Buchenschnittholz

Impulse fehlen auf nahezu allen Absatzmärkten

Ein Artikel von Michael Fehrle | 26.11.2025 - 15:36

Exemplarisch für die Stimmung in Asien sind die Berichte von der vom 19. bis 22. November in Ho Chi Minh City durchgeführten Vietnam International Woodworking Industry Fair (Vietnam Wood). Kaum einer der dort vertretenen deutschen, französischen oder österreichischen Anbieter von Buchenschnittholz ist mit Besucherfrequenz, Geschäftskontakten oder Abschlüssen zufrieden. In den vergangenen Jahren galt die Vietnam Wood für viele Anbieter als wichtiger Marktplatz für Aktivitäten in Vietnam und China.

Anhaltender Preisdruck in China

Die Buchenschnittholzlager in China liegen weiterhin auf hohem Niveau. Der Weiterverkauf der Bestände im Inland erfolgt häufig mit deutlichen Preisnachlässen. Daher versuchen chinesische Händler, nicht nur wegen des Wechselkurses, die Beschaffungskosten zu senken und konfrontieren Exporteure mit Abschlägen von bis zu 60 €/m3. Seit Sommer versuchen Exporteure, die Verkaufspreise nach China für 50 mm AB-Ware unbesäumt KD leicht gedämpft über 400 €/m3 ab Sägewerk zu halten. Bereits im Spätsommer waren mehrfach niedrigere Werte genannt worden. Bei 26 und 32 mm starkem AB-Schnittholz wird versucht, innerhalb des Korridors von 370 bis 400 €/m3 zu bleiben, was zuletzt nicht immer gelang. Im China-Export ist nahezu ausschließlich weißes Buchenschnittholz absetzbar. Rotkern und B/C-Qualitäten gelten als unverkäuflich. In seltenen Fällen einer Ausfuhr liegen die ab Werk-Preise nahe 200 €/m3. Damit werden selbst Gestellware-Preise unterschritten. Europäische Kunden zahlen für dieses Sortiment 220 bis 240 €/m3 KD ab Sägewerk.

Auswirkungen der US-Zölle

Die von besäumtem Buchenschnittholz dominierten US-amerikanischen und mexikanischen Absatzmärkte stehen weiterhin unter dem Einfluss der Zollpolitik von Donald Trump. Verarbeiter der mexikanischen Möbelindustrie sind von den seit 14. Oktober geltenden 25 %-Zöllen auf Polster- und Küchenmöbel betroffen, die am 1. Januar auf 30 % beziehungsweise 50 % steigen. Zu möglichen Zöllen auf aus Europa in die USA geliefertes Buchenschnittholz gibt es weiterhin nur unterschiedliche Aussagen europäischer Verbände. Offizielle US-Informationen liegen nicht vor.

Vorteil Preisstabilität

Ähnlich wie auf unbesäumtes Schnittholz spezialisierte Betriebe haben auch Buchengroßsägewerke bei geringeren Qualitäten mit Rotkern Schwierigkeiten. In Sortimenten wie Cabinet Color/Cabinet Red, Custom Shop oder Redheart steigen die Lagerbestände wieder. Trotz erweiterter Weiterverarbeitung zu Zuschnitten müssen externe Lager genutzt werden. Um Bestände zu begrenzen, gewähren einige Betriebe Preisnachlässe. Bei Cabinet und Superior bleiben die Preise stabil. Nachlässe wie im Sommer werden in diesem Segment nicht mehr gewährt. Einige Sägewerke nutzen die über lange Zeiträume konstanten Buchenschnittholzpreise als Argument gegenüber US-amerikanischen Laubschnittholzern, bei denen Hard Maple, Soft Maple oder Yellow Poplar/Tulipwood stärkere Preisschwankungen aufweisen.

Kantholznachfrage schwächelt

Bei Buchen-Kantholz für die Paletten- und Verpackungsproduktion hat die Nachfrage nachgelassen. Vor allem die Lieferungen an Stahlhersteller und -händler haben nochmals nachgelassen. Einige Sägewerke suchen Aufträge. Für kerngetrennte, gekappte Kanthölzer werden 300 bis 320 €/m3 ab Sägewerk bezahlt. Bei Verkäufen in die Beneluxstaaten können noch etwas höhere Preise erlöst werden. Für fallende Längen mit Markröhre liegen die Preise bei 240 bis 280 €/m3 ab Sägewerk. Die Preise für Brettware werden mit 320 bis 340 €/m3 angegeben. Während die Nachfrage bei Palettenherstellern wie beim Kantholz gering ist, profitieren einige Sägewerke von einem in diesem Jahr höheren Bedarf an Kartoffelkisten.

Seit Mitte November laufen die Gespräche über Kantholzlieferungen im kommenden Jahr. Diese gestalten sich schwierig, da die Stahlbranche die wirtschaftliche Entwicklung kaum abschätzen kann.

Ausweg Angebotsverknappung

Angesichts der vielfach als desaströs oder katastrophal beschriebenen Marktlage erwägen Sägewerke eine Reduktion des Einschnitts. Die im Juni angekündigte Ausweitung der Produktion ist kein Thema mehr. Erste Betriebe denken über Kurzarbeit nach. In einer Angebotsverknappung sehen viele die einzige Möglichkeit zur Stabilisierung.