Was tun, wenn die thermische Energie, die man selbst am Standort produziert, zur Spitzenabdeckung nicht mehr ausreicht? Vor dieser Frage stand man im vergangenen Jahr bei Hasslacher Preding Holzindustrie. Vor allem in den verbrauchsstarken Herbst- und Wintermonaten musste man die Pelletsproduktion immer wieder zugunsten der Schnittholztrocknung reduzieren. Eine Investition in die Erweiterung der Energieproduktion verwarfen die Verantwortlichen schnell. Sie legten den Schwerpunkt auf die Suche nach Optimierungspotenzialen. Nach ersten Gesprächen zeigten sich bald sinnvolle Ansatzpunkte am Bandtrockner. „Vor allem im Winter stand uns zu wenig thermische Energie zur Verfügung“, erklärt Thomas Bierbacher, Spartenleiter Pellets bei Hasslacher Norica Timber. Die Lösung war das Wärmerückgewinnungssystem RecuDry von Stela Laxhuber, Massing/DE. Bei Hasslacher installierte Stela den ursprünglichen Bandtrockner im Jahr 2006. Nun baute man diesen hinsichtlich einer besseren Energieeffizienz um.
Start auf Knopfdruck nach nur einem Monat Umbauzeit
Besonders zufrieden ist man bei Hasslacher mit der raschen Abwicklung. „Wir haben den Vertrag auf der Holzmesse im September 2016 unterzeichnet. Bereits am 12. Dezember des vergangenen Jahres startete der Umbau. Genau ein Monat später erfolgte die Inbetriebnahme“, informiert Hasslacher Preding-Geschäftsführer Manfred Steinwiedder und ergänzt: „Die Anlage lief praktisch auf Knopfdruck in der versprochenen Leistung.“ Stela konnte das Projekt also innerhalb von gut vier Monaten abwickeln und den vorhandenen Bandtrockner auf den Typ BTU RecuDry 1/6200-25,5 aufrüsten.Dazu verlängerte man den Trockner um 3 m. In dem Zuge tauschte Stela die Ventilatoren gegen eine effizientere Version. „Beim RecuDry-System unterteilen wir den herkömmlichen Bandtrockner in zwei Segmente: das Kondensationsmodul vorne und das Recu-Modul im hinteren Bereich“, erklärt Tobias Latein, Leitung Vertrieb bei Stela. Ventilatoren führen die vorhandene warme Luft, die bereits über den Spänekuchen geleitet wurde, über das Kondensationssystem, wobei Wärme an das Modul abgegeben wird. Diese gewonnene Wärme erhitzt wiederum die Frischluft im Kondensationsmodul. Damit gelangt die noch nutzbare Abluft nicht in die Atmosphäre und lässt sich für die Spänetrocknung sinnvoll verwenden. „RecuDry funktioniert einwandfrei“, bekräftigt Bierbacher. Den ersten Härtetest hat es überstanden: Direkt bei der Inbetriebnahme im Januar lagen die durchschnittlichen Temperaturen in Preding bei –5,7° C.
Rasche Amortisation
RecuDry-Prinzip: Die warme, teils gesättigte Luft wird von dem Recu-Modul (rechts) in das Kondensationsmodul (links) geleitet; die Frischluft wird mit der so gewonnenen Wärme erhitzt © Stela
„Mit dem RecuDry-System können wir mit der verfügbaren Wärme mehr produzieren – je nach Bedarf entweder in der Pelletsproduktion oder beim Schnittholz“, erklärt Bierbacher abschließend.
Hasslacher Preding Holzindustrie
Standort: PredingGeschäftführer: Manfred Steinwiedder
Mitarbeiter: 200
Einschnitt: 200.000 fm/J
Weiterverarbeitung: 95.000 m³/J KVH, 70.000 m3/J Hobelware, 60.000 t/J Pellets, 1 Million Sonderpaletten- und -verpackungen