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Baljer & Zembrod stattete den Rundholzplatz beim Sägewerk Karl Wöhr mit einer Rotorentrindung mit dem patentierten Variopress-System aus © Baljer & Zembrod

Baljer & Zembrod

Rundholzplätze auch für Laubholz

Ein Artikel von Martina Nöstler | 27.01.2026 - 14:42

Der mittlerweile 35 Jahre alte Rundholzplatz beim Sägewerk Karl Wöhr in Friolzheim entsprach nicht mehr dem Stand der Technik und führte aufgrund des hohen Reparaturaufwands immer wieder zu Stillständen. Zudem musste der alte Fräskopfentrinder händisch gesteuert werden, was ebenfalls nicht mehr zeitgemäß war. Die alten Anlagen waren ebenerdig errichtet, was die Reinigung unter den Maschinen erschwerte. „Aus diesem Grund haben wir uns für die Investition in einen neuen Rundholzplatz entschieden“, erläutert Yannick Grafmüller, zuständig für den Rundholzeinkauf, das Sägewerk und die Trocknung im Betrieb seines Vaters, Christian Grafmüller. Sein Bruder Patrick ist für die Weiterverarbeitung verantwortlich.

Das Sägewerk Wöhr schneidet rund 25.000 fm/J – überwiegend Buche sowie im geringen Umfang Esche. Daraus erzeugt man 4 sowie 4,5 m lange Blockware, die an den Handel abgesetzt wird. Ein weiteres Hauptprodukt sind Zuschnitte für Hobelwerke, aus denen in weiterer Folge etwa Handläufe und Sockelleisten entstehen. Aus den schlechteren Qualitäten erzeugt man in Friolzheim Paletten. „Damit können wir den gesamten Buchenstamm bedarfsgerecht auftrennen und vermarkten“, erläutert Yannick Grafmüller.

Alles aus einer Hand

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Die Rundholzabschnitte werden mit einem hydraulisch betätigten Ableger sanft auf das Niveau der Sägelinie gebracht © Baljer & Zembrod

Zurück zum Rundholzplatz: Beim Lieferanten fiel die Wahl auf Baljer & Zembrod. „Das Unternehmen konnte uns ein Komplettpaket bieten und alles aus einer Hand liefern – von der Vermessung über den Wurzelreduzierer bis zum Entrinder. Damit gibt es keine Schnittstellen und wir haben nur einen Ansprechpartner“, begründet Grafmüller die Entscheidung. Der Umbau erfolgte im Sommer 2025 innerhalb von acht Wochen – inklusive Demontage der Altanlage.

Der neue Rundholzplatz wurde auf einer Bauhöhe von 2,5 m errichtet. Damit fallen Holzreste und Schmutz nach unten und die Anlage ist für die Reinigung sehr gut zugänglich. Dafür lieferte Baljer & Zembrod Balkenkratzer, welche Holzreste und Rinde automatisch abtransportieren. Der Querförderer an der Aufgabe hat eine Förderlänge von 8,5 m und ist auf eine maximale Rundholzlast von 30 t ausgelegt. Es folgt der hydraulische Zuteiler in Richtung des Wurzelreduzierers des Typs WRP-K mit seitlich angeordneter Fräswelle und oben liegendem Niederhalter. Hydraulisch betätigte Einlegearme für Kurzholz sorgen für das sanfte Einlegen von Kurzholz in den Reduzierer. „Die Maschine ist für Abschnitte von 2,5 bis 5,5 m und Durchmesser von 20 bis 80 cm ausgelegt“, führt Baljer & Zembrod-Geschäftsführer Peter Schaeidt aus. Der WRP-K verfügt über einen 55 kW-Motor und kann mit 34 Messer, die spiralförmig angeordnet und vierfach wendbar sind, eine Fräslänge von 1020 mm bearbeiten. Die Anlage erkennt für den Reduzierprozess den Stammdurchmesser. Je nachdem passt sich die Umdrehungszeit automatisch an.

Patentiertes Drucksystem

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Die sauber entrindeten und wurzelreduzierten Laubholzstämme gelangen direkt zum Einschnitt © Baljer & Zembrod

Anschließend gelangen die Stämme zur Entrindungsanlage des Typs ZE 905 von Baljer & Zembrod. Die Rotoröffnung beträgt 12 bis 90 cm, die minimale Holzlänge liegt bei 2,2 m. Der gesamte Rotor ist hydraulisch heb- und senkbar und verfügt über eine Selbstzentriereinrichtung in Abhängigkeit des Stammdurchmessers. Fünf gebogene Entrindungsmesser mit eingelöteter Schneidkante sind auf dem Grundkörper aufgeschraubt. Der Entrinder ist mit dem patentierten Variopress-System von Baljer & Zembrod ausgestattet. Die Druckverstellung der Messer, die für ein besseres Entrindungsergebnis sorgt, erfolgt bei laufendem Rotor. „Im Rotor selbst befindet sich ein autarkes Hydraulikaggregat zur Verstellung der Messer. Im Gegensatz zum Wettbewerb benötigen wir somit keine Druckluft“, erläutert Schaeidt und Grafmüller ergänzt: „Die Druckanpassung ist ein Vorteil für uns, weil wir etwa bei Esche einen höheren Druck benötigen als bei Buche. Wir können durch die Anlage auch Model fahren. In diesem Fall öffnen sich die Messer im Entrinder.“

Nach dem ZE 905 werden die Stämme mit einem hydraulisch betätigten Ableger zur Höhenüberbrückung von fast 2 m auf einen Querförderer geführt. Danach gelangen die Hölzer direkt zum Einschnitt. „Unser Ziel war, dass auf die Anlagenkomponenten keine Schläge einwirken und das Holz schonend transportiert wird. Baljer & Zembrod konnte diese Anforderung sehr gut erfüllen“, bestätigt Grafmüller. Das Sägewerk Wöhr hat sich für eine 2D-Vermessung von Baljer & Zembrod entschieden. Anhand dieser lässt sich zur Kontrolle ein Protokoll über die tägliche Menge erstellen.

