Holz nicht benachteiligen

Ein Artikel von Dipl.-Ing. (FH) Martina Nöstler | 11.01.2005 - 00:00
Holz darf als Baustoff bei öffentlichen Baumaßnahmen in Bayern nicht weiter benachteiligt werden, fordern die Verbände des Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes (VBZH). „Durch die gängige Ausschreibungs-Praxis habe Holz bei staatlichen Bauvorhaben praktisch keine Chance“, kritisiert VBZH-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Strauß. Dies trage maßgeblich dazu bei, dass Holz in Bayern nur etwa einen Anteil von 13% bei Gebäuden haben. In anderen Bundesländern liege die Quote bei 20%.
„Während in Baden-Württemberg oder Hessen auch repräsentative staatliche Gebäude aus Holz gebaut würden, spielt selbst bei der Planung der neuen Forstdirektion Würzburg/DE oder des Kompetenz-Zentrums für nachwachsende Rohstoffe in Straubing/DE Holz nur eine kleine Rolle“, bedauert Strauß.
Keine Materialvorgabe. Künftig sollten Ausschreibungen werkstoffneutral stattfinden: Nur die Gebäude-Funktion dürfe vorgegeben werden, nicht aber das Baumaterial, schlägt Strauß vor. Dadurch bekäme Holz und damit die überwiegend mittelständisch strukturierte Holzwirtschaft in Bayern mit 120.000 Beschäftigten eine gerechte Chance im Wettbewerb. Strauß hofft, dass die geplante Novellierung der Bayerischen Bauordnung bald kommt. Diese soll ermöglichen, regulär vier- bis fünfgeschossige Holzhäuser bauen zu dürfen.