MM-Urbas_Luftbild.jpg

Ausbau bei Mayr-Melnhof Holz Efimovskij: Zu den beiden bestehenden Biomasseheizwerken von Urbas (A) kam 2019 eine weitere 10 MW-Anlage (B) hinzu © Mayr-Melnhof Holz

Mayr-Melnhof Holz Efimovskij

Erneut in Grün

Ein Artikel von Martina Nöstler | 25.02.2020 - 15:19

„Mittlerweile schneiden wir am russischen Standort Efimovskij jährlich rund 700.000 fm. Die gesamte Schnittholzmenge wird getrocknet. Außerdem gibt es seit 2016 eine Pelletsproduktion mit einem Ausstoß von 60.000 t/J“, beschreibt Richard Metnitzer, Leitung Investitionsmanagement im Konzern Mayr-Melnhof, das Werk. Seit der Gründung des Standortes hat sich der Ausstoß damit erhöht.

An die Grenzen gestoßen

„Die damals errichteten Biomassekessel sind damit an die Grenzen gestoßen und konnten die benötigte Wärmemenge für die Schnittholz- und Spänetrockner in der kalten Jahreszeit nicht mehr bereitstellen.“ Aus diesem Grund fiel die Entscheidung im Konzern, in einen weiteren Biomasseheizkessel zu investieren. Bereits die ersten beiden Heizanlagen mit je 10 MW Leistung in Efimovskij lieferte Urbas, Völkermarkt. Mayr-Melnhof hat sich beim Bau des dritten Heizwerkes erneut für den Kärntner Spezialisten entschieden. „Aus Synergiegründen fiel die Wahl auf Urbas. Außerdem hat uns dessen Lösung gefallen“, führt Metnitzer aus.

Urbas erstellte die Planung inklusive Stahlbau und lieferte im vergangenen Jahr eine Heißwasser-Biomasseanlage mit mechanisierter Brennstoffbeschickung. Die Stromerzeugung war aufgrund der Vergütung in Russland kein Thema. Die Bedarfsrechnung ergab, dass der neue Heizkessel eine Leistung von 10 MW aufweisen muss. „In einer umfangreichen Projektphase haben wir eine detaillierte Leistungsbeschreibung erstellt. Im Vorfeld genau definierte Anforderungen erleichtern die Durchführung eines solchen Projektes“, meint Metnitzer.

Wenige Stillstände

Im Frühjahr 2019 startete man mit dem Zubau in Efimovskij. Seit Herbst ist auch der dritte Heizkessel im Einsatz. Der Bau erfolgte weitgehend während des laufenden Betriebes, was eine große Herausforderung war. Der neue Heizkessel musste etwa an das bestehende Warmwassersystem angeschlossen werden. „Um die Stillstände zu minimieren, geschah der Umbau während der Sommermonate. Aufgrund der genauen Planung hatten wir keine unvorhergesehenen Ausfälle, die eine Leistungsminderung hervorgerufen hätten“, beschreibt Metnitzer.

Hoher Standard

Als Heizmaterial dient in Efimovskij fast ausschließlich Rinde mit einem Wassergehalt von bis zu 70 %. Die Anlage ist mit einer Treppenrostfeuerung ausgeführt. Bei der Abgasreinigung setzt man auf einen Multizyklon-Staubabscheider. Dieser ist laut Urbas wirtschaftlich, einfach in der Handhabung und benötigt keinen großen Wartungsaufwand. Urbas garantiert bei dieser Anlage einen Wirkungsgrad von 83 bis 87 %. Für einen sauberen Ausbrand und um Schlackenbildung zu vermeiden, setzte man bei Mayr-Melnhof Holz auf eine groß dimensionierte Brennkammer. Diese ist vertikal ausgeführt, wie es auch im Kraftwerksbau üblich ist. Dies erlaube eine kompaktere Bauweise. Die Entaschung erfolgt automatisch über Trogkettenförderer und Ascheverteilportal mit Aschecontainer.

In wenigen Monaten sollen in Efimovskij noch die beiden bestehenden Urbas-Heiz-
anlagen nachgerüstet werden. Diese erhalten ebenso ein automatisches Entaschungssystem sowie das HVAC (Heating, Ventilation & Air Conditioning). Letzteres dient zur Unterstützung des Kessels im Winter.

Auftrag für tschechischen Standort

Urbas erhielt von Mayr-Melnhof Holz zudem den Zuschlag für die Erweiterung in Paskov/CZ. Dort soll noch heuer ein 12 MW-Kessel mit Rauchgaskondensation errichtet werden.

„Da auch in Paskov der Einschnitt gestiegen ist, dient diese Anlage hauptsächlich zur Spitzenabdeckung im Winter, ermöglicht aber auch ein weiteres Wachstum“, meint Metnitzer.

Mayr-Melnhof Holz Efimovskij

Standort: Efimovskij/RU
Gegründet: 2009
Geschäftsführer: Andrej Schick
Areal: 20 ha
Mitarbeiter: 460 (Forst, Säge,
 Pelletierung)
Einschnitt: 700.000 fm/J
Pelletsproduktion: 60.000 t/J