Gemeinsam mit ZMP erst kürzlich 4000 m2 Sylva CLT-Rippendecken für neues Hargassner-Büro in Oberösterreich im Auftrag von Swietelsky geliefert © Stora Enso / Bergeroli
Heuer lief die neue CLT-Beschichtungsanlage in Ybbs das erste volle Jahr. Stora Enso investierte 9 Mio. € in die automatisierte Anlage, welche die CLT-Oberflächen präzise und industriell beschichtet, mit einer Kapazität von bis zu 500.000 m² jährlich.
Beschichtung: Wer testet, bestellt wieder
Bernd Troppmann, Sales Director Building Solutions Stora Enso, ist mit der Marktnachfrage sehr zufrieden: „Unsere industrielle Beschichtung mit Farbpigmenten und Feuchteschutz wird hervorragend angenommen. Stammkunden, die bisher manuell gestrichen haben, bestellen nun direkt inklusive beschichteter Oberflächen.“
Die Vorteile liegen laut Stefan Rudolf, Sales Manager in Österreich, auf der Hand: „Die automatisierte Lösung für Sylva CLT-Wände und -Decken verkürzt Bauzeiten und verbessert den Schutz vor Feuchtigkeit, UV-Strahlung und Insekten. Außerdem bieten wir ausgewählte Farbtöne an.“
Immer mehr Sichtoberflächen
Rund 10 bis 20 % der in Ybbs produzierten Sichtplatten durchlaufen bereits die Beschichtungsanlage. Troppmann beobachtet: „Das entspricht dem Trend, bei Bauprojekten immer mehr Sichtoberflächen einzusetzen.“
Die Anlage ist Teil der Weiterentwicklung des Sylva-Baukastens, der maßgefertigte, aber gleichzeitig industriell hergestellte, vorgefertigte Holzelemente für kohlenstoffarme Gebäude bietet. Planern und Architekten werden so die Kalkulation, die Gestaltung und der Bau von Holzbauten erleichtert.
Sortiment punktet bei Schule und Büro
Kindergarten Ybbs II nach nur 32 Wochen Bauzeit pünktlich zum neuen Jahr eröffnet – das geht nur mit Holz und optisch überzeugt es auch © Stora Enso
Stora Enso konnte heuer vor allem in zwei Segmenten stark punkten: Schulen und Büros. Troppmann berichtet: „Diese Projekte benötigen viele Bauprodukte. Mit dem Sylva-Sortiment ist es auch für weniger holzerfahrene Architekten einfach zu arbeiten. Bei größeren Spannweiten über 6 m wird etwa automatisch auf unsere Rippendeckenlösungen hingewiesen.“
Rudolf ergänzt: „Turnhallen, Kindergärten und Bürogebäude – unsere Gebäudekonzepte für Büros und Schulen bieten erste Inspirationen für die Zusammenstellung der Sylva-Elemente.“
Bildungssektor zumindest verdoppelt
Besonders im Bildungssektor boomt die Nachfrage. „Die Anfragen für Kindergärten und Schulen haben sich im Jahresvergleich verdoppelt“, sagt Troppmann. Der Partner ZMP verzeichnete sogar eine Vervierfachung der Aufträge seit 2021.
Der Grund: Die schwarz-grüne Regierung beschloss ein 4,5 Mrd. €-Paket zur Kinderbetreuungsoffensive bis 2030. Niederösterreich, das erste Bundesland, das bereits die Offensive umsetzt, treibt die Nachfrage nach CLT-Produkten an. Rudolf freut sich über den Impuls durch die Bildungsoffensive und erwartet weitere Nachfrage durch die Wiener Wohnbauoffensive.
Schnell, wenig CO2 und modern
„CLT ermöglicht extrem schnelle Bauzeiten, eine hervorragende CO2-Bilanz und modernes Design. Schulzubauten über den Sommer zu errichten, geht nur mit Holz“, weiß Troppmann. Bei Sanierungen und Modernisierungen punkte CLT mit deutlich staub- und
lärmärmerem Innenausbau, ergänzt Rudolf. Vor allem der modulare Holzbau gewinnt an Bedeutung. „Wir haben mehrere Modulbauer beliefert, speziell bei Decken sehe ich großes Potenzial für CLT“, sagt Troppmann.
Ein weiteres Zeichen des Holzbaubooms: Am Flughafen Wien/Schwechat wird ein Hotel aus Holz errichtet. Johanna Kairi, Business Development Manager, beobachtete auf der Expo Real in München einen klaren Trend: „2016 war Holz noch ein Exot, mittlerweile setzen alle Finanzinvestoren verstärkt da-rauf.“ Die Immobilienbranche benötigt einen CO2-Nachweis. Dafür entwickelte Stora Enso den Carbon Calculator, der bereits in der Planungsphase das CO2-Einsparpotenzial aufzeigt.
Optimistisch für 2025
Troppmann, Rudolf und Kairi sind optimistisch für das kommende Jahr. Vor allem der Bildungssektor wird weiter an Bedeutung gewinnen. Der Einfamilienhausbau dürfte sich erst mit der Anpassung der KIM-Verordnung erholen. Rudolf erklärt: „Unser Partner ZMP konnte den Rückgang im Einfamilienhausbau mit kleineren Aufträgen für Schulen und Hotels kompensieren. Langjährige Partnerschaften sind der Schlüssel.“