Richard Stralz, der CEO von Mayr-Melnhof Holz © Richard Stralz, der CEO von Mayr-Melnhof Holz, wird am 24. April 60 Jahre
Bei diesem Arbeitgeber hat er viel bewegt: Das Unternehmen schrieb von 2007 bis 2013 126 Mio. € Verluste, im folgenden gleich langen Zeitraum unter seiner Ägide hingegen 370 Mio. € Gewinn.
Der Jubilar schaffte es also, aus dem „Sanierungsfall Mayr-Melnhof“ (Holzkurier-Überschrift zur Bilanz 2012) mit einem EBT von –55,4 Mio. € ein hochprofitables Unternehmen zu machen. In der jüngsten Bilanz 2021 lag das EBT bei +131 Mio. €. Und das, obwohl Stralz in der 2021er-Bilanz schon das Risiko des russischen Standortes Efimovskij einpreisen musste. Ende 2022 war man endgültig gezwungen, in Russland den Rückzug anzutreten und das seit 2007 sukzessive besser laufende Sägewerk „zu verkaufen“.
Die Verkäufe des BSH-Standortes in Richen und des Sägewerkes in Frankenmarkt wurden ebenfalls von Stralz abgewickelt.
Stand der Name Stralz in den ersten Jahren während der Sanierung für Kostenreduktion, so kam im Laufe der Zeit die Expansion hinzu. Schon für die Bilanz 2022 wurde ein Jahresumsatz von über 1 Mrd. € vorhergesagt.
Prägend waren die Expansionsschritte: Mit der Übernahme der beiden deutschen Hüttemann-Standorte Olsberg und Wismar sorgte Stralz im März 2018 für einen ersten echten Paukenschlag. Nicht minder groß war der Schritt, den Stralz im Dezember 2021 setzte: Mayr-Melnhof Holz erwarb die schwedische Sägewerksgruppe Bergkvist Siljan.
Unter Stralzs Ägide wuchs das steirische Unternehmen „mit der Krone“ gewaltig. Im Ranking der größten europäischen Brettschichtholz-Herstellern ist man laut Holzkurier-Erhebung mittlerweile die Nummer 2. Beim Nadelschnittholz sieht der Holzkurier das Unternehmen auf Platz 5 in Europa.
Derzeit fährt Stralz das größte Investitionsprojekt, das bisher in Leoben umgesetzt wurde: Über 200 Mio. € steckt man in die
Modernisierung des Sägewerkes, primär 175 Mio. € in eine völlig neuartige Brettsperrholz-Fertigung. Jahresoutput im Vollbetrieb in Leoben: 140.000 m3. Mit dann deutlich über 200.000 m3/J-BSP-Produktionskapazität (inklusive Gaishorn) zählt man zu den Top 4 in Europa.
Obwohl er zwischen Leoben und seinem Wohnsitz in Wien pendelt, findet der Jubilar Zeit für zahlreiche Funktionen in den Branchenverbänden. Seit 2015 ist er im Fachverband der Holzindustrie Österreich Ausschussmitglied sowie Obmann von proHolz Steiermark. Stellvertretender Obmann der Holzindustrie in der Steiermark ist er seit 2016. 2018 begann seine Obmannschaft bei proHolz Austria. Erwähnt sei dazu die Entwicklung der Student Timber Trophy, eines Wettbewerbs für Architekturstudierende. Herausragend sind sicherlich die beiden neuen Holzbau-Lehrstühle an der Universität für Bodenkultur sowie der Technischen Universität Wien, nachdem Stralz schon 2017 Tom Kaden an die Stiftungsprofessur nach Graz geholt hat. Unter seiner Obmannschaft wurden bei proHolz sieben Holzbau-Fachberater angestellt, die flächendeckend in ganz Österreich eine kostenfreie und firmenneutrale Unterstützung für Bauherren und Planer schaffen.
Der Holzkurier bedankt sich bei dem Jubilar für die wertschätzende Zusammenarbeit – und sei es per WhatsApp zwischen den Weihnachtsfeiertagen.