Schwachholz wird auf 14 cm reduziert, anschließend auf patentiertes Profil gefräst und zur Installation vorgebohrt © Burböck
Das Stecksystem ermöglicht eine Verwendung unterschiedlicher Holzarten, was für die Verwendung im Innen- und Außenbereich wesentlich ist. Die ineinander greifenden Profile der Holzwand werden durch das Schwindverhalten des Holzes zu einer festen Verbindung. Dadurch entstehen winddichte, leimfreie, unbehandelte und somit ökologische Vollholzwände. Wertschöpfungskette unter Kontrolle. „Jedem Forstwirt ist es möglich, auch Kleinmengen der Durchforstung sinnvoll zu vernünftigen Preisen zu verkaufen“, erläutert Geschäftsführer Christoph Ganaus die Motivation der Vollholzhausbauer, ausschließlich Holz aus regionalen Ressourcen zu beziehen.
Der regionale Bezug von Schwachholz – derzeit bis zu 50.000 Stämme pro Jahr – mit einem Zopfdurchmesser von 15 bis 19 cm und einer Länge von 2,6 m, sei nicht ganz einfach. „Zu regionalen Forstbetrieben pflegen wir regen Kontakt. Die Marktsituation für die Waldbesitzer ist derzeit schwierig. Deshalb bieten wir mit unserem System eine Alternative zu deren bisherigen Absatzmärkten“, weiß Christoph Ganaus zu berichten. Er zeigt sich überzeugt, dass die Waldbauern das Angebot der erhöhten Wertschöpfung annehmen werden.
„Wir wollen die gesamte Wertschöpfungskette im Auge behalten“, ergänzt Bruder Georg und verwies auf die Wertsteigerung des Schwachholzes aufgrund der Veredelung zu Baumaterial. Holz in Form gebracht. Schwachholz wird mittels selbst umgebauter Reduzieranlage in Zylinderform mit 14 cm Durchmesser gebracht. Nach Lufttrocknung werden die Rohlinge vor der Befräsung auf die Endfeuchte von 14 bis 16% technisch getrocknet. Die Profile werden mit zwei Kehlautomaten von Weinig, Tauberbischofsheim/DE, bewerkstelligt. Die individuell ausgeformten Bausätze werden mit einer von den Ganaus-Brüdern eigens entwickelten Produktionslinie gefertigt.
Man nehme Rundholz, versehe es mit einem patentierten Profil, baue dieses stehend als Wandelement ein und fixiere es mit Hartholzdübel. Darüber hinaus verzichte man auf jegliche Isolier- und Dichtmaterialien im Wandaufbau. Voila! Schon entsteht das Naturi-Vollholzsystem von Holzsystembau Georg Ganaus, Kirnberg/Mank.
Reiner Vollholzaufbau. Seit Jahren beschäftigt sich der gelernte Zimmermeister und Geschäftsführer Georg Ganaus mit dem Holzbau. Nach Überlegungen und Experimenten, wie man Holzbau attraktiver und ohne jegliche Zusatzmaterialien etablieren könnte, entwickelte Ganaus ein universell einsetzbares Holzprofil. Das patentierte System ermöglicht nach eigenen Angaben den Bau von mehrgeschossigen, setzungsfreien und winddichten Wand- und Deckenelementen aus Vollholz. Isolier- und Dichtmaterialien entfallen damit gänzlich. Innovatives Holzbausystem. Das eigenwillige Holzprofil hat im eingebauten Zustand bei einer 30 cm dicken Wand neun Nut-Feder-Verbindungen und somit mindestens 21 Überschneidungsebenen quer zur Windrichtung. „Damit erreicht man enorme Winddichtheit. Unser System ist das erste in stehender Form im Holzbau, das aufgrund seiner Geometrie diese Eigenschaft erreicht“, erklärt Erfinder Georg Ganaus anhand von Musterprofilen. Eine 30 cm-Holzwand erzielt laut der staatlichen Prüfanstalt TGM Wien einen U-Wert von 0,3 W/m²K.
Einzelne Holzstabprofile mit einem Durchmesser um 13 cm und einer Länge von 2,6 bis 3,1 m werden ähnlich einem Puzzlespiel stehend von der Seite zusammengefügt und mit Holzdübel fixiert. Auf diese Weise entstehen Vollholzwände beliebiger Stärke und Länge.
Einzelne Holzstabprofile mit einem Durchmesser um 13 cm und einer Länge von 2,6 bis 3,1 m werden ähnlich einem Puzzlespiel stehend von der Seite zusammengefügt und mit Holzdübel fixiert. Auf diese Weise entstehen Vollholzwände beliebiger Stärke und Länge.