Das Forstamt Ottenstein sowie die Ausstellung Holz ist genial sind im Schloss Waldreichs untergebracht © Sprenger
Die Führung von Nebenbetrieben ist besonders personalintensiv, erläutert FD DI Richard Hackl vom Forstamt Ottenstein. Er baut aber auf die Motivation und die Vielseitigkeit seiner Mitarbeiter. „Unsere Forstarbeiter müssen alles können”, so Hackl. So können auch seit kurzem die Wirtschaftsbetriebe des Stiftes Altenburg mitbetreut werden.Diese Erfolge und die Leistungen des Forstamtes Ottenstein für die forstliche Öffentlichkeitsarbeit gaben den Ausschlag für die Wahl zum „Forstbetrieb des Jahres 2003” durch die Redaktion des Holzkurier.Stiftung seit 1670. Die Stiftung mit eigener Rechtspersönlichkeit wurde vor 332 Jahren errichtet. Sie unterstützt begabte und bedürftige katholische Studierende aus Niederösterreich und wird vom Landeshauptmann von Niederösterreich verwaltet. 50% bis 70% der Gewinne werden ausgeschüttet, der Rest in Rendit versprechende Investitionen in den Betrieb thesauriert.
Der Betrieb der Stiftung erstreckt sich etwa zwischen Zwettl und Krumau 10 km entlang des Kamp im Waldviertel. Das Forstamt Ottenstein mit seinen 2 Forstrevieren bewältigt den Einschlag von 17.000 fm/J zu 80% mit eigenen Forstarbeitern und zu 20% mit Bauernakkordanten. Vor 3 Jahren wurde ein Raupenharvester gekauft. Das Forstamt ist mit 42 lfm/ha erschlossen.
Landesforstgarten mit 1 Mio. Stk./J Pflanzenproduktion wird als Dienstleistung bewirtschaftet © Sprenger
Der 20 ha große Landesforstgarten wird als Dienstleistung bewirtschaftet. Abnehmer sind zu je einem Drittel Großbetriebe, Bezirksforstinspektionen und der Datailverkauf. Dafür wird bis 2003 ein neues Verkaufsgebäude errichtet. Extensive Teichwirtschaft. Teichwirtschaft wird in 12 Teichen auf 70 ha betrieben. Nach dem Beitritt Österreichs zur EU sanken die Preise für die Hauptfischart Karpfen (über 70% Anteil an der Produktion) um ein Drittel. Als Reaktion darauf wurde die Produktpalette kurzfristig auf Besatzfische für Angelgewässer umgestellt. Zusätzlich brachte das Forstamt seine Teichwirtschaft in ein ÖPUL-gefördertes Umwelt-Sonderprogramm ein, in dem ökologische Leistungen bewertet und honoriert werden.
Die Produktion von Hecht und Zander gilt als schwierig, ist aber für die Besatzfischkunden zwingend notwendig. Die Jahresproduktion von 30 t Fisch wird via Detailverkauf und in Kooperation mit „Waldland Edelhof” betrieben. Karpfen, Schleien und Barsche können auch in der kalten Jahreszeit über Hälterbecken frisch angeboten werden.
Als ein Beispiel für vielseitig kompetente Mitarbeiter ist Fischmeister und Tischler Franz Hechinger für die Errichtung eines neuen Gebäudes für den Detailverkauf von Wild und Fisch verantwortlich, das noch heuer in Betrieb gehen wird. Die Jagd erfolgt über die Vergabe von Abschüssen, über Pacht oder in Eigenregie.
