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Herbert Wimmer (re.) und Dietmar Ainetter vor der ersten schrägen Bandsäge © DI (FH) Martina Nöstler

Vorteile mit Bandsäge

Ein Artikel von DI (FH) Martina Nöstler | 05.04.2005 - 00:00
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Herbert Wimmer (re.) und Dietmar Ainetter vor der ersten schrägen Bandsäge © DI (FH) Martina Nöstler

Im September 2004 ist im Laubholz-Sägewerk Wimmer in Kuchl die erste in Europa gebaute, schräge Bandsäge in Betrieb gegangen. Die Bandsäge vom Typ SNT 1600 CRM America wurde von Bongioanni, Pianfei/IT, installiert. Im Lieferumfang der Italiener war außerdem die gesamte Mechanisierung und Sortierung hinter der Hauptmaschine sowie die Schärfmaschine Alix enthalten.
„Wir haben uns für Bongioanni entschieden, da das Unternehmen das einzige war, das Projekt noch 2004 abzuwickeln. Außerdem konnte Bongioanni die Installation flexibel und rasch abwickeln. Auch die gute Werksbetreuung und das Technikpaket waren für uns wichtige Entscheidungskriterien“, erklärt Geschäftsführer Herbert Wimmer.Exakte Ausformung. Durch die Schrägstellung der Bandsäge und des Spannwagens um 17° ist ein schnelleres Beladen möglich. Außerdem lassen sich die Stämme besser manövrieren, da die Schwerkraft mittels der Schräge am Spannwagen mithilft. Des Weiteren gleitet das Schnittgut besser ab.
„Die neue Bandsäge ist für uns notwendig geworden, da Laubholz um den Kern geschnitten wird“, so Wimmer. Die Stämme werden von außen nach innen ausgeformt, vor allem bei Buche mit Rotkern.
Ein großer Vorteil sind die Sortiermöglichkeiten: Das Rundholz kann im Unterschied zum Gatter mit der Bandsäge Stück für Stück ausgeformt und speziell nach gewünschten Qualitäten filetiert werden.
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90% des Einschnittes werden bereits auf der Bandsäge realisiert, für die schwächeren Dimensionen betreibt man nach wie vor das Gatter © DI (FH) Martina Nöstler

Ein Bediener reicht. Bei Wimmer ist lediglich ein Bediener für den Einschnitt notwendig. Dieser überwacht die Reduzierungen und Entrindung der Stämme, bedient die Bandsäge (oder bei Bedarf das Gatter), entscheidet, welche Sortimente geschnitten werden und teilt diese den nachfolgenden Boxen entsprechend der Dimension zu.1500 Messpunkte ermitteln Rundholz. Für die Vermessung der zu schneidenden Stämme wurde bei Wimmer das System Open face installiert. „Dieses vermisst und positioniert laut Vorgabe – entweder faser- oder kernparallel –das Rundholz mit einer vorgegebenen Mindestdeckbreite am Spannwagen“, erläutert Dietmar Ainetter, Bongioanni-Repräsentant in Österreich.
Die Vermessung erfolgt mittels horizontalen und vertikalen Lasern mit über 1500 Messpunkten am Stamm. Per Knopfdruck erhält der Bediener Angaben über den Stamm, wie etwa die genaue Festmeter-Zahl.
Außerdem ist bei Wimmer eine automatische Blattkontrolle installiert. Dadurch müssen die Bandsägeblätter weniger planiert, gerichtet und gespannt werden.
Hinter der Bandsäge befinden sich sechs Abwurfboxen. Diese können entweder automatisch stärkenbezogen oder manuell angewählt werden. Die Mechanisierung und Sortierung der beiden Hauptmaschinen wurde zusammengeführt.
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Gute Übersicht vom Bedienpult aus: Durch die Schrägstellung ist eine bessere Beurteilung der Schnittfläche möglich © DI (FH) Martina Nöstler

Rasche Inbetriebnahme. Die Installation der neuen Bandsäge begann im August 2004, bereits im September konnten die ersten Stämme geschnitten werden. „Wir sind gerade dabei, uns an den früheren, gatterähnlichen Mengendurchsatz anzunähern“, so Wimmer stolz.
Nach einigen Monaten Probebetrieb bewältigt man mittlerweile 90% des Einschnittes auf der Bandsäge. Damit hat sich die Einschnitt-Philosophie im Sägewerk komplett gedreht: Früher wurden lediglich 10% mit der Bandsäge verarbeitet.
Der Jahreseinschnitt im Einschicht-Betrieb von bisher 17.000 fm soll minimal auf 20.000 fm gesteigert werden. „Für uns zählt aber hauptsächlich die bessere Ausbeute und Wertschöpfung“, fügt der Geschäftsführer hinzu.
Das Rundholz, das überwiegend aus Österreich, aber auch aus Deutschland und der Schweiz stammt, wird bis zu 35 cm Durchmesser am Gatter und bis zu 1,4 m auf der Bandsäge verarbeitet. Der Absatz der Ware erfolgt in Österreich und 60% im Export (Italien, Deutschland und Fernost). Verkauft wird Schnittholz (frisch, AD und KD) sowie maßhaltiger Holzzuschnitt aus KD-Ware in gewünschten Kundendimensionen.

Wimmer-Facts

Geschäftsführer: Herber Wimmer
Mitarbeiter: 40 (inklusive angeschlossenem Holzfachmarkt)
Einschnitt: 20.000 fm (geplant 2005)
Produkte: Schnittholz natur oder gedämpft (frisch, AD, KD), maßhaltiger Holzzuschnitt aus KD-Ware in gewünschten Kundendimensionen (Kantel, Friesen)
Holzarten: 65% Buche, 20% Ahorn, 15% andere Laubhölzer
Areal: 30.000 m²
Absatz: Österreich, Italien, Deutschland, Fernost
Export: 60%

Bongioanni-Facts

Inhaber: Pezzolato S.p.A.
Geschäftsführer: Riccardo Pezzolato
Mitarbeiter: 147
Umsatz: 17 Mio. €/J
Produkte: Band- und Nachschnittkreissägen, Spaner, Mechanisierungen, Hackmaschinen, Shredder
Export: 70%