Schritt 1: fast 10 % mehr Steifigkeit
Modernes Holz-Alu-Fenster(Internorm HF?310) 1. Modernes Dreischeiben-Isolierglas hat Paketdicken von 48 bis 54?mm.2. Fensterkantel bestehen aus vier keil-gezinkten Lamellen aus hochwertigem Fichtenholz (geradfaserig und astfrei).3. Das Fenster besitzt eine Profilstärke von 85?mm und erreicht mit serienmäßiger Verglasung einen Uw-Wert von 0,69?W/m2K.4. Rahmen und Flügel lassen sich flächenbündig in die Fassade integrieren. © Internorm
Bemessungsrelevant für Fenster sind in der Regel die Windlasten. Bei Sturm treten erhebliche Kräfte auf. „Die Mittelpartie darf sich in diesem Fall nicht stark durchbiegen“, erklärt Peter Schober von der Holzforschung Austria. Dank FKC30 werden die Kantel, statistisch abgesichert, mit 12.000 N/mm² statt 11.000 N/mm² Steifigkeit berechnet.
Eine weitere Erhöhung der Berechnungswerte scheint wahrscheinlich. Da im Holzfenster nur die „Filetstücke des Stammes“ (Schober) verbaut werden, könnte sogar FKC35 mit 13.500 N/mm²möglich sein. Das Holz würde es erlauben, aber die Zinkung ist beim Fenster eine Schwachstelle. Anders als bei BSH wird ohne Zinkenspiel verklebt. Im Fensterprofil darf es keine Hohlräume geben, in die Wasser eindringen kann.
Vakuumglas könnte wieder alles ändern
Trotz der neuen Festigkeitsklasse gilt: Schwere Fenster bringen Probleme. Flügelgewichte über 80 kg lassen sich nicht mehr von einer Person montieren. Oft wird ein Kran benötigt - was während der Bauphase einfach ist, bei einem späteren Austausch aber nicht. Die Profilstärken können kaum gesteigert werden. Maximal 100 mm sind mit rechtwinkeligen Falzen noch möglich. Stärkere Profile würden beim Öffnen verkanten und daher technisch aufwändige Schrägfalze voraussetzen.Doch vielleicht ist das alles bald nicht mehr nötig. Schober beobachtet gespannt eine in China entstehende Industrie um Vakuumgläser. Nur 8,1 mm sind diese stark. Zwischen zwei 4 mm-Glasscheiben herrscht 0,1 mm Vakuum. Transparente Kristalle halten den Scheibenabstand.
Technologisch erreichen solche Fenster einen U-Wert von 0,3 W/m²K. Damit dämmen sie doppelt so gut wie Dreischeiben-Passivhausfenster, sind aber um 4 cm weniger stark. „Wenn sich diese Technologie durchsetzt, wird das die Fensterherstellung revolutionieren“, sagt Schober voraus. Im Prüfstand der Holzforschung werden die Scheiben schon auf Herz und Nieren getestet.
Eiche für den Fensterbau
Weitere Holzfenstertrends sind Holzarten abseits von Fichte und Tanne. Eiche ist eine Alternative. Schober berichtet auch vom zunehmenden Designfokus. „Fenster werden weniger als technisches denn als gestalterisches Element eingesetzt.“ Der Fenster-Türen-Treff 2015 (s. Kasten) widmet sich diesen Themen.In der Austrokantel-Verbandsarbeit steht die Önorm B 3013 (Fensterkantel aus Holz – Anforderungen und Prüfbestimmungen) ganz oben. Der 20 Jahre alte Standard wird überarbeitet. Austrokantel entsendet einen Experten ins Normengremium und bereitet eine Diskussionsgrundlage vor.
Konferenz
Fenster-Türen-Treff 2015Trends bei Technologie, Normen und Märkten sind Themen beim Fenster-Türen-Treff am 6. und 7. März in Salzburg. Die Konferenzblöcke heißen „Planung“, „Recht“, „Aktuelles“, „Neue Medien“ sowie „Fenstereinbau“. Anmeldeschluss ist am 20. Februar.