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Gute Zusammenarbeit:  Maschinenführer Peter Schauer, Geschäftsführer Manfred Steinwiedder und technischer Leiter Georg Kerschbaumer von Hasslacher mit Hundegger-Vertreter Arno Gaggl (v. li.) © Günther Jauk

Hundegger

Perfektes Konstruktionsvollholz

Ein Artikel von Günther Jauk | 06.07.2017 - 08:53
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Immer vor Ort: Hundegger-Vertreter Arno Gaggl (re.) im Gespräch mit Anlagenführer Peter Schauer © Günther Jauk

Hasslacher Norica Timber unterzieht in Preding jedes produzierte Konstruktionsvollholz-Element nach der Aushärtung einer Zugprüfung. Durch diesen Test lassen sich die statischen Eigenschaften besser definieren – bei Bedarf „entstehen“ auf diesem Weg auch Geprüfte Leimholzträger (GLT). Hasslacher vertreibt GLT als Konstruktionsvollholz mit deutlich höheren garantierten Festigkeiten. „In der Praxis bedeutet dies eine schlankere Dimensionierung von Holzbauten aus Konstruktionsvollholz oder eine preisgünstige Alternative für BSH. In Jedem Fall halten unsere Elemente, was wir versprechen“, informiert Geschäftsführer Manfred Steinwiedder beim Besuch des Holzkurier. Der Jahresausstoß liegt bei 100.000 m3/J.

Baustellenfertiges Gesamtpaket

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Seit wenigen Monaten ist diese K2i-Abbund- anlage bei Hasslacher in Preding für den Konstruktionsvollholz-Abbund zuständig © Günther Jauk

Egal, ob BSH, BSP, Konstruktionsvollholz, Duo- oder Triobalken – die Hasslacher-Gruppe hat es im Sortiment. In den vergangenen Jahren reagierte das Unternehmen mit einer Reihe an Investitionen zudem auf den zunehmenden Bedarf an fertig abgebundenen Holzbauelementen. Mittlerweile verfügen die Kärntner über mehr als ein halbes Dutzend Hundegger-Bearbeitungszentren – Tendenz steigend. Eines der jüngsten Projekte realisierten die Hawangener Maschinenbauspezialisten am steirischen Standort Preding. Dort schneidet die Hasslacher-Gruppe 230.000 fm/J ein – der Großteil davon gelangt in die Konstruktionsvollholz-Fertigung. Bis vor wenigen Monaten reichte die Bearbeitungstiefe der keilgezinkten Elemente nicht weiter als bis zu Kapp- und Schrägschnitten. Mit der K2i-Abbundanlage sind jetzt auch komplexe Bearbeitungsschritte, wie die Ausnehmungen für eine Stabdübel-Schlitzblech-Verbindung, rasch erledigt. „Mit dieser Investition steigern wir die Wertschöpfung im Betrieb und erhöhen zugleich den Dienstleistungsgrad gegenüber unseren Kunden. Gruppenübergreifend können wir jetzt ganze Holzbausätze anbieten – der Kunde hat dabei nur einen Ansprechpartner“, berichtet Steinwiedder.

Einheitliche Software erleichtert Arbeit

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Ein Blick in die Anlage: Auch lose Brettstapel sind dank der ausgereiften Greif- und Positioniertechnik keine Probleme © Günther Jauk

Ein wichtiger Punkt, der für eine Hundegger-Anlage in Preding sprach, war die problemlose Kompatibilität mit an unterschiedlichen Standorten gefertigten Elementen. So greift beispielsweise ein in Preding gefertigter Schwalbenschwanz millimetergenau in die in Sachsenburg gefräste Ausnehmung eines BSH-Elements. „Natürlich müsste das auch mit anderen Fabrikaten funktionieren, aber mit einer einheitlichen Software ist es sicherlich einfacher“, erklärt der für das Projekt verantwortliche technische Leiter, Georg Kerschbaumer.
Darüber hinaus überzeugte Hundegger mit guten Erfahrungen bei vorangegangenen Projekten und dem seit über zehn Jahren bewährtenK2i-Anlagenkonzept. Die
Hawangener entwickelten dieses Modell für den flexiblen und vollständigen Abbund von Stabelementen mit Querschnitten von bis zu 300 mal 450 mm – optional sind auch Flächenelemente mit bis zu 1250 mm Breite möglich. Das Transport- und Positioniersystem mit zwei Greif- und Führungswagen garantiert hohe Positioniergenauigkeit, ohne dabei die Holzoberfläche zu beschädigen.
Über den Projektablauf kann Kerschbaumer nur Positives Berichten: „Von den ersten Gesprächen über den Vertragsabschluss auf der Klagenfurter Holzmesse 2016 bis hin zur Inbetriebnahme klappte alles wie am Schnürchen. Die Installation wurde von den Hawangenern in weniger als zwei Wochen abgeschlossen – seitdem läuft die Maschine ohne Probleme.“

Abbundkapazität wächst weiter

Neben der Neuinstallation in Preding erweitert Hasslacher auch seine BSH-Abbundkapazitäten am Stammsitz in Sachsenburg. Dort möchte man den BSH-Abbund in den kommenden Jahren auf rund 50.000 m3/J anheben. Um das zu erreichen, investierten die Kärntner in gleich zwei weitere Hundegger-Abbundzentren. Konkret handelt es sich um eine Robot-Drive und eine Weiterentwicklung der K2i. „Die dort installierte Industrievariante der K2i ist ein Prototyp mit deutlich mehr Power und vielen technischen Raffinessen“, informiert Österreichvertreter Arno Gaggl. Mehr Details möchte Hundegger allerdings erst an den hauseigenen Innovationstagen im Herbst bekannt geben.