„Wir haben bereits vor einigen Jahren den Neubau unserer Sortieranlage gemeinsam mit WDT abgewickelt und waren mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. Darum haben wir wieder auf Florian Fuchs und sein Team vertraut“, erläutert Geschäftsführer Josef Freymadl. Rund 12.000 fm verarbeitet man im Sägewerk pro Jahr, etwa 70 % davon sind Lärche. Die erzeugten Produkte, wie Bauholz, Staffeln oder Latten sowie Hobelware, verkauft Holz Freymadl in erster Linie an Holzhändler, Zimmereibetriebe und Private. „Wir machen, was der Kunde wünscht – das können auch mal nur wenige Quadratmeter Terrassendielen sein“, verdeutlicht Freymadl.
Die neue Nachschnitt- und Besäumlinie von WDT ist bei Holz Freymadl auf Längen von 1,2 bis 6 m ausgelegt. Der steirische Anlagenbauer liefert auch die Mechanisierung nach dem Gatterrollgang. Das Schnittholz wird nach links auf einen Puffer abgezogen und dann der Vereinzelungsstufe vor der neuen Linie zugeführt. Stück für Stück gelangen die Hölzer zum Bediener an der Anlage. Dieser kann bei Bedarf die Ware zurückkappen. Entsprechende Kappsägen befinden sich an der Nulllinie beziehungsweise bei 3 m. Die Kappreste lassen sich direkt in Richtung des Hackers ausschleusen. WDT liefert auch hier die entsprechende Anbindung an die Entsorgung.
Einschnitt im Automatikbetrieb
Freymadl entschied sich bei der Investition zudem für einen Scanner im Querdurchlauf von Alpiscan, Brixen/IT, um die bestmöglichen Produkte aus der Lärche schneiden zu können (s. Beitrag Qualitätserkennung für alle Betriebe). Im Programm sind die Schnittbilder hinterlegt. Der Scanner ermittelt die passende Einschnittmöglichkeit. Bei Bedarf kann der Bediener den Vorschlag revidieren und andere Schnitte festlegen. „In der Regel läuft die Linie komplett im Automatikbetrieb, auch bei der Splinterkennung“, verweist WDT-Geschäftsführer Florian Fuchs bei der Besichtigung.
Danach wird die Schnittware am Ausrichttisch gemäß den Vorgaben positioniert und in den Besäumer transportiert. Freymadl entschied sich für eine Maschine des Typs WLS 160-4 mit oben liegender Sägewelle und vier verstellbaren Buchsen. Diese verarbeitet Schnitthöhen von 18 bis 160 mm. Die maximale Durchgangsbreite liegt bei 1 m. Die Maschine hat einen Fixeinhang von 300 mm und zusätzlich vier variable Sägen, wobei sich alle vier Sägen auf minimalen Abstand 18 mm zusammenfahren lassen. „Das ist ein großer Vorteil für uns, denn speziell in Bayern kommt 18 mm-Ware häufig vor“, sagt Freymadl und betont: „Die Möglichkeit mit der Minimalbreite von 18 mm hat uns keine andere Maschine geboten.“
Geringe Berührungsfläche zwischen Sägeblatt und Holz
„Durch die obenliegende Sägewelle bleibt die Berührungsfläche zwischen Sägeblatt und Werkstück über den gesamten Schnitthöhenbereich gering. Dies reduziert die mögliche Berührungsfläche zwischen Sägeblatt und Schnittgut und führt zu einer geringeren Wärmeentwicklung“, erläutert Fuchs. Gleichzeitig lassen sich große Sägeblattdurchmesser bei geringen Schnitthöhen ohne Nachteile einsetzen.
Durch die optimale Schnittgeometrie werden die Schnittkräfte reduziert, wodurch weniger Antriebsleistung benötigt wird. Dadurch kann mit einem gleichbleibenden Sägeblatt ein größerer Vorschubbereich genutzt werden. Die WLS 160-4 ist auf Vorschübe von 30 bis 150 m/min ausgelegt.
„Eine andere Nummer“
Die neue Anlage ist nun seit rund drei Monaten bei Freymadl im Einsatz. Nach dieser kurzen Zeit hat er zwar noch keine endgültigen Zahlen vorliegen, aber „gefühlt ist die Leistung gestiegen und auch die Ausbeute hat sich deutlich verbessert“, wie der Geschäftsführer sagt. Nach der Einarbeitungsphase läuft die Anlage tadellos und er ist mit der Zusammenarbeit mit WDT und Alpiscan sehr zufrieden. „Die neue Linie samt dem Scanner ist eine ganz andere Nummer als vorher“, meint Freymadl und sagt abschließend: „Die Kombination war für uns die beste Lösung, die sich auf jeden Fall bezahlt macht.“
Holz Freymadl
Standort: Tiefenbach/DE
Gegründet: 1850
Geschäftsführer: Josef Freymadl
Mitarbeiter: 10
Einschnitt: 12.000 fm/J, davon etwa 70 % Lärche
Produkte: Bauholz, Balken, Kanthölzer, Dachlatten, Blockware, Hobelware
Absatz: regional an Zimmereibetriebe, Holzhaushersteller, Holzhändler, Private