„Das Hobelwerk ist pünktlich im 2. Quartal 2021 angelaufen. Ich gehe daher davon aus, dass wir 2022 die Wunschleistung von 40 bis 50.000 m3/J erreicht haben werden“, freut sich Miteigentümer Henning Ruser, dass sein Verkaufsteam nun mehr Ware zur Verfügung haben wird. Seine Kurzzusammenfassung: „30% mehr Menge mit weniger Personal als bisher.“ Inklusive der Staplerfahrer reichen Ruser fünf Mitarbeiter im Hobelwerk.
Gemeinsam mit Hauptausrüster H.I.T. hat Ruser Holz folgende Anlage konzipiert:
- Hobelware (20 bis 120 mm; Eingangslängen 2,5 bis 6,1 m)
- Nut- und Federbretter
- Auftrennen von Hobelware zu Latten (Hobelbreite 60 bis 320 mm)
- Letzteres kann auf einer automatischen Lattenbundanlage gebündelt werden.
- Mehrfachkappen bis zu drei Längen gleichzeitig
Den Platz fand die kompakt gebaute Anlage in einer bisherigen Lagerhalle. Das Erste, was man sieht, ist die moderne Rippert-Absaugung, die an die Hobelhalle angebaut ist.
Strenge Eingangskontrolle
Pro Minute werden bis zu 30 Werkstücke in die Anlage geschleust. An der Aufgabe fällt der Blick auf die zahlreichen Prüf- und Messsensoren. Die Rohware wird per Vakuum entstapelt. Vier bis fünf Lagen sind pro Minute möglich. Die verwendeten Stapellatten werden automatisch gesammelt. Die Brettlage wird ermittelt, um die Ware auf die linke Seite zu drehen. Zu krumme oder verdrehte Ware erkennt die Bidac-Konturvermessung – und kann diese damit aussortieren. Ebenso ist es mit zu feuchter Ware, welche die Brookhuis-Feuchtemessung erfasst.
Mit bis zu 150 m/min wird das Holz in die Supermaster von Rex, Pinneberg/DE, eingetaktet. „Wir fertigen im gesamten Betrieb ausschließlich auftragsbezogen. Durch das Sammeln der Aufträge ist es möglich, mit zwei, drei Umstellungen pro Schicht auszukommen“, erklärt Ruser die Arbeitsweise. Dafür werden die Aggregate eingestellt – wie etwa zum Auftrennen.
Früherer Produktionsalbtraum: 24 mm-Konterlatte
Ruser hat nun alles in einem Produktionsfluss. Ungern erinnert sich Ruser an die Zeit, als man Bündelung, Kappung, Verpackung noch an unterschiedlichen Orten hatte. „Am schlimmsten war es bei den 1,35 m, 24 mm-Konterlatten, die aufwendig übers Gelände manipuliert wurden. Jetzt läuft es in einem Produktionsfluss durch“, freut er sich über eine deutliche Effizienzsteigerung. Bis zu zehn Lattenbunde verlassen nun pro Minute die Anlage.
Wenn die Rex-Supermaster Bohlen zu Latten aufgetrennt, lässt sich hinter der Maschine ein zweites Deck ansteuern – faktisch zur manuell unterstützten Aussortierung von Latten zweiter Qualität. Dafür hat H.I.T. eine Umlegevorrichtung zum manuell unterstützten Umlegen von stehend erzeugten Latten installiert. Abschließend lassen sich mit vier Bindegeräten automatisch Lattenbunde erzeugen.
Von dick bis dünn – alles läuft darüber
„Wir lassen von Konstruktionsholz bis zu Export- und DIY-Sortimenten alles über die neue Anlage laufen“, erklärt Ruser. Daher sind sowohl die installierte Supermaster als auch die folgende Mechanisierung sehr flexibel. Die Maschine ist auf vierseitiges Hobeln mit und ohne Fase, seitliches Profilieren und das Auftrennen mit mehreren Sägeblättern bei hohen Geschwindigkeiten ausgelegt. Mit einem variablen Vorschub von 15 bis 150 m/min lassen sich Werkstücke zwischen 60 und 400 mm Breite oder 15 bis 120 mm Höhe bearbeiten. Selbst bei kleinen Hölzern sorgen Lineale dafür, dass die gesamte Hobelmesselänger ausgenutzt wird.
Alle Seiten der Hobelware können über eine wahlweise zu nutzende Wendeeinrichtung nach dem Hobeln beurteilt werden. Jedes Einzelstück kann vor der Bündelung markiert oder gestempelt werden. Außerdem kann eine Kappsäge im Querdurchlauf durchfahren werden, wo sich drei Längen ausformen lassen.
Automatische Konfektionierungsstation
Es folgt die Stapelanlage für die erste Qualität. Die Paketstabilisierungsleisten werden dabei automatisch aufgebracht. Ober- und/oder Stirnseitenfolie lassen sich dann noch auflegen, ehe die Pakete automatisch umreift und Kanthölzer unterschoben werden. Bei Ruser ist ein Fünffach-Kantholzmagazin samt Nutenfräser installiert.
H.I.T. hat die alte Stapelanlage in die Linie integriert. Auf ihr lässt sich die Ware in zwei Qualitäten abstapeln. Außerdem kann man über eine Fremdaufgabe weitere Ware in die Anlage einschleusen.
Die Anlage wurde im Januar installiert, im April erfolgte der endgültige Start.
Jetzt wird auf Herz und Nieren getestet – auch mal achtstielig
Als der Holzkurier die Anlage in Bornhöved besichtigte, konnte Betriebsleiter Martin Luft eine Premiere feiern: „Heute haben wir erstmals achtstielig aufgetrennt.“ An seinem Team liegt es nun, die Möglichkeiten der Anlage auszutesten, um das Maximum herauszuholen. Mit „heute produzieren und morgen liefern“ definiert Ruser seine Wunscharbeitsweise.
Holz Ruser
Standort: Bornhöved
Gründung: 1972
Einschnitt: 220.000 fm/J (einschichtig; viel Langholz)
KVH-Produktion: 61.000 m3/J
Hobelwaren-Produktion (ab 2022): 40 bis 50.000 m3 einschichtig