Im Mittelpunkt steht dabei ein Prinzip, das für holzverarbeitende Betriebe besonders naheliegend ist: Das Unternehmen nutzt die im eigenen Produktionsprozess anfallenden Holzreststoffe direkt vor Ort energetisch. Aus einem Nebenprodukt wird damit ein wertvoller Energieträger. Transport, Zukauf und Entsorgung von Holzreststoffen lassen sich dadurch reduzieren, während aus den vorhandenen Reststoffen nutzbare Energie entsteht. Das reduziert den Bedarf an extern zugekaufter Energie, senkt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und unterstützt die Dekarbonisierung des Standorts.
Bewährte Technik für Prozessdampf und Eigenstrom
Das Herzstück der Anlage ist ein Biomassekessel von Polytechnik mit einer Kesselleistung von 4600 kW. Ein hydraulischer Vorschubrost übernimmt die Verbrennung. Der Kessel erzeugt Prozessdampf mit einem Druck von 28 bar und einer geplanten Dampfproduktion von bis zu 7 t/h. Über eine Dampftrasse gelangt der erzeugte Dampf in das bestehende Wärmeverteilungssystem des Sägewerks. Dort steht er für die verschiedenen Produktionsprozesse sowie für die Trocknung zur Verfügung. Die Anlage ist darüber hinaus als Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungssystem (KWK-System) ausgeführt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Brennstoffflexibilität. Als Brennstoff dienen vor allem trockene, feine Hackschnitzel aus der eigenen Holzverarbeitung. Die Feuerung ist auf unterschiedliche Brennstoffqualitäten ausgelegt und ermöglicht eine umfassende Nutzung der am Standort verfügbaren Holzressourcen. Damit entsteht ein effizienter Kreislauf: Das Unternehmen verarbeitet das Holz, nutzt die dabei anfallenden Reststoffe zur Energieerzeugung und führt die gewonnene Energie anschließend wieder der Produktion zu.
Hohe Anforderungen an Emissionen und Betriebssicherheit
Neben Leistung und Brennstoffflexibilität standen auch Emissionsschutz und Betriebssicherheit im Fokus der Anlagenplanung. Bei den Staubemissionen gelten strengere Grenzwerte über die gesetzlichen Anforderungen der 44. BImSchV hinaus: Für die Staubemissionen wurden strengere Grenzwerte zugrunde gelegt. Eine leistungsfähige Abgasreinigung mit Gewebefilter stellt die Einhaltung dieser zusätzlichen Anforderungen sicher. Gleichzeitig ist die Anlage für einen zuverlässigen und weitgehend automatisierten Betrieb ausgelegt. Der Kessel ist für den kontinuierlichen Betrieb konzipiert und kann über längere Zeiträume ohne ständige Beaufsichtigung betrieben werden.