 mm-Seitenware notiert nun frei Grenze in der Spanne von 126 bis 131 €/m³ (+1 €/m³ im Vergleich zu Januar, –3 €/m³ zu Februar 2016). Bei 17 mm-Ware gibt es aber nicht wirklich einen Mangel. Eine leichte Lieferzeitenerhöhung entstand zuletzt bei schwächeren Dimensionen (etwa 12, 13 mm).
Im I. Quartal erwarten Marktteilnehmer keine größere Veränderung der Situation.Mittelfristig könnte sich der Verkauf des letzten deutschen Sägewerkes der Klausner-Gruppe in Friesau auf den italienischen Verpackungsmarkt auswirken. Klausner war traditionell in Italien mit Ware vertreten, die neuen Eigentümer bevorzugen nun möglicherweise andere Märkte.
Die frische BSH-Lamelle lag in Deutschland preislich im Februar in der Spanne von 194 bis 198 €/m³ (franko Großabnehmer). Das sind um 2 €/m³ weniger als im Januar, aber doch um 5 €/m³ höher als im Vorjahr. Für das II. Quartal erwarten sich die Sägewerke speziell in Deutschland markant höhere Preise.
Bei den Pellets kam es bis Ende Januar in Italien zu einem Preis-anstieg um etwa 15 €/t. Ehe eine weitere Preiserhöhung umgesetzt werden konnte, hat die Nachfrage aufgrund höherer Temperaturen wieder nachgelassen. Händler berichten von ersten Stornos. Supermärkte tätigten offenbar kaum Pelletsergänzungskäufe.

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