Als Gymnasium mit abgeschlossener Handwerksausbildung lässt sich das Werkschulheim Felbertal im Salzburger Ebenau am Besten charakterisieren. Während der vier Pflichtschuljahre können sich die Gymnasiasten für „ihre“ Fachrichtung entscheiden. Bis zur Matura erhalten sie dann zusätzlich eine Fachausbildung. Das erleichtere die Berufswahl, ist der Direktor, Prof. Mag. Winfried Kogelnik überzeugt: „Unsere Schüler treten nach der Volksschule ein. In den ersten vier Gymnasialjahren bemühen wir uns, ihnen im Werkunterricht ein Bild der jeweiligen Fachrichtung zu vermitteln. Beim Eintritt in die fünfte Schulstufe können sie dann einfacher ihre Berufswahl treffen.“ Nach dem Ende der Pflichtschule, ab der fünften Schulstufe, erhalten die Schüler dann eine facheinschlägige Ausbildung als Tischlereitechniker, Maschinenbautechniker oder Mechatroniker. Auch ein Quereinstieg ist zu diesem Zeitpunkt möglich. Am Ende der neun Schuljahre steht ein Abitur mit Fachprüfung inklusive Gesellenstück.
Anschaffungen werden genau geprüft
An dieser Fachprüfung arbeitet die achte Klasse beim Besuch von Holzdesign gerade. Da braucht es eine ordentliche Werkstattausstattung und die hat das Werkschulheim. „Trotz knapper Mittel“, wie Werkstättenleiter Norbert Prey betont: „die Tischlerei muss sich das verfügbare Maschinenbudget mit den beiden anderen Fachrichtungen teilen.“ Die Schule finanziert die Werkstätten aus eigener Kraft.Die Kündig kann man sich leisten
Da könne man natürlich keine großen Sprünge machen und müsse Anschaffungen genau prüfen. An eine Kündig Breitbandschleifmaschine habe man zunächst gar nicht zu denken gewagt, berichtet Prey. Obwohl sie nach einer Vorführung in der Tischlerei Rieger ganz oben auf der Wunschliste der Lehrer stand. Mehr interessehalber fragte man dann doch den Preis der Schweizer Präzisionsmaschine in Grundausstattung an: „Und siehe da, eine kleine Kündig Zweiband-Premium konnten sogar wir uns leisten, ohne auf Funktionen zu verzichten“, strahlt er.Schultaugliche Robustheit
In der fünften Schulstufe entscheiden sich die Schüler endgültig für ihre Fachrichtung und erhalten eine theoretische und praktische Ausbildung. © Robert Kittel
Gefertigt werden Garderobenkästen, Pausenbänke und Internatseinrichtungen für den Eigenbedarf und andere Schulen. „Seit im September die Kündig kam, wurde nicht mehr durchgeschliffen“, hält Prey zufrieden fest. Was ihm besonders gefällt ist ihre robuste Bauweise: „Schulmaschinen werden sehr beansprucht. Ein Schuljahr entspricht wahrscheinlich fünf Jahren Normalbetrieb“, schmunzelt er. Für noch wichtiger hält er allerdings die einfache Bedienung: „Die Maschinensteuerung ist weitgehend selbsterklärend, es geschehen kaum noch Fehlbedienungen.“ Die Schleifbänder seien jetzt nahezu unbegrenzt haltbar: „Seitdem wir die Kündig im Haus haben, reißt keiner mehr Schleifbänder ab.“ Und was meinen die Schüler der Achten? Zum Reden haben sie kaum Zeit, sie sind in ihre Arbeiten vertieft und bemühen sich redlich, diese so präzise wie möglich herzustellen. Aber eines fällt auf: Nur noch Teile, die wegen ihrer Form nicht durch die Breitbandschleifmaschine passen, werden nicht auf der Kündig geschliffen.