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Holz Ruser betreibt in Bornhöved/DE ein Sägewerk samt Weiterverarbeitung. Die Schnittholztrocknung spielt dabei eine entscheidende Rolle © Matthäus Weißenbacher, 24 Millimeter Filmproduktion

Holz Ruser

Mehr Kapazität bei geringerem Energiebedarf

Ein Artikel von Günther Jauk | 12.11.2025 - 14:00

Durch den Einsatz moderner Wärmerückgewinnungstechnik erreichten die bestehenden Anlagen ein neues Effizienzniveau – mit beeindruckenden Ergebnissen.

Das Sägewerk Holz Ruser in Bornhöved/DE stand vor der Aufgabe, die Trocknungskapazität zu erweitern, obwohl die Wärmeversorgung begrenzt war. Das traditionsreiche Unternehmen fertigt ein breites Sortiment – von Bau- und Vorratsholz bis zu Konstruktionsvollholz – und legt Wert auf hohe Flexibilität. „Wir verstehen uns als Vollsortimenter im Konstruktionsbereich“, erläutert Henning Ruser, der das Unternehmen gemeinsam mit seinen Brüdern führt. „Eine leistungsfähige und flexible Holztrocknung ist für uns entscheidend.“ Sechs Mühlböck-Trockenkammern hatten bereits 18 Jahre zuverlässig gearbeitet – mit zwei weiteren Anlagen könne man die steigende Nachfrage gut abdecken, so die Überlegung von Ruser. Allerdings hätte diese Lösung deutlich mehr Wärmeenergie benötigt und damit den bestehenden Heizkessel an seine Grenzen gebracht.

Mehr Output mit weniger Energie

Die Lösung war ein Upgrade auf die Mühlböck-Trocknungstechnologie 1003 Premium. Dazu kamen lediglich zwei neue Kammern hinzu, um die gewünschte Kapazität zu erreichen. Alle acht Einheiten wurden zu einem hocheffizienten Kammerverbund mit moderner Wärmerückgewinnung zusammengeführt.

Das Ergebnis: Der Energiebedarf sank um 43 %, während die Trocknungskapazität um 17 % zunahm. „Damit wurden die von Mühlböck und Lauber prognostizierten Werte nochmals deutlich übertroffen“, berichtet Ruser. Die deutsche Mühlböck-Vertretung Lauber betreut das Sägewerk seit vielen Jahren. „Zuverlässige Leistungskennzahlen und langfristige Partnerschaften sind für uns selbstverständlich“, betont Geschäftsführer Michael Lauber.

Dank der hohen Wärmeeinsparung amortisiert sich die Investition laut Mühlböck innerhalb weniger Jahre. Auch der Wert der älteren Kammern stieg durch das Upgrade deutlich.

Umbau ohne Produktionsstillstand

Anfang 2025 begann die Montage der neuen Kammern und das Upgrade der bestehenden Anlagen. Bereits im Juni war der komplette 1003 Premium-Trocknungsblock betriebsbereit. Ein wesentlicher Vorteil des Systems: Die Kammern bleiben während der Umrüstung weitgehend nutzbar. Nur einzelne Einheiten werden zeitweise stillgelegt, während die übrigen weiterlaufen.

„Während des Umbaus hatten wir kaum merkliche Kapazitätseinbußen. Der Übergang zur neuen, energieeffizienten Lösung verlief reibungslos – ohne lange Stillstandszeiten oder kostspielige Zwischenlösungen“, erklärt Ruser.

Effizienzsteigerung

„Mit dem neu entwickelten Upgrade-System hat Mühlböck eine einzigartige Lösung geschaffen, um bestehende Anlagen schnell, wirtschaftlich und ressourcenschonend auf ein optimales Energiesparniveau zu bringen“, betont Lauber. Beim Upgrade bleibt das Kammergehäuse bestehen. Die obere Technikeinheit wird auf das Wärmerückgewinnungssystem der 1003 Premium-Technologie umgerüstet. Dadurch steigen Energieeffizienz und Kapazität deutlich – bei moderaten Investitionskosten.

Zudem verbesserte sich laut Ruser die Holzqualität: „Wir erzielen eine gleichmäßigere Feuchteverteilung, weniger Rissbildung und geringere Krümmung – das wirkt sich auch positiv auf die Weiterverarbeitung im KVH-Werk aus.“ Je nach Anlagenkonfiguration sind mit dem Upgrade Energieeinsparungen von bis zu 50 % möglich. Das hohe Einsparungspotenzial erreichen die Trockungsspezialisten durch ihr einzigartiges Verbundsystem, in dem die erwärmte Luft nahezu vollständig in der Anlage verbleibt. „Alle Trocknungszonen sind über eine gemeinsame Wärmerückgewinnung verbunden. Dadurch gelangt die Wärmeenergie aus den Nachtrocknern in die Vortrockner und wird dort erneut verwendet. Somit wird die eingesetzte Wärme optimal genützt“, erläutert Lauber das Prinzip. Je nach Bedarf bietet Mühlböck unterschiedliche Wärmerückgewinnungs-Upgrades, mit denen bestehende Anlagen auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden können. Die Investition amortisiert sich dabei in kurzer Zeit durch die deutlich reduzierten Betriebskosten. „Dieses Upgrade hilft unseren Kunden, ihre Produktionskosten sofort zu senken – eine einzigartige Lösung in der Branche und die wohl schnellste Möglichkeit, in der Holztrocknung ein optimales Energiesparniveau zu erreichen“, betont Lauber abschließend.