Die Fußgängerbrücke beim LCS-Leoben verbindet den Rad- und Fußgängerweg entlang der Mur mit dem neu errichteten Einkaufscenter”, informiert Silvester Belschak, Abteilungsleiter Ingenieurholzbau bei Lieb Bau, Trofaiach, und Montageleiter. „Diese wurde als Deckbrücke mit liegend unterspannten Lärchen-Brettschichtholzträgern ausgeführt. Wegen des Lichtraumprofils des darunter liegenden Radweges mussten die bis zu 8 m hohen Stahlbetonstützen schräg nach außen verlaufen.”
Höhenunterschied von 3,15 m
Im Grundriss folgt die Brücke auf einer Länge von 50 m einem Kreisbogen mit Radius 53 m und geht dann auf eine Länge von 15 m in eine Gerade über, die bis zum Podest reicht. Die lichte Breite bis zum Podest beträgt 2,5 m. Dieser Teil der Brücke wurde aus drei Einzelteilen, die im Werk Trofaiach vormontiert wurden, hergestellt. Dabei wurden der untere und obere Teil als Kragträger mit unterhalb aufgebrachtem Aufleimer und der Mittelteil als Einhängträger mit Gerbergelenk konzipiert. Alle Brückenteile bestehen aus liegenden Leimbindern (BS14 Lärche, resorcinharzverleimt, 22 mal 220 cm), Stahlquerrahmen aus halbierten IPE-Profilen und Rundrohren im Abstand von 5 m sowie jeweils sechs Zugstangen aus Stahl (Durchmesser 36 mm), welche mit Gabelköpfen an die Querrahmen angeschlossen wurden.Die größte anzuschließende Kraft betrug 371 kN (37 t). Diese Zugstangen durchstoßen die BSH-Träger und leiten die Kräfte über massive Gegenplatten (Stahl-Vollmaterial 200 mal 400 mal 50 mm) am Obergurt in die Leimbinder ein. Die Schwierigkeit lag laut Experten dabei an der exakten Bohrung durch die Holzquerschnitte mit Längen von bis zu 220 cm. Der vierte Brückenteil reicht vom Podest bis zum Austritt, hat eine Abmessung von 3,5 mal 10 m und wurde ohne Unterspannung geknickt (Podest waagrecht) ausgeführt. „Die Brücke hat über die gesamte Länge ein Gefälle von 4% und somit einen Höhenunterschied von Ein- bis Austritt von 3,15 m”, berichtet Belschak.
Auf alle Teile wurde im Werk eine Brückenabdichtung aufgebracht. Darauf sind Distanz-Längshölzer montiert, auf denen der unter 30° schräg verlegte Lärchen-Gehbelag mit einer Stärke von 60 mm liegt.
Sondertransport notwendig
Alle vier Einzelteile wurden mit Sondertransporten von Trofaiach nach Leoben geliefert. Die Herausforderung war, dass der Mittelteil mit einer Länge von 28 m nicht nur eine Überlänge sondern mit 4,5 m auch zu breit war, um eine Sondergenehmigung am Wochenende zu bekommen. Aus diesem Grund musste der Sondertransport schon am Freitag durchgeführt werden und auf einer extra dafür gesperrten Fläche unweit des Einkaufcenters bis Sonntag abgestellt werden.Da zum Zeitpunkt der Brückenmontage das Einkaufcenter bereits eröffnet war und die Holzbauer mit dem Spezialtransport und einem 160 t Kran sämtliche Zu- und Ausfahrten der Tiefgarage und die Busspur der ÖBB blockierten, konnte die Montage ausschließlich am Samstag zwischen 17 und 22 Uhr und am darauf folgenden Sonntag von 6 bis 22 Uhr bewerkstelligt werden.
„Besonderer Dank gebührt allen Mitarbeitern, die dies mit ihrem Wochenend-Einsatz im Werk und bei der Montage möglich machten”, erklärt Belschak.
Preisgekrönter Spar-Markt
Mit Geramb Rose ausgezeichneter Spar-Markt wurde mit BSH-Trägern samt Fertigteildach-Elementen ausgeführt für den Holzbaupreis 2007 nominiert © Lieb Bau
Weiters wurden rundumlaufend Fassadensteher aus sibirischer Lärche (e = 62,5 cm) ausgeführt. Diese wurden mittels pulverbeschichteten Schlitzblechen mit der Frostschürze und in einer Höhe von 5,45 m unsichtbar mit dem umlaufenden BSH-Abschlussträger verbunden.