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Ausrüster und Anwender vor der neuen KVH-Linie: SMB-Vertriebsleiter Peter Feil und Moselsäge-Geschäftsführer Forstassessor Johannes Lehnert © Alfred Riezinger

KVH auch an der Mosel

Ein Artikel von Alfred Riezinger | 01.04.2008 - 16:08
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Ausrüster und Anwender vor der neuen KVH-Linie: SMB-Vertriebsleiter Peter Feil und Moselsäge-Geschäftsführer Forstassessor Johannes Lehnert © Alfred Riezinger

Wir denken, dass KVH in einigen Jahren Bauholz ablösen wird”, ist sich Forstassessor Johannes Lehnert, Geschäftsführer der Moselsäge, Schweich-Issel/DE, sicher. Kundenanfragen sprechen dafür. „Dies war für uns der logische Beweggrund in eine KVH-Linie zu investieren. Wir werden 10.000 m3/J fertigen.” Als Ausrüster wählte man nach sorgfältiger Marktanalyse und Recherchen bei erfahrenen KVH-Erzeugern den Vöhringer Keilzinkenhersteller SMB. „Die Vorgaben, die uns die Moselsäge für die Linie stellte, waren ein hoher Mechanisierungsgrad bei gleichzeitiger Flexibilität, um auch kleinste Chargen fertigen zu können”, berichtet SMB-Vertriebsleiter Peter Feil bei der Besichtigung der Anlage. „Für uns ist die Linie ein gelungenes Werk”, meint der Vertriebsleiter und wird durch Lehnert mit einem Kopfnicken bestätigt. „Wir haben auch lange geplant.”

Den Leitrechner und die KVH-Arbeitsvorbereitung für die Moselsäge lieferte Timbertec, Eutin/DE. Da man bereits die Auftragsverwaltung und die Bauholzmodule zufrieden nutzt, entschied man sich erneut für diesen Hersteller. Die Daten aus der Auftragsverwaltung werden zu Chargen zusammengefasst und stehen für die Produktion zur Verfügung.
Nach der Auftragsplanung der KVH-Produktion nach Liste werden die Daten vom Leitsystem Timbertec für die Steuerung der Keilzinkenanlage verwendet. „Timbertec ist sehr bedienungsfreundlich. Es zieht sich ein roter Faden durch alle Module”, berichtet Heinrich Lehnert, der zusammen mit seinem Bruder die Moselsäge führt, von seiner täglichen Arbeit.

Produzieren wie zuhause

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Kompakt-Keilzinkenanlage wurde wie die gesamte Linie in der Vöhringer Technikschmiede konzipiert und gebaut © Alfred Riezinger

In der neu gebauten Halle, welche „gedämmt wie ein Wohnhaus ist” (Lehnert), wird die in einer der beiden Mühlböck-Trockenkammern getrocknete Rohware abgelegt. Um das KVH-Gütezeichen führen zu dürfen, ist eine Hallen-Mindesttemperatur von 20° C vorgeschrieben. Ein Vakuumentstapler hebt die Ware einzeln ab. Für diese Methode entschied man sich, weil sie die schonendste Abstapelungsvariante sei, da etwa kein Kantenbruch auftreten könne. Anschließend gelangt die Ware per Querförderer zur visuellen Kontrolle, wo ein Mitarbeiter die Fehlstellen mit einem Stift markiert.
Mit einer SMB-Wendesichel wird das Kantholz nach der Begutachtung auf der einen Seite per Knopfdruck umgedreht. Nach der folgenden SMB-Kappsäge KK 900, welche so wie die Keilzinkenanlage mit einer motorischen Breitenverstellung ausgestattet ist, gelangen die Kanthölzer in das Beschickungsmagazin. Der Fließpuffer befördert die Ware dann wieder nach rechts rückwärts in die SMB-Kompakt-Keilzinkenanlage FLP 30 320.

