Seit der Inbetriebnahme der hochmodernen 5200 kWth Biomasse-Energieanlage des Technologieführers Polytechnik Luft- und Feuerungstechnik, Weissenbach an der Triesting, im Jahr 2025 wandelt das Unternehmen seine Produktionsabfälle in wertvolle Prozessenergie um.
Die Anlage ist ein Musterbeispiel für eine geschlossene Kreislaufwirtschaft und kombiniert maximale Brennstoffflexibilität mit modernstem Umweltschutz. In einer Zeit, in der Ressourceneffizienz und die Nutzung von Biomasse für die holzverarbeitende Industrie entscheidend sind, geht Hermann Keller einen zukunftsweisenden Schritt. Die Anlage wurde speziell dafür konzipiert, sämtliche anfallenden Biomassereste – von Rinde über Sägespäne bis zu Hackschnitzeln – direkt für die Energiegewinnung zu nutzen. Die erzeugte Wärme wird größtenteils wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt, insbesondere zur Holztrocknung in den Trockenkammern, wodurch ein hoher Eigenverbrauch an fossilen Brennstoffen entfällt.
Die Biomasseanlage beim Sägewerk Hermann Keller von Polytechnik ist eine maßgeschneiderte „Deluxe-Variante“ © Polytechnik
Eine der größten Herausforderungen bei der Nutzung von Produktionsreststoffen ist deren unterschiedliche Beschaffenheit und Feuchtigkeit. Die Anlage meistert dies mit beeindruckender Flexibilität und kann Biomasse mit einem Wassergehalt zwischen 20% und 60% effizient verarbeiten. Die Zuführung erfolgt über einen ebenerdigen Schubbodenbunker, der bequem per Lkw beschickt werden kann. Dort wird der Brennstoff automatisch in die Feuerung transportiert. Das Herzstück der Anlage bildet die hochentwickelte Feuerungstechnologie: Auf einem hydraulischen, luftgekühlten Vorschubrost durchläuft der Brennstoff die Phasen Trocknung, Ausgasung und vollständigen Ausbrand. Durch die gestufte Zufuhr von Primär- und Sekundärluft werden Emissionen bereits im Ansatz minimiert, was die Umweltbelastung erheblich reduziert. Die erzeugte Heißgasenergie wird in einem nachgeschalteten Thermoölkessel hocheffizient in Nutzwärme umgewandelt und zusätzlich über einen ORC-Prozess zur Stromerzeugung genutzt. Ein mehrstufiges Abgasreinigungssystem, bestehend aus einem Multizyklon und einem Trocken-Elektrofilter, sorgt dafür, dass selbst strengste Emissionsgrenzwerte deutlich unterschritten werden. Selbst die bei der Verbrennung anfallende Asche wird umweltgerecht behandelt: Sie wird in einem geschlossenen System befeuchtet und staubfrei abtransportiert, sodass keine Schadstoffe in die Umgebung gelangen.
Lukas Schirnhofer, CEO von Polytechnik, betont: „Die Partnerschaft mit Hermann Keller zeigt, wie aus einer gemeinsamen Überzeugung konkreter Mehrwert entstehen kann. Die Anlage verwandelt Reststoffe direkt am Entstehungsort in saubere Prozesswärme und -strom, senkt Betriebskosten und leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Sie ist mehr als ein Kraftwerk – sie ist ein Bekenntnis zu ökonomischer Vernunft und ökologischer Verantwortung.“ Mit der Inbetriebnahme hat das Sägewerk Hermann Keller seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen signifikant reduziert, die Betriebskosten gesenkt und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gestärkt. Das Projekt verdeutlicht, wie die holzverarbeitende Industrie aktiv ihre Zukunft gestalten und dabei Umweltverantwortung und wirtschaftlichen Nutzen erfolgreich miteinander verbinden kann.