Die Produktionsmengen sollen an die verminderten Absatzmöglichkeiten angepasst werden. Ende März beabsichtigten lediglich 23 % ihren Einschnitt zu reduzieren. Mittlerweile sind es 41 %. Marktexperten sehen einen verminderten Einschnitt als einzige Möglichkeit, die Nadelschnittholzpreise zu stabilisieren und auf ein dem Rundholzpreis angepasstes Niveau zu heben.
Auffällig ist die Einschnittplanung. Gegenüber 2025 wollen nur 3 % der Betriebe den Rundholzeinschnitt erhöhen. 56 % planen unverändert, 41 % wollen reduzieren. Unter den Kürzern nennt die größte Gruppe eine Reduktion von 5 bis 10 %. Weitere Betriebe rechnen mit 11 bis 20 %, einzelne sogar mit mehr als 30 %. Das ist der konjunkturell wichtigste Befund: Die Unternehmen reagieren nicht nur mit vorsichtigem Einkauf, sondern mit realer Mengenanpassung.
In der Holzkurier-Umfrage bewerteten nur 7 % der Betriebe ihre Geschäftslage der vergangenen drei Monate als gut. 56 % sprachen zumindest von einer zufriedenstellenden, 37 % hingegen von einer schlechten Lage. Die Lage hat sich weiter eingetrübt.
Beim Umsatz zeigt sich ein ähnliches Bild. 58 % meldeten saisonal normale Erlöse, 33 % niedrige Umsätze. Lediglich 9 % lagen über dem saisonüblichen Niveau.
Sommerflaute vorhergesagt
Die Umfrage zeigt damit keine Erholungserwartung, sondern anhaltenden Absatzdruck. Für das kommende Quartal wird die Einschätzung noch vorsichtiger: 40 % erwarten sinkende Umsätze. Aber immerhin die Hälfte (50 %) rechnet mit einer Seitwärtsbewegung bei den Umsätzen. Nur jeder Zehnte (10%) geht von einem Zuwachs aus.
Stabile, eher sinkende Rundholzpreise
Die Rundholzpreise bleiben der zentrale Kostenfaktor. Für die kommenden sechs Monate erwarten 50 % stabile Rundholzpreise, 40 % sinkende Preise und 9% weitere Anstiege. Damit rechnet keine klare Mehrheit mit einer Entlastung. Die Erwartung weiter steigender Rohstoffkosten ist aber begrenzt.
Schnittholzpreise stabilisieren sich
Bei den Schnittholzpreisen dominiert ebenfalls die Seitwärtsmeinung: 61% erwarten stabile Preise, 24% sinkende und 15% steigende Notierungen. Die Marge verbessert sich damit nur, wenn Rundholz tatsächlich nachgibt. Ein Preisschub bei Schnittholz wird kaum erwartet.
Die Lagerstände bestätigen den verhaltenen Markt ebenfalls. 37% meldeten hohe, 51% normale und nur 12% niedrige Lager. Für die kommenden drei Monate erwarten 66% stabile Bestände, 25% sinkende und 10% steigende Lager. Die Betriebe sehen somit keinen Lagerabbau in der Breite. Das spricht gegen kurzfristig stärkere Einkaufssignale.
An der Umfrage nahmen überwiegend Nadelholz-Säger teil. 65 % der Antworten kamen aus Deutschland, 35 % aus Österreich. 44 % schneiden weniger als 50.000 fm/J, 30 % mehr als 100.000 fm/J ein.