Vor allem in Ostdeutschland sind die Preise gegenüber dem 4. Quartal sowohl für Späne als auch für Hackschnitzel stark gestiegen. So zahlen Pelletswerke für Späne 180 €/t atro ab Sägewerk und mehr. Für Hackschnitzel werden in Einzelfällen über 170 €/t atro erreicht.
In Süddeutschland stemmten sich Einkaufsorganisationen gegen die Preiserhöhungen bei Hackschnitzeln. Erste Angebote an Sägewerke lagen mit 145 €/t atro oft nur rund 10 € über den im 4. Quartal bezahlten Preisen. In den meisten Fällen liegen die Abschlüsse im Süden nun aber zwischen 150 und 160 €/t atro ab Sägewerk. Im Norden und Osten zahlen Papier- und Zellstoffindustrie zwischen 160 und 170 €/t atro ab Sägewerk.
Im Dezember, als vielerorts noch milde Temperaturen herrschten, waren Anbieter und Abnehmer an Vertragslaufzeiten für mindestens das 1. Quartal interessiert. Mit der Kältewelle im Januar wurden Preise wie bereits im 4. Quartal häufig nur für einen Monat vereinbart. In Süddeutschland wollten sich vor allem Zellstoffwerke für sechs Wochen festlegen.
Kälte bremst Einschnitt
Das Sägerestholzangebot war im Januar knapp. Viele Sägewerke hatten während der Feiertage Anfang des Monats länger abgestellt. Die im Vergleich zu den milden Wintern vergangener Jahre länger anhaltende Kälteperiode führt zu technisch bedingten Produktionsdrosselungen. Hinzu kommt, dass der Holzeinschlag in den vergangenen Wochen zwar auf hohem Niveau gelaufen ist. Die Forststraßen sind jedoch oft vereist. Rundholz kann daher nicht in die Sägewerke gefahren werden. Von den daraus resultierenden niedrigen Werkslagern sind Sägewerke in der Osthälfte Deutschlands betroffen.
Hackschnitzelimporte
In den vergangenen Wochen haben Zellstoffwerke ihre Importaktivitäten erhöht. Damit wird die Holzversorgung abgesichert und der Abfluss von Mengen in die Pelletsindustrie ausgeglichen. Zunächst wurde der Industrieholzimport aus Irland und Norwegen gesteigert. Danach folgten Vereinbarungen mit Sägewerken im Baltikum und Finnland für Hackschnitzel. Auf die hohen Rohstoffkosten und die weiterhin schwierige Lage beim Zellstoffverkauf reagieren Werke mit Produktionsrücknahmen. Die Möglichkeiten sind begrenzt. Sie tragen dennoch dazu bei, dass die Verluste nicht weiter steigen.
330 €/t für Pellets
Die Preisführerschaft der Pelletsindustrie beim Sägerestholz ist weiterhin durch den hohen Absatz möglich. Für Februar konnten die Verkaufspreise an den Handel nochmals um 10 bis 15 €/t auf bis zu 330 €/t angehoben werden. Das gilt auch für Regionen wie Süddeutschland. Dort hatten bis zum Jahreswechsel günstigere Lieferungen aus Österreich den Preisanstieg gedämpft. Die Pelletsproduktion wird voraussichtlich bis mindestens Ende März auf hohem Niveau laufen. Der kalte Winter sorgt bei den Endkunden für einen hohen Verbrauch. Es wird daher mit deutlich früheren Nachbestellungen gerechnet. Damit bleiben Pelletsproduzenten bis Ende des 1. Quartals der entscheidende Faktor für die Entwicklung der Sägerestholzmärkte. Von einem weiteren Preisanstieg wird jedoch nicht ausgegangen. Vor allem bei den Spänepreisen gilt der Zenit als erreicht.