ZIEGLER-GRUPPE/KRONOSPAN

Letzte Genehmigung für Verkauf von Ziegler-Sägewerk

Ein Artikel von Holzkurier Redaktion (für holzkurier.com bearbeitet) | 12.11.2025 - 08:30

12. November

Am 10. November hat in Rumänien die Commission for the Examination of Foreign Direct Investments (CEISD) zugestimmt. Diese Kommission ist für die außenwirtschaftsrechtlichen Prüfungen zuständig. Die wettbewerbsrechtlichen Genehmigungen durch die zuständigen Behörden in Rumänien (Consiliul Concurenţei), Österreich (Bundeswettbewerbsbehörde), Deutschland (Bundeskartellamt) und Bulgarien (Commission on Protection of Competition) sind bereits vor längerer Zeit erfolgt.

1. Oktober

Der Verkauf des zur insolventen Ziegler Gruppe, Plößberg/DE, gehörenden Sägewerks ZG Timber Sebeș, Sebeș/RO, an die Kronospan Holdings South Limited ist wider Erwarten noch nicht abgeschlossen. Die rumänische Wettbewerbsbehörde (Consiliul Concurenţei) hatte zwar am 6. Juni und die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde bereits am 8. April durch Fristablauf zugestimmt. In Rumänien fehlt jedoch weiterhin die Genehmigung der Commission for the Examination of Foreign Direct Investments (CEISD).

Das Sägewerk wird nach wie vor von der bisherigen Geschäftsführung geleitet. Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun hat als Insolvenzverwalter der übergeordneten Ziegler Gruppe bei ZG Timber Sebeș die Rolle des Gesellschafters. ZG Timber Sebeș gehört wie die schwedischen Sägewerke nicht zu den 27 Ziegler-Unternehmen, die im Zuge der Insolvenz der Gruppe ebenfalls einen Antrag auf Eröffnung stellen mussten.

7. Juni

Der rumänische Wettbewerbsrat (Consiliul Concurenţei) hat am 6. Juni die Übernahme der ZG Timber Sebeș, Sebes, durch die Kronospan Holdings South Limited, eine Tochtergesellschaft der Kronospan-Gruppe, genehmigt.

Nach eingehender Prüfung der Übernahme gelangte der Wettbewerbsrat zu dem Schluss, „dass das Vorhaben weder den wirksamen Wettbewerb auf dem rumänischen Markt noch auf einem wesentlichen Teil davon erheblich beeinträchtigt und keine ernsthaften Bedenken hinsichtlich seiner Vereinbarkeit mit einem fairen Wettbewerbsumfeld bestehen.“

Die Kronospan-Gruppe ist seit 1998 auf dem rumänischen Markt vertreten, zunächst durch ein Importunternehmen. 2004 übernahm sie das vier Jahre zuvor in Betrieb genommene Werk für Spanplatten und MDF in Sebeș vom italienischen Konzern Gruppo Frati, Pomponesco – die Transaktion hatte ein Volumen von 250 Mio. €, berichtet cursdeguvernare.ro. 2009 erfolgte der Produktionsstart des OSB-Werkes in Brasov. 

4. März

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Firmenareal in Sebeș, Kronospan hat das ehemalige Ziegler-Werk gekauft © Kronospan

Der Übernahmevertrag wurde am 1. März unterzeichnet. Die Transaktion soll vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Die Ziegler-Gruppe hatte ZG Timber Sebeș S.R.L. erst im Sommer 2023 von HS Timber erworben. Laut den Verkaufsunterlagen war die Übernahme der Ziegler Group 215 Mio. € wert.

Kronospan hat angekündigt, den Standort zu erhalten und alle 500 Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Das Sägewerk in Sebeș produziert 740.000 m³/J (Jahreskapazität) sowie Holzpellets mit einer Kapazität von 230.000 t pro Jahr. Betriebsareal: 54 ha.

Kronospan ist seit 1998 in Rumänien aktiv und hat dort über 600 Mio. € investiert. Das Unternehmen betreibt zwei Produktionsstätten in Brașov (OSB) und Sebeș (Spanplatten und MDF), ein Logistikzentrum im Hafen von Constanța sowie mehrere Holzsammel- und Recyclingzentren. „Kronospan wird nun auch Schnittholzprodukte in sein globales Portfolio aufnehmen“, erklärte das Unternehmen.

Darüber hinaus plant Kronospan, in die Modernisierung des Sägewerks in Sebeș zu investieren, um die Produktionskapazitäten weiter auszubauen. 

Gestartet wurde das Sägewerk 2003 von HS Timber. Das österreichische Unternehmen erweiterte den Standort sukzessive:  Hobelwerk, Trocknungsanlagen, Leimholzproduktion, Pelletswerk sowie zwei KWK-Anlagen.

„Mit dem Verkauf der ZG Timber Sebeș S.R.L. ist es gelungen, alle operativen internationalen Beteiligungen der Ziegler-Gruppe an namhafte Investoren aus der Branche zu veräußern“, betonte der Insolvenzverwalter der Ziegler-Gruppe, Volker Böhm von Schultze & Braun, Achern/DE, nach der Vertragsunterzeichnung.

ZG Timber Sebeș S.R.L. gehörte – ebenso wie die schwedischen Sägewerke – nicht zu den 27 Unternehmen der Ziegler-Gruppe, die im Zuge der Insolvenz Insolvenzanträge stellen mussten.