13627298161293.jpg

Hochkarätige Diskussionsrunde: Dr. Markus Hofer (Geschäftsführer proHolz OÖ), Klubobmann Gottfried Hirz, DI Horst Reiner (ATP Architekten), Holzbaumeister DI Hans Christian Obermayr, DI Konrad Merz und Dr. Jons Messedat (v. li.) © Mag. Birgit Koller

Wenn Nichts geht, außer Holz

Ein Artikel von Mag. Birgit Koller | 08.03.2013 - 09:17
13627298161293.jpg

Hochkarätige Diskussionsrunde: Dr. Markus Hofer (Geschäftsführer proHolz OÖ), Klubobmann Gottfried Hirz, DI Horst Reiner (ATP Architekten), Holzbaumeister DI Hans Christian Obermayr, DI Konrad Merz und Dr. Jons Messedat (v. li.) © Mag. Birgit Koller

Image ist ja bekanntlich alles – und damit das gute Image bleibt, sollten große Unternehmer und Industriebosse ihren Kunden stets vermitteln, dass man an die Umwelt denkt. Die Wahl des richtigen Baumaterials für neue Gewerbebauten ist dabei von großer Bedeutung. „Wir müssen in der Gegenwart ein ehrliches Zeichen für unsere Zukunft setzen und den Mehrwert von Holz vermitteln, wo es nur möglich ist“, appellierte Georg Adam Starhemberg, Obmann von proHolz Oberösterreich, zum Auftakt der Veranstaltung in Linz. Nur wer mit Holz baut, könne schon die Kassen klingeln hören. „Der Einzelhandel hat diesen Effekt bereits für sich erkannt. Eine Supermarktkette in Vorarlberg konnte mit ökologischer Bauweise auf sich aufmerksam machen und mehr Umsatz erzielen“, weiß proHolz Oberösterreich-Geschäftsführer Dr. Markus Hofer. Weitere Beispiele aus Handel, Industrie und Gastgewerbe begleiteten die rund 155 Teilnehmer durch diesen Nachmittag.

Politik macht Weg frei für „Großes“

13627298192868.jpg

Tragwerksplaner DI Konrad Merz © Mag. Birgit Koller

Damit der Holzbau in Oberösterreich weiteren Aufschwung erhalten kann, müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen passen. Positiv für den Holzbau sollen die Verhandlungen rund um die neue Bauordnung laufen, wie der Grüne-Klubobmann Gottfried Hirz, in Vertretung von Landesrat Rudi Anschober, beim gemeinsamen Dialog mitteilte. Mit der neuen Fassung wird die Beschränkung auf drei Geschosse im mehrstöckigen Holzbau wegfallen. Der Text liegt gerade zur Notifizierung in Brüssel: „Wir sind zuversichtlich, dass keine negative Rückmeldung aus der EU kommt und der Landtag den Beschluss noch im April fassen kann. Ich stehe voll dahinter, denn nur so machen wir den Weg frei für Großes – Gewerbe und Handel schreien nach Holz“, stellte Hirz klar.

Einzementiert war gestern

13667050788742.jpg

Architekt Dr. Jons Messedat © Privat

Gerade wenn´s groß werden muss – ganz egal ob Werkstätte, Lagerhalle, Einkaufszentrum oder Hotel – ist man als Bauherr bei DI Konrad Merz an der richtigen Adresse. Der Schweizer „Halbtags-Österreicher“, wie er sich selbst nennt, ist Meister auf dem Gebiet der Tragwerksplanung. Von Vorarlberg aus koordinierte er zahlreiche Objektriesen, darunter bekannte Unternehmenssitze in Österreich, der Schweiz und Süddeutschland. Das Agrarbildungszentrum Salzkammergut oder die Landwirtschaftsschule Ritzlhof tragen ebenfalls seine Handschrift. Sein Büro hat sich dem Holzbau verschrieben, „weil Holz immer geht“, weiß Merz. Seine Präsentation zeigte an diesem Tag schier Unmögliches: „Bei meiner Tragwerksplanung bin ich oft mit Problemen konfrontiert, die Materialien wie Stahl oder Beton niemals lösen könnten. Schließlich lassen sich Stahlbetonträger nicht per Helikopter auf 2400 m Seehöhe fliegen“, erzählt Merz, der damit auf den Bau einer Schutzhütte im Zillertal verwies. Ein weiteres Beispiel, das nur Holz möglich machte: ein Einkaufszentrum in der französischen Schweiz. „Der Kran für die Montage der Dachkonstruktion konnte nur bis auf 70 m heranfahren. Es blieb dem Bauherren gar nichts anderes übrig, als sich für Holz zu entscheiden. Auf diese Entfernung hätte der Kran die Lasten eines Beton- oder Stahlträgers nicht aufnehmen können“, so Merz.

Holz überzeugt mit Soft-Facts

13627298221945.jpg

Demonstrierter Zusammenhalt: (v. li.) Georg Adam Starhemberg, Obmann proHolz OÖ, Grüne-Klubobmann Gottfried Hirz (er bekam einen Holz-Cowboyhut geschenkt) und Landesinnungsmeister Holzbau Richard Hable © Mag. Birgit Koller

Dr. Jons Messedat vom Institut für Corporate Architecture, Stuttgart, zeigte auf, wie Architektur gezielt zur Vermittlung eines Unternehmensbildes (Corporate Design) eingesetzt werden kann. Der Einsatz von Holz lohne sich, vor allem wenn man Soft-Facts wie Sympathie, Glaubwürdigkeit und Identität betrachte, so Messedat. Trotz seiner spannenden Ansätze bot Messedat keinen Zündstoff für eine abschließende Podiumsdiskussion. Die hochkarätige Runde konnte nicht an das interessante Nachmittagsprogramm anknüpfen. Auch das Publikum nutzte nicht die Chance, Fragen an die Experten zu stellen.