Wenige Tage vor dem Holzkurier-Besuch erhielt das Sägewerk Ametsbichler seinen dritten Vakuumtrockner. Damit setzt sich eine mittlerweile 26 Jahre andauernde Geschäftsbeziehung mit Eberl Trocknungsanlagen fort. Der bisherige Trockner hätte zwar weiterhin zuverlässig gearbeitet, doch ein von Eberl Trocknungsanlagen-Geschäftsführer Georg Eberl vermittelter Hinweis auf ein Förderprogramm, das einen beträchtlichen Teil der Investition abdeckte, veranlasste die Ametsbichlers, den Ersatz früher als geplant durchzuführen.
Kurz vor dem Kauf des ersten Vakuumtrockners hatte Eigentümer und Geschäftsführer Franz Ametsbichler sen. einen Trocknungskurs in Rosenheim/DE besucht. „Hätte ich damals auf den Vortragenden gehört, hätte ich diese Investition niemals getätigt. Mir war jedoch klar, dass ich in der Weiterverarbeitung den nächsten Schritt gehen musste, um meine Kunden weiterhin beliefern zu können. Rückblickend war diese Entscheidung goldrichtig“, erklärt Ametsbichler sen.
Die Wahl fiel auf einen Vakuumtrockner des damals von Harald Feuerecker und Georg Eberl neu gegründeten Unternehmens Eberl Trocknungsanlagen. 1999 erhielt Ametsbichler von Eberl eine Kammer mit der Seriennummer 6. Diese war bereits damals mit einer Wärmepumpe ausgestattet. „In 26 Jahren stand der Trockner keine vier Wochen still. Abgesehen von kleineren Wartungsarbeiten und dem Austausch von Verschleißteilen lief die Kammer stets einwandfrei. Ich habe die Anlage nur ungern abgegeben“, lobt Ametsbichler die Eberl-Qualität. Um diese Langlebigkeit sicherzustellen, bestehen die Innenräume der Trockner vollständig aus Edelstahl.
Investitionen im Zuge von Betriebsübergabe
Als sich abzeichnete, dass Franz Ametsbichler jun. das Familienunternehmen in sechster Generation weiterführen würde, investierte man 2022 umfassend in den Betrieb. Neben einer 160 kW-Photovoltaikanlage mit 60 kW-Speicher wurden ein zweiter Vakuumtrockner des Typs V-Premium sowie ein zusätzlicher Elek-trostapler angeschafft. „Unsere Erfahrungen mit der Technik von Eberl sind sehr gut, und die Trocknungsqualität überzeugt“, betont Ametsbichler jun. Das 2022 installierte Modell, ein V-Premium-Trockner mit Wärmepumpe, verfügt bei 2,5 m Durchmesser und 13 m Stapelraumlänge über einen Nettoinhalt von rund 18 m³.
Inzwischen wurde zudem ein Vierseithobel in Betrieb genommen. Derzeit errichtet Ametsbichler eine Halle mit Abbundtisch. Zimmereien, die ihr Holz im Sägewerk beziehen, sollen diesen künftig kostenlos nutzen können.
Never change a winning team
Diesen Grundsatz verfolgt das Familienunternehmen auch bei der Wahl seiner Trockenkammern. „Als uns Georg Eberl über die aktuelle Förderung des BAFA informierte, entschieden wir uns schnell für dasselbe Modell, das wir bereits 2022 erhalten hatten“, erläutert Ametsbichler sen. Sein Sohn ergänzt: „Wir sind mit der Anlage und der Trocknungssoftware bestens vertraut.“ Bei der Berechnung der Energieeinsparung sowie der eigentlichen Antragstellung erhielt Ametsbichler Unterstützung des Unternehmensberaters Dr. von Rittberg Consulting. Die 1999 angeschaffte Kammer wurde an eine Tischlerei in der Region verkauft.
Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ist der neue Trockner mit 10,6 m Stapelraumlänge genau so lange, weist jedoch mit 2,5 m einen größeren Durchmesser auf. „Wir haben uns bewusst für denselben Durchmesser wie beim zweiten Trockner entschieden, um einheitliche Paketgrößen zu erreichen“, erklärt Ametsbichler jun. Die Fläche über dem Trockner soll künftig überdacht und auf dem entstehenden Platz Büroräumlichkeiten errichtet werden.
So flexibel wie seine Betreiber
Den Jahreseinschnitt beziffert Ametsbichler jun. mit rund 4000 fm, wovon etwa 90 % auf Nadelholz, hauptsächlich Fichte, Tanne und Lärche, entfallen. „Wir verfügen über ein Gatter und eine Bandsäge, mit der wir Stämme bis zu einem Durchmesser von 1,4 m schneiden können.“ Neben der Produktion von Listenholz ist Ametsbichler auch im Lohnschnitt und in der Lohntrocknung tätig.
Da gelegentlich hochwertige Eichenstämme verarbeitet werden, gewährleistet die Vakuumkammer auch für diese Sortimente eine schnelle und schonende Trocknung. „Wir nutzen überwiegend die Trocknungsprogramme von Eberl, da diese sehr gute Ergebnisse liefern“, erläutert Ametsbichler jun, zufrieden. „Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, eigene Programme zu entwickeln“, ergänzt Eberl. Ametsbichler entschied sich erneut für eine Lösung mit visualisierter Steuerung. „Diese zeigt neben dem aktuellen Status des Trockenprozesses auch dessen zeitlichen Verlauf. Wird zusätzlich eine Internetverbindung in den Bedienraum gelegt, ist zudem eine Fernwartung möglich“, erklärt Eberl.
Rasche Inbetriebnahme
Nachdem sich Ametsbichler erneut für einen V-Premium-Trockner entschieden hatte, musste lediglich das Fundament vorbereitet und der Stromanschluss gelegt werden. „Die Installation der Kammern ist in wenigen Stunden abgeschlossen und die Anlagen sofort betriebsbereit“, betont Eberl.
Der neue Trockner wurde neben einer Halle im Betriebsgelände platziert und mit einem mobilen Schienensystem ausgeführt. „Eberl ist auf unsere Wünsche eingegangen und hat eine individuell zugeschnittene Lösung entwickelt. Selbst als ich zwei Wochen vor der Lieferung noch eine Änderung am Schienensystem wünschte, war das problemlos möglich“, berichtet Ametsbichler jun. „Wir bauen unsere Anlagen so, wie sie der Kunde braucht“, ergänzt Eberl.
Entstanden ist ein per Stapler verschiebbares, selbsttragendes Schienensystem, das über zwei Ankerpunkte exakt positioniert wird. Ein weiteres Detail, das im laufenden Betrieb für Entlastung sorgt, ist ein Ampelsystem über der Kammeröffnung. Es zeigt den jeweiligen Betriebsstatus an, ohne dass der Bediener auf die Steuerung blicken muss.
Energiesparender Betrieb
Die V-Premium-Baureihe ist mit einer Wärmepumpe ausgestattet, die gleichzeitig die Entfeuchtung übernimmt. In Kombination mit der Photovoltaikanlage ermöglicht dies einen besonders energieeffizienten Betrieb.
Der energieintensivste Schritt ist die Aufheizphase, die den Einsatz zusätzlicher Heizregister erfordert – ein Schritt der nach Möglichkeit in die sonnenreichen Tagesstunden gelegt wird. Standardmäßig verfügen die Kammern über einen 350-Liter-Kondensatbehälter. Das Kondensat wird zur Besprühung genutzt, überschüssiges Wasser abgeleitet. Die Holzfeuchtemessung erfolgt über Funkmesssysteme, wodurch ein umständliches Platzieren der Kabel entfällt.