Abschusszahlen: bis 300 Stück/J Schwarzwild, bis 150 Stück/J Rehwild und 50 Stück/J Rotwild. Mit der Heeresforstverwaltung Allentsteig wurde eine Hegegemeinschaft gebildet.Aufwändige Stauseefischerei. Das Forstamt übt auf 410 ha eigene und auf 90 ha zugepachtete Fischereirechte aus. Die Nutzung erfolgt durch Vergabe von 1700 Fischereilizenzen mit verschieden langen Laufzeiten. Die Bewirtschaftung zielt mittelfristig auf teilweisen Ersatz des künstlichen Besatzes durch Verbesserung der Bedingungen für eine natürliche Reproduktion ab. Ein intensiver Aufsichtsdienst versucht Übergriffe verschiedenster Art zu unterbinden.Hackl betreibt auch aktives Laichplatzmanagement: Baumstämme werden wipfelseitig in den Teichen versenkt, über einen neuen Damm werden die Wasserstandsschwankungen der Kamptal-Stauseen abgemildert. Die neue Wasserfläche ist gut strukturiert, seicht und erwärmt sich rasch. Nach Auffüllen des Flachwasserareals durchfliesst der Zubringer das Flachwasserbiotop und mündet via Überlaufmulde in die Fischaufstieghilfe weiter in den freien Stausee, wodurch eine für den Fischaufstieg vorteilhafte Lockströmung entsteht. Nach dem Schlüpfen der Brut und soweit die Spiegellage des Stausee es zulässt, soll der Dammverschluss geöffnet und das Rückwandern der Adult- und Jungfische in das freie Gewässer ermöglicht werden. 2003 wird ein neuer, 2 ha großer Fischteich fertiggestellt.
Insgesamt 400 Anlegeplätze für Boote wurden auf den Kamptalstauseen errichtet, freut sich FD Hackl © Sprenger
Camping- und Jugendlagerplätze. Der bis zum Jahr 1997 verpachtete Campingplatz Dobra auf Substandard-Niveau wird seit 1998 wieder in Eigenregie betrieben und auf einen zeitgemäßen Standard gebracht. Insgesamt verfügt das Forstamt Ottenstein als lukrative Einkommensquelle über 3 ha Campingplätze mit 200 Stellplätzen. Für Jugendgruppen werden 2 eigene Lagerplätze mit einer Kapazität bis 200 Personen angeboten.
Waldpädagogik voll im Trend. Die Waldpädagogik ist ein weiterer Schwerpunkt für die Stiftung. Aufgebaut auch von DI Stefan Soucek werden heute bis zu 3000 Schüler/J überwiegend von Fö. Georg Eibensteiner betreut. Zu Spitzenzeiten werden Führungen von Forstwirtschaftsmeistern durchgeführt. Waldpädagogische Akzente setzt man weiters als Kombiangebot mit dem Stift Zwettl sowie mit den EVN-Gastronomiebetrieben. Besonderheit in Ottenstein: Führungen für körperlich und geistig Behinderte. 2003 soll die „Ökopädagogik” eingeführt werden.
Vielfältige Ausstellungskonzepte. Eine weitere Attraktion, auch für den Tourismus der Kamptal-Region, sind laufende Ausstellungen - derzeit bis 2003 zum Thema „Holz ist genial”. Es wird jedoch bereits an neuen Konzepten wie etwa „Tiere als Baumeister” gearbeitet. Man will sich bewusst von den professionell gemanagten Landesausstellungen abgrenzen, so Hackl.
Seit 1 Jahr ist die Stiftung als Dienstleister für die 3800 ha Wirtschaftsbetriebe des Stiftes Altenburg tätig.
Forstamt Ottenstein-Facts
Eigentumverhältnisse: seit 332 Jahren Stiftung - Verwaltung durch den Landeshauptmann von Niederösterreich
Geschäftsführer: seit 1990 FD DI Richard Hackl
Gesamtfläche: 3120 ha, davon 2300 ha Wald
Mitarbeiter: 26
Holzeinschlag: 17.000 fm/J
Nebenbetriebe:Landesforstgarten, Teichwirtschaft, Stausee, Bootsverheftungen, Campingplätze, Jagd, Waldpädagogik, Jugendlagerplätze, Ausstellung, Schlossstüberl, Teichwanderweg, Mitbewirtschaftung Altenburg
Eigentumverhältnisse: seit 332 Jahren Stiftung - Verwaltung durch den Landeshauptmann von Niederösterreich
Geschäftsführer: seit 1990 FD DI Richard Hackl
Gesamtfläche: 3120 ha, davon 2300 ha Wald
Mitarbeiter: 26
Holzeinschlag: 17.000 fm/J
Nebenbetriebe:Landesforstgarten, Teichwirtschaft, Stausee, Bootsverheftungen, Campingplätze, Jagd, Waldpädagogik, Jugendlagerplätze, Ausstellung, Schlossstüberl, Teichwanderweg, Mitbewirtschaftung Altenburg