Deutschland

Absatzrückgang bei Forstspezialmaschinen

Ein Artikel von Philipp Matzku (für holzkurier.com bearbeitet) | 03.06.2025 - 12:33
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Nachdem der Neuverkauf von Forstspezialmaschinen von 2021 bis 2023 leicht anstieg, ist dieser im vergangenen Jahr wieder etwas gesunken © KWF, DUFV, Holzkurier

Die Borkenkäfer- und Windwurfschäden führten 2019/20 zu einem deutlichen Anstieg bei den Neubeschaffungen von Forstmaschinen. Dank der erweiterten Maschinenkapazitäten konnte flexibel auf die Lage reagiert werden. Wie in ähnlichen Phasen zuvor sanken die Verkaufszahlen in den Folgejahren spürbar – ein Trend, der seit 2021 erneut zu beobachten ist.

Mehr Harvester als Forwarder verkauft

2023 wurden 338 Neuverkäufe von Forstspezialmaschinen gemeldet, davon entfielen 299 Exemplare auf hochmechanisierte Forstmaschinen (CTL-Maschinen, Englisch für „Cut-to-Length“). 2024 ging der Verkauf von Harvestern und Forwardern auf 210 Maschinen zurück – das entspricht einem Rückgang von 16% gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 250 Maschinen, wie das KWF betont.

2024 wurden in Deutschland 109 Harvester und 101 Forwarder ausgeliefert. Im Jahr zuvor waren es noch 131 Harvester und 168 Stück. Während die Zahl der Harvester exakt dem langjährigen Durchschnitt entspricht, liegen die Rückezüge mit 29% unter dem Mittelwert von 142 Maschinen. Damit wurden erst zum zweiten Mal seit 2008 mehr Harvester als Forwarder verkauft. Ein vergleichbares Verhältnis wurde zuletzt 2017 erreicht, als dem KWF 120 Harvester und 116 Forwarder gemeldet wurden.

Trend zu 8-Rad-Maschinen und kürzeren Kranlängen

Die 2024 ausgelieferten Harvester waren zu 80% 8-Rad-Maschinen und zu 95% mit Kommunikations- und Positionssystemen ausgestattet. 5% der Neumaschinen verfügten über Traktions- beziehungsweise Synchronwinden. Die meisten Harvester gingen nach Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Die Mehrheit der Forwarder wurde ebenfalls als 8-Rad-Maschinen mit Reifenbreiten von mindestens 700 mm ausgeliefert. 10% sind mit Traktionswinden ausgestattet. Die Hälfte der Maschinen bietet eine Nutzlast von 14 t oder mehr, ein Viertel liegt darunter, und für ein weiteres Viertel fehlen laut KWF entsprechende Angaben. Bei 80% der Maschinen beträgt die Kranreichweite 9 bis 10 m, nur 5% erreichen mehr als 10 m; bei 15% sind keine Daten verfügbar. Zum Vergleich: 2022/23 verfügten noch über zwei Drittel der verkauften Maschinen über eine Reichweite von mehr als 10 m.

Die Zahl der Forstspezialschlepper stieg laut Forstmaschinenstatistik von 24 im Jahr 2023 auf 31 im Jahr 2024 – ein Plus von 29%. Der langjährige Mittelwert liegt hier bei 79 Maschinen. 24 Forstschlepper fanden neue Eigentümer, gegenüber nur sechs im Vorjahr (Mittelwert: 25). Die Zahl der neu verkauften Kombischlepper sank von neun im Jahr 2023 auf drei im Jahr 2024 (Mittelwert: 24).

2024 wurden in Deutschland 1171 Rückeanhänger ausgeliefert, nach 1194  2023. Im Vorvorjahr verfügten knapp zwei Drittel über eine Nutzlast zwischen 5 und 10 t; 2024 stieg dieser Anteil auf fast 75%. 8% der Anhänger lagen unter 5 t, 3% über 10 t, während bei 15% keine Angaben zur Nutzlast vorlagen.

Seit 2016 werden auch Forstspezial-, Forstschlepper- und Kombimaschinen statistisch erfasst, jedoch aufgrund der geringen Rückmeldequoten bislang nicht weiter analysiert. Rückeanhänger sind seit 2023 Teil der Erhebung, 2025 sollen auch forstliche Geräteträger („kleine Forstraupen“) folgen.

Seit 2021 fließen ausschließlich tatsächlich gemeldete Verkaufszahlen in die Auswertung ein – Schätzungen zur Ergänzung fehlender Herstellerdaten entfallen. Für den CTL-Bereich haben die meisten Hersteller Daten geliefert. Bei Kombischleppern sowie Forstspezial- und Forstschleppern ist laut KWF von etwas höheren tatsächlichen Verkaufszahlen auszugehen.