War die Konferenz 2012 noch geprägt von viel Unsicherheit über die weitere Entwicklung, haben sich inzwischen die politischen Rahmenbedingungen so weit geklärt, dass relativ klare Aussichten für die zu erwartende Pelletsnachfrage am europäischen Markt vorliegen. Konkret wurden die folgenden Verbrauchserwartungen präsentiert:
- Belgien: weiterhin attraktive Förderung. Ausweitung der Pelletsnutzung durch ein neues Kraftwerk am Hafen von Gent, erwarteter Bedarf bis 2020: 3 Mio. t/J. Niederlande: Eine neue Vereinbarung zur Energiepolitik steht kurz vor dem Beschluss – diese setzt zwar vorwiegend auf den Ausbau von Offshore-Wind, beinhaltet aber ein Kontingent von 25 PJ Strom aus Biomasse. Das entspricht einem Pelletsbedarf von 3,5 Mio. t/J – wesentlich weniger, als Kraftwerksunternehmen realisieren könnten beziehungsweise geplant haben. Dänemark: Bis 2035 soll die Stromerzeugung vollständig auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Bis 2016 soll der Bedarf an Pellets auf 3 Mio. t/J steigen. Ein bezeichnendes Licht auf die Vorgangsweise der Kraftwerksbetreiber warf die Erwähnung, dass die Mengen für das 2016 umzustellende Kraftwerk Studstrup bereits zu 50 % vertraglich gesichert seien. Großbritannien: In England müssen in den nächsten zehn Jahren Kraftwerke mit einer Kapazität von 19 GW vom Netz gehen. Schon jetzt ist die Kapazitätsreserve am Kraftwerksmarkt auf 4 % gesunken. Mit dem sukzessiven Ausbau der Atomkraft in England und dem Auslaufen der Einspeiseverträge für Pellets ist damit aus heutiger Sicht davon auszugehen, dass nach 15 Jahren schrittweise bis zu 15 Mio. t/J Pellets für die Versorgung der Wärmemärkte zur Verfügung stehen. Insgesamt wurde von John Bingham, dem Chefredakteur der Fachzeitschrift Forest Energy Monitor, der Bedarf an Industriepellets in Europa 2020 mit 27 Mio. t beziffert. Für Asien (Korea und Japan) gab er eine Schätzung von 7 Mio. t Bedarf 2020 an, für die USA einen möglichen industriellen Bedarf von 4 Mio. t.