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Für Kaindl-Sprecher Johannes Leibetseder ist das Kraftwerk entscheident für die Sicherung des Holzwerkstoff-Standorts © Michael Fehrle

Kaindl

Grünes Licht für 200 Mio. € teures Heizkraftwerk

Ein Artikel von Michael Fehrle | 13.01.2026 - 07:07

Das Bundesverwaltungsgericht in Wien wies einen Antrag des Bund Naturschutz in Bayern, Regensburg/DE, wegen formeller Fehler zurück. In der Folge zog die Umweltschutzorganisation ihren Antrag auf Parteistellung zurück. Die Frage der Parteistellung hatte sich aus möglichen grenzüberschreitenden Auswirkungen des Projekts ergeben.

Die juristische Auseinandersetzung hat Planung und Baubeginn deutlich verzögert. Nachdem die Landesregierung Salzburg am 1. August 2025 die Genehmigung erteilt hatte und die benachbarte Stadt Freilassing auf eine Beschwerde verzichtete, kündigten die Umweltorganisationen Bund Naturschutz in Bayern und Naturschutzbund Salzburg ein juristisches Vorgehen an. Wenige Wochen nach der Genehmigung zog der Naturschutzbund Salzburg aber seinen Antrag zurück. Damit blieb nur noch die bayerische Organisation als Gegner des Projekts.

Nach dem Anfang Januar gesetzten Schritt des Bund Naturschutz in Bayern kann Kaindl nun vor allem die Finanzierung des voraussichtlich 200 Mio. € teuren Vorhabens vorantreiben. In weiterer Folge soll zeitnah die Auftragsvergabe an einen österreichischen Anlagenlieferanten erfolgen. Ziel ist ein Baubeginn im kommenden Sommer. Die Fertigstellung ist für 2029 vorgesehen. Ursprünglich war die Inbetriebnahme des erstmals 2022 vorgestellten Kraftwerks für 2025 geplant.

 

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Der künftige Standort für das Holzheizkraftwerk nahe Werk 1 © Michael Fehrle

Kaindl will das Heizkraftwerk mit Produktionsabfällen (114.000 t/J), Altholz (143.000 t/J) und Ersatzbrennstoffen (55.000 t/J) betreiben. Errichtet wird es nahe der Spanplattenlinie im Werk 1. Das Areal dient bislang der Zerkleinerung und als Zwischenlager für Industrieholz. Im Zuge des Projekts sind Umbaumaßnahmen auf dem einige hundert Meter entfernten Holzplatz notwendig. Dort werden sechs Silos für das Rohmaterial errichtet. Per Förderband werden Brennstoff und aufbereitetes Altholz zum Kraftwerk sowie ins Spanplattenwerkgelangen. Dadurch sinkt der LKW-Verkehr auf dem Werksgelände. Bisher wird das Rohmaterial per LKW vom Holzplatz ins Werk transportiert.

„Das Kraftwerks ist ein zentrales Projekt zur Sicherung des Standorts und zur weiteren Modernisierung der Spanplatten- und MDF-Fertigung in Wals-Siezenheim“, sagt Kaindl-Sprecher Johannes Leibetseder gegenüber dem Holzkurier. Das Spanplatten- und MDF-Werk soll künftig unabhängig von externer Energieversorgung arbeiten. Bisher kommt vor allem Gas zum Einsatz. Dies erhöhte die Produktionskosten in den vergangenen Jahren deutlich. Zusätzlich zur Eigenversorgung beliefert Kaindl über den Energieversorger Salzburg AG rund 20.000 Haushalte mit Fernwärme.

Am 12. Januar nahm Kaindl drei Messstellen in Betrieb. Diese sind eine Zusage an die Stadt Freilassing. Die bis zur Fertigstellung des Werks erhobenen Daten werden als Vergleichswerte dienen.