Leistungsstarker Sortierkran

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Baljer & Zembrod lieferte im vergangenen Jahr an das Sägewerk Gaudelas einen Rundholz-Sortier- und -Transportwagen für Laubholz © Baljer & Zembrod

Ebenfalls im vergangenen Jahr lieferte Baljer & Zembrod an das Sägewerk Gaudelas in Neuvy/FR zur Optimierung von schweren Laubholzstämmen einen Rundholz-Sortier- und -Transportwagen. „Die Besonderheit ist, dass wir diese Maschine erstmals mit einem RSX-Schwerlastkran ausgestattet haben. Dieser hebt 8,7 t auf 15 m. Dieser von uns entwickelte Sortierwagen, der normalerweise in der Recyclingindustrie zum Einsatz kommt, ist damit der leistungsstärkste Kran in der Holzindustrie in Europa“, verdeutlicht Schaeidt. Bisher wurden bei Gaudelas die Stämme mit einem Flaschenzug hochgezogen und dann mit einer Kettensäge gefällt. Mit dem neuen Sortierwagen von Baljer & Zembrod lässt sich nun das Rundholz bequem aus der Kabine auf Länge zusägen, sortieren und dem Sägewerk zuführen. Das ist eine erhebliche Arbeitserleichterung für den Sortierwagenfahrer, wie der Sägewerksdirektor Pascal Gaudelas bestätigt: „Für uns ist das eine Revolution. Wir wollten in der Lage sein, sehr schwere Lasten sicher zu heben.”

Der Rundholz-Sortier- und -Transportwagen RSTW von Baljer & Zembrod im Sägewerk Gaudelas ist mit einem 90 kW-Elektromotor mit angebauter Kran- und Fahrwerkspumpe ausgestattet. Die Fahrgeschwindigkeit ist von 0 bis 140 m/min stufenlos regelbar. Der Vierradantrieb erfolgt über eine Zwei-Kreis-Doppelpumpe auf alle vier Räder des Sortierwagens. Beim Kranantrieb sorgt das Load-Sensing-Hydrauliksystem für lastdruckunabhängige, proportionale Steuer- und Kranfunktionen.

Entrindungslinie für Eiche

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Bereits vor einigen Jahren lieferte Baljer & Zembrod an das Sägewerk Robert in Frankreich eine Entrindungslinie für Eiche © Baljer & Zembrod

Ebenfalls in Frankreich wickelte Baljer & Zembrod bereits vor einigen Jahren eine Entrindungslinie für Eichenrundholz beim Sägewerk Robert in Ardentes ab. „Wir wollten für das Unternehmen einen Mehrwert schaffen und hochwertige Eichenprodukte, wie Schnittholz, Dachstühle oder auch Schwellen, herstellen“, erklären Bertrand Robert, Geschäftsführer des Sägewerks Robert, und Produktionsleiter Christian Pétier.

Um das Beste aus dem hochwertigen Eichenrundholz herauszuholen, lieferte Baljer & Zembrod den Sortierwagen OBX V-Kran, den Wurzelreduzierer des Typs WRP-QS-KH und die Rotorentrindung ZE 1105-KH. Die Maschinen sind speziell für Kurzholz bis minimal 1,8 m ausgestattet. Baljer & Zembrod achtete bei der Konstruktion beziehungsweise der Produktion auf eine besonders schwere Ausführung aller Mechanisierungen. Erstmals wurde bei diesem Projekt ein Kegelrollenlängsförderer mit einem ausfahrbaren Querförderer kombiniert, um die entrindeten Stämme in verschiedene Richtung bewegen zu können. Stämme lassen sich also online ins Sägewerk fahren oder seitlich in einem Zwischenpuffer ablegen.

Speziell für Buche

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Beim Rundholzplatz-Projekt Pomeranian Timber achtete Baljer & Zembrod besonders auf den sanften Transport – im Bild die Sortierablage © Baljer & Zembrod

Schaeidt verweist zudem auf ein Buchenprojekt, das Baljer & Zembrod 2022 geliefert hat: Beim polnischen Unternehmen Pomeranian Timber lieferte man einen Rundholzplatz mit zehn Sortierboxen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Vermeidung von Höhenunterschieden zwischen der Sortierlinie und den Boxen beziehungsweise den Sortierablagen (s. Beitrag Speziell für Buche). So können sich keine Risse im wertvollen Holz aufgrund von stärkeren Stößen gegen den Boxenboden oder zwischen den Stämmen bilden.

Der Rundholzplatz wird von einem Mitarbeiter bedient. Er besteht aus einer Aufgabestation für bis zu 60 t Rundholz mit einer maximalen Stammlänge von 14 m. Täglich verarbeitet die Anlage rund 200 fm.