Die einzelnen Wandbauteile werden zu Elementen mit bis zu 13m Länge verbunden. Der Vorfertigungsgrad ist individuell konfigurierbar © R3 Massivholzbau
Besonders im Wohnungsbau, aber auch im Gewerbe- und öffentlichen Sektor ermöglichen serielle Bauweisen eine effiziente, ressourcenschonende und planbare Bauweise. Ein innovativer Ansatz ist der Einsatz von leimfrei verbundenen Massivholzwand-Bauteilen. Basis der ökologischen Massivholzwände von R3 Massivholzbau, Fuchstal/DE, sind technisch getrocknete Nadelholzbretter. Diese werden anschließend auf eine einheitliche Stärke gehobelt und dabei mit ihrer charakteristischen Rillenstruktur versehen, die laut Hersteller für einen rund 20 % besseren Dämmwert gegenüber herkömmlichem Vollholz sorgt. Im nächsten Schritt erfolgt die Verbindung der Bretter nach dem System der MHM Entwicklungs GmbH kreuzlagig rein mechanisch mit Alurillenstiften.
Durch diese Verbindung, die per Hundegger-Wandmaster erfolgt, bleibt die Massiv-Holz-Mauer diffusionsoffen und garantiert damit ein optimales Wohnklima. Aussparungen für Fenster, Türen oder Leitungen werden per Portalbearbeitungszentrum, ebenfalls aus dem Hause der bayerischen Maschinenbauspezialisten, gefertigt.
Wunsch nach Vorfertigung
„Wir produzieren die Massiv-Holz-Mauer seit 2018 und verstehen uns als Zulieferer für Holzbaubetriebe und Bauunternehmen. Unsere Kunden haben verstärkt den Wunsch nach höheren Vorfertigungsgraden geäußert. Der erste logische Schritt war schließlich, mit der werksseitigen Aufbringung der Dämmung zu starten“, erklärt Thomas Fürmetz, Geschäftsführer von R3 Massivholzbau.
Lehmputz ist die perfekte Ergänzung zur leimfreien Massiv-Holz-Mauer. Der werksseitige Auftrag garantiert eine trockene Baustelle sowie ein präzises und effizientes Arbeiten © R3 Massivholzbau
Damit sich dieser Arbeitsschritt lohnt, musste das Unternehmen die Massivholzwand in eine Systemwand verwandeln, da die Wandlänge durch den Produktionsprozess auf 6m begrenzt ist.
Dazu werden zunächst einzelne Wandbauteile zu größeren Elementen mit bis zu 13m Länge verbunden. Umgesetzt wird dies folgendermaßen: Am Wandfuß und -kopf wird jeweils eine Schwelle und ein Rähm eingearbeitet und mit den Bauteilen verschraubt. Im nächsten Schritt besteht die Möglichkeit, in den vorgesehenen Aussparungen einbaufertige Fenster- und Türmodule zu verbauen.
Neben verschiedenen Fenstervarianten beinhalten diese Baugruppen zudem Fensterbank, Rollläden, Beschattung und Absturzsicherung. Anschließend folgt die Anbringung einer Holzfaserdämmung. Seit Kurzem bietet R3 Massivholzbau zudem die Möglichkeit, verputzte Wandelemente zu produzieren. Der Vorfertigungsgrad ist dabei stets individuell konfigurierbar und wird je nach den Vorstellungen des Kunden durchgeführt.
Eine perfekte Materialkombination
Beim Material für den Putz setzt R3 Massivholzbau auf Lehm und führt den Weg, mit natürlichen Baustoffen zu arbeiten, konsequent fort. Als Putzträger setzt man auf Schilfrohrmatten. „Unsere Kunden entscheiden sich in der Regel bewusst für leimfreie Holzbauprodukte und wollen dann auch eine Alternative zu Rigips im Innenraum“, erläutert Fürmetz und betont: „Gerade bei Lehmputz macht ein werksseitiges Auftragen sehr viel Sinn, da Lehmputz eine enorme Baufeuchtigkeit hat, die man sonst in den an sich trockenen Holzbau einbringt.“ Weitere Punkte, die für einen Lehmputz ab Werk sprechen, seien die deutlich präzisere und effizientere Auftragung als auf der Baustelle, was wiederum Kosten spare. „Lehm unterstützt die Eigenschaften von Holz und funktioniert in Kombination perfekt. Das zeigen auch die zahlreichen Fachwerkbauten“, ist der R3 Massivholzbau-Geschäftsführer überzeugt.
Großen Anklang findet bei dem Produzenten der Massivholzwände auch die Möglichkeit, Holz aus dem eigenen Wald zu verwenden, informiert Fürmetz, der Interessenten explizit einlädt, die Produktion in Oberbayern zu besuchen.