Schnellster zugelassener PU-Klebstoff

Der PUR-Klebstoff von Purbond, Sempach-Station/CH, wird von einem berührungslosen Leimauftrag von Oest, Freudenstadt/DE, aufgebracht. „Für Purbond entschieden wir uns, da kein anderer Anbieter einen zugelassenen Klebstoff mit derart kurzer Aushärtezeit (25 min) bieten kann”, sagt Lehnert. Die Entscheidung förderte weiters das gute Klima, welches bei den Gesprächen herrschte. Auch mit dem Purbond-Service zeigt man sich sehr zufrieden.
Nach der Keilzinkung bleibt das KVH für mindestens eine halbe Stunde im Aushärtelager. Zuvor bringt eine Etikettiermaschine von Gruber, Rehling/DE, ein Etikett, versehen mit den notwendigen Kundendaten sowie den Abmaßen, auf der Stirnseite, an. „Setzt man dafür einen Tintenstrahldrucker ein, kann es passieren, dass die Schrift bei größerer Jahrringbreite nicht mehr lesbar ist”, berichtet Vertriebsleiter Feil aus langjähriger Erfahrung.

Gute Zusammenarbeit mit Hobellieferant

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Lange Zusammenarbeit mit Kälin-Geschäftsführer Deiss (li.) war Grundlage für einen neuen Auftrag für eine Hobelmaschine mit 460 mal 240 mm Einzug © Alfred Riezinger

Nach erfolgter Aushärtung erkennt ein Laserscanner von Sick, Waldkirch/DE, die KVH-Daten. Dieser übermittelte sie an die Hobelmaschine von Kälin, Reinach-Basel/CH. Den Scanner sowie die Etikettiermaschine steuert das Timbertec-System.
„Wir entschieden uns erneut für Kälin, da wir bereits seit 1993 erfolgreich zusammenarbeiten und das sehr gute Hobelbild kennen”, erklärt Lehnert. So ist im angrenzenden Hobelwerk mit Erfolg eine Kälin-Maschine in Betrieb.

„Die Anforderungen, die man an uns richtete, waren eine vierseitige Hobelung und Fasung sowie ein bedienerfreundlicher flexibler Betrieb”, erinnert sich Kälin-Geschäftsführer Emil Deiss bei der Anlagenbesichtigung. „Kälin hat unseren Anforderungen am besten entsprochen”, kommentiert Lehnert. Man wählte eine Hobelmaschine mit 460 mm breiten Spindeln. KVH stellt man laut Lehnert zwar nur mit einer maximalen Breite von 24 cm her, doch soll es möglich sein, bei Bedarf auch ungezinkte Ware wie etwa Pfosten zu hobeln. Die maximale Einzugshöhe beträgt 240 mm. „Der Scanner übermittelt der Hobelmaschine bei einem Dimensionswechsel die Querschnittsdaten, die Maschine stellt um und öffnet den Einzug”, erläutert Deiss. Dies gehe innerhalb von wenigen Sekunden vollautomatisch. Eine manuelle Steuerung ist möglich.
Kälin produziert drei Modellreihen von Hobelmaschinen. Dazu liefert man die passenden Schärfmaschinen (Grinder) und auch komplette, vollmechanisierte Hobelanlagen. „Durch diese breite Produktpalette sind wir in der Lage, für praktisch alle Anforderungen in unserem Metier, einen passenden Lösungsvorschlag zu unterbreiten”, stellt Deiss fest. „Auch liefern wir unsere Hobelmaschinen oft in Anlagen anderer Hersteller. Das funktioniert gut, wie das vorliegende Projekt mit SMB zeigt.”

Die neuesten Kälin-Referenzen sind: BSH-Lamellenhobel bei Ecolam, Ciney/BE, und bei Stuber, Schüpfen/CH, ein Lamellenhobel mit Trennaggregat in einer Fertigungsstraße für Schalungsträger bei Steidle, Sigmaringen/DE, ein BSH-Lamellenhobel mit Vorritzaggregaten bei Grossmann, Rosenheim, und eine Universal-Hobelmaschine bei Douglas Structures, Bourganeuf/FR.
Nach dem Hobeln legt ein Moselsäge-Mitarbeiter die fertigen KVH-Stangen mit einem Vakuumheber von Balz, Langnau/CH, auf eine Palette ab, lattet und verpackt sie. Ausgeliefert wird die güteüberwachte Ware sofort, da man nur auf Auftrag produziert. Zum Kundenkreis zählt man Zimmerer und Holzhändler im Umkreis von 70 km.

Moselsäge-Facts

Mitarbeiter: 20
Geschäftszweige: Säge- und Hobelwerk, KVH-Erzeugung
Produkte: Bauholz, KVH (Plan: 10.000 m3/J), Paletten, Kisten, Sonderanfertigungen