1171292289.jpg

Eigentümer und Geschäftsführer Franz Merkle prüft die Ware © Alfred Riezinger

Sortenreine Lösungen

Ein Artikel von Alfred Riezinger | 13.02.2007 - 00:00
"Ein sauber definiertes Endprodukt ist das, was unsere Kunden von uns erhalten”, stellt Franz Merkle, Eigentümer und Geschäftsführer von Merkle Holz, Nersingen-Oberfahlheim/DE, klar. „Darum werden unsere Produkte vor der Keilzinkung in Sicht- und Nichtsichtware vorsortiert.”
Das auf Weiterverarbeitung zu KVH, Duo- und Trio-Balken spezialisierte Unternehmen bezieht sein Schnittholz in Normalqualität aus dem Umkreis von 60 km. Sichtware wird aus Skandinavien angeliefert. „Durch die warme Witterung auch im hohen Norden wird die Holzernte in den sumpfigen Wäldern erschwert bis unmöglich. Da noch dazu die weltweite Rundholz-Nachfrage gut läuft, bekommen wir zum Teil Versorgungs-Probleme”, so der Säger, der seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat.
50% des Schnittholzes wird frisch angeliefert und in Trockenkammern von Mühlböck, Eberschwang, zur Weiterverarbeitung getrocknet.


1171292289.jpg

Eigentümer und Geschäftsführer Franz Merkle prüft die Ware © Alfred Riezinger

Fünf Etagen Qualität. Die Kurzholz-Hobelanlage von Weinig, Tauberbischofsheim/DE, bearbeitet die Ware vor. Anschließend wird im Sortierwerk von H.I.T., Ettringen/DE, in fünf Etagen in Sicht- und Nichtsicht-Qualitäten unterteilt. „So kann die Ware sortenrein in einer unserer beiden Keilzink-Anlagen weiterverarbeitet werden. Die Entscheidung sei auf H.I.T. gefallen, weil schon seit vielen Jahren eine gute Verbindung zu diesem Unternehmen besteht. „Die Zuverlässigkeit hat uns überzeugt. Die Anlage wurde genau nach unseren Wünschen gebaut”, so
Merkle.
Verkauft wird zum Großteil über den Handel sowie an Fertighaus-Produzenten. Der Absatzmarkt liegt zu drei Vierteln in Deutschland. Exportiert wird vor allem nach Italien, die Schweiz und Frankreich. „Wir können auch bei größeren Chargen mithalten. Ich sehe hier unseren entscheidenden Vorteil gegenüber kleineren KVH-Produzenten”, argumentiert Merkle.
„Mit der Abbundanlage K2 von Hundegger, Hawangen/DE, sind wir in der Lage, individuell auf Kundenwünsche zu reagieren”, versichert er.
Kontinuierlich investiert. 2005 ging die neue Hobellinie von Kälin, Reinach/CH, in Betrieb. Die Mechanisierung wurde von H.I.T. installiert. 2007 wird wieder kräftig investiert. Die neue Keilzinkenanlage von SMB, Vöhringen/DE, wird in wenigen Monaten in Betrieb gehen. „Die Anlage wird acht Verbindungen pro Minute schaffen”, freut sich Merkle.
Engpass entgegenwirken. Im Moment werden 20 bis 30% auf Lager produziert. „Somit können wir die höhere Nachfrage im Sommer abfedern”, erklärt der Betriebsleiter. Im 3 km entfernten Lager können 20.000 m³ Fertigware deponiert werden. Ein größeres Lager in unmittelbarer Nähe sei geplant, scheitere jedoch am verfügbaren Baugrund.
Auf hohem Niveau eingependelt. „Die Überhitzung im KVH-Bereich ist zu Ende. Das hohe Preisniveau und die gute Auftragslage werden jedoch bleiben”, prognostiziert Merkle.    

Merkle-Facts

Gegründet: 1912
Geschäftsführer: Franz Merkle
Mitarbeiter: 50
Holzarten: Fichte, Lärche Douglasie
Hobelung: 100.000 m3/JProdukte: KVH, Duo-, Triolam, BSH, Blockbohlen
Leim: PU
Märkte: Deutschland (75%), Italien, Schweiz, Frankreich