Deutsches Pelletinstitut (DEPI)

Schonender Transport in das Pelletkundenlager

Ein Artikel von Philipp Matzku (für holzkurier.com bearbeitet) | 30.10.2025 - 13:31

Als die Presslinge vor 20 Jahren ihre Erfolgsgeschichte begannen, war klar: alleine mit nachhaltiger Herkunft und hervorragender CO2-Bilanz würden Betreiber von Öl- und Gasheizungen sich nicht erwärmen lassen. Nur mit vergleichbarem Komfort hätten Pellets eine Chance auf Konkurrenzfähigkeit. Das in Kooperation zwischen den Pelletverbänden der beiden Länder entwickelte ENplus-System mit seiner durchgängigen Qualitätssicherung war hierfür der entscheidende Schritt.

Das ENplus-Zertifikat wurde 2010 in Deutschland entwickelt und hat sich mittlerweile weltweit als Qualitätszeichen für Holzbrennstoffe etabliert. In 50 Ländern wird es heute genutzt. Die weitgehende Integration des Energiehandels ist vor allem in Deutschland und Österreich vorbildlich gelungen. Das bedeutet funktionierende Heizungen, hohen Komfort und folglich zufriedene Kunden. Ausliefernde Fahrer, wie Marcel Sievert, sind daher für den Pellethandel entscheidend, denn Erfahrung und Fachkenntnis sind für das Image vom Heizen mit Pellets unabdingbar. Schulungen des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) bieten dafür die Grundlage.

Bei der Lieferung von ENplus-Pellets gibt es einiges zu beachten. Aber auch schon vorher: Die Unternehmen müssen bei der Herstellung zertifizierter Presslinge strenge Auflagen einhalten. Die Qualitätskontrolle beginnt bei den Sägespänen und wird über die gesamte Produktion und den Handel hinweg fortgesetzt. Damit die Pellets auf ihrem Weg ins Kundenlager nicht an Qualität einbüßen und später sicher und zuverlässig heizen, ist eine schonende Behandlung entscheidend.

Auf den Druck kommt es an

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Sicherheit steht an erster Stelle: Christian Sauer erklärt, wie sich Kohlenstoffmonoxid im Lager vermeiden lässt © DEPI

Christian Sauer ist Fachreferent für Holzbrennstoffe beim DEPI, das die Zertifizierung des Holzbrennstoffs 2010 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum Leipzig (DBFZ) und proPellets Austria entwickelt hat. Er schult Pelletfahrer in ganz Deutschland. „Aus meiner Sicht sind die folgenden Punkte am wichtigsten: Die Heizung und das Lager müssen vor dem Befüllen überprüft werden. Der Fahrer muss unter anderem sicherstellen, dass das Lager belüftet und die Prallmatte in einwandfreiem Zustand ist“, erklärt er. Außerdem sind die Einblaseinstellungen entscheidend. „Kurz gefasst: Durch die Regulierung der Luft- und Druckeinstellungen steuert der Fahrer, wie viele Pellets wie schnell im Lager ankommen. Das ist tatsächlich nicht einfach, aber Fahrer von ENplus-zertifizierten Betrieben lernen bei der Schulung, wie das geht.“ Alle drei Jahre nehmen die Fahrer an den Schulungen teil, die Wissen zu Lagerbau, Arbeitssicherheit, Fahrzeugtechnik und vielen weiteren Themen rund um Holzpellets in einem Theorie- und einem Praxisteil vermitteln und auffrischen.

Schulungswissen in der Praxis

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Mit zehn Jahren Erfahrung sitzt bei ENplus-Pelletsfahrer Marcel Sievert dank Praxiserfahrungen und Schulungen jeder Handgriff © DEPI

Pelletfahrer Marcel Sievert aus Berlin kann bereits auf zehn Jahre Erfahrung zurückblicken und weiß dank der regelmäßigen Schulungen genau, was bei einer Pelletlieferung zu tun ist. Zuerst lädt er das Equipment aus dem Lkw. Dazu gehören das Absauggebläse inklusive des Staubsacks, eine Kabeltrommel und zwei dicke Schläuche. Er schraubt die Lüftungsdeckel mit einem Spezialwerkzeug auf und bringt die Schläuche an. Durch einen der beiden Zugänge werden die Pellets über den Schlauch ins Lager eingeblasen, durch den anderen wird der Staub abgesaugt. Sievert ermittelt die benötigte Pelletmenge, stellt den richtigen Luftdruck am Display ein und startet den Einblasvorgang. „Man muss danebenstehen und es sich anschauen. Als Fahrer entwickelt man ein Gefühl dafür, wann das Lager voll ist“, erklärt Sievert. Schließlich beendet er den Einblasvorgang, löst die Schläuche von den Stutzen und lädt sie wieder ins Fahrzeug ein. Um sicherzustellen, dass die Ware im Schadensfall auf Mängel untersucht werden kann, werden Proben der gelieferten ENplus-Pellets aufbewahrt. Zum Schluss wird das Lieferprotokoll unterschrieben, damit die Eckdaten der Lieferung für beide Seiten – Händler und Kunde – dokumentiert sind.

ENPLUS-ZERTIFIZIERUNG FÜR PELLETS

Weltweit: 641 zertifizierte Pelletproduzenten und 621 -händler

Deutschland: 57 zertifizierte Pelletproduzenten und 167 -händler

Österreich: 33 zertifizierte Pelletproduzenten und 59 -händler

Schweiz: elf zertifizierte Pelletproduzenten und 16 -händler