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Generationenhaus Variante 2 © ah3

Generationenhaus auf Partnersuche

Ein Artikel von Kathrin Lanz | 21.03.2018 - 09:53
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Das erste Generationengebäude steