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Seitwärtsbewegung im 2. Quartal, Preissteigerungen im 3. Quartal

Ein Artikel von Russ Taylor | 21.05.2025 - 12:51

Seit Anfang März sind die Preise für W-SPF 24 Random Lengths (FOB Sägewerk in Britisch-Kolumbien) um fast 25 % gesunken, von 570 US-$/Mbf (368 US-$/m3) auf 437 US-$/Mbf (282 US-$/m3) Mitte Mai. Ähnlich verhält es sich mit E-SPF 2-by-4 (frei Große Seen-Region), dessen Preis um 14 % gefallen ist, von 640 US-$/Mbf (413 US-$/m3) auf 550 US-$/Mbf (355 US-$/m3 – zuzüglich etwa 10 US-$/Mbf für Random Length und 75 US-$/Mbf für 16-Fuß-Längen, geliefert an die US-Ostküste). Die Werkspreise für W-SPF 2-by-4 liegen aktuell um 17 US-$/Mbf unter denen für Southern Yellow Pine (SYP) 2-by-4, verglichen mit einem Höchstaufschlag von 180 US-$ (173 €) Anfang März. Der 15-Jahre-Durchschnittswerkspreis für SPF liegt etwa um 40 US-$ (35 €) unter dem derzeitigen Preisniveau. Zudem könnten die SPF-Preise in der Kalenderwoche 20 ihren Tiefpunkt und die SYP-Preise ihren Höchststand erreicht haben – zumindest vorerst.

Die angedrohten Zölle von 25 % waren der Auslöser für den Anstieg der SPF-Preise in den ersten beiden Monaten des Jahres, da die aktuellen Preise genau auf dem Niveau der W-SPF-Preise Anfang 2025 liegen. Anders ausgedrückt: Die steigenden Preise für SPF-Schnittholz waren eine Reaktion auf mögliche Trump-Zölle auf kanadisches Schnittholz und nicht von der Marktnachfrage getrieben. Dadurch erreichen SPF-Sägewerke im Inneren von British Columbia bei den Holzpreisen fast wieder die Gewinnschwelle (auf EBITDA-Basis). Mit der Aussetzung der Zölle sind die Fundamentaldaten des US-Marktes nun offengelegt: Der Markt ist und bleibt schwach – und das Angebot ist erneut zu groß!

Die Auswirkungen von Präsident Trumps Handelskrieg mit der Welt haben das Verbrauchervertrauen in den USA untergraben, die Zinsen bleiben hoch und es wird erwartet, dass die Zahl der Hausbaubeginne kurzfristig sinkt. Die Konsumtreiber sind seit dem 2. Quartal aufgrund der Trump-Zölle negativ, was sich nun in schwachen Schnittholzpreisen widerspiegelt.

Niemand weiß, ob und wann Zölle auf Forst- und Holzprodukte sowie deren Derivate erhoben werden und wie hoch sie in den einzelnen Ländern ausfallen könnten. Sollten Zölle erhoben werden, wäre dies ein Wendepunkt, da höhere Importkosten zu steigenden US-Schnittholzpreisen führen würden. Für kanadisches Holz gelten etwa ab August erhöhte Einfuhrzölle (von derzeit 14,4 % auf knapp 34,5 %). Das allein wird die kanadischen Schnittholzpreise ansteigen lassen – möglicherweise um weitere 15 bis 25 %. Jegliche Zölle gegen Kanada und/oder andere Länder werden Schnittholz nur noch weiter – und deutlich – verteuern.

Die Behauptung, die USA bräuchten kein Schnittholz aus Kanada – oder anderen Ländern –, ist völliger Unsinn. Die Importe machen 14 Mrd. bf (22,5 Mio. m3) bzw. 30 % des US-Verbrauchs aus. Zölle auf Importe treiben die Schnittholzpreise zwangsläufig in die Höhe. Die US-Schnittholzkapazität könnte kurzfristig leicht gesteigert werden – vielleicht um 2 bis 3 % bzw. um 3 bis 5 Mrd. bf (5 bis 8 Mio. m3). Weitere Kapazitätssteigerungen sind möglich, aber das Hochfahren neuer Projekte oder Sägewerke braucht viele Jahre. Zudem erhebliches Kapital sowie qualifizierte und ungelernte Arbeitskräfte in der Forstwirtschaft und im Sägewerksbereich, die nicht verfügbar sind. Somit werden die US-Schnittholzpreise allein schon durch die höheren Zölle auf kanadische Ware, die in der zweiten Jahreshälfte in Kraft treten, deutlich steigen. Übrigens übersteigt die Produktion von Schnittholz aus SYP das gesamte kanadische Produktionsvolumen, sodass die SYP-Produktion – und -Preise – einen erheblichen Einfluss auf die nordamerikanischen Schnittholzpreise haben könnten.

Europäische Sägewerke könnten ebenfalls mit Zöllen belegt werden. Angesichts der hohen Rundholzpreise in den meisten wichtigen europäischen Sägewerksregionen sind höhere Schnittholzpreise erforderlich, um auf dem US-Markt verkaufen zu können. Infolgedessen wird die unsinnige US-Handelspolitik nur zu steigenden Schnittholzpreisen für US-Verbraucher führen. Inwiefern Zölle (oder kanadische Abgaben) an die Verbraucher weitergegeben werden, ist die einzige Unbekannte, aber es wird vermutlich der Großteil der zusätzlichen Kosten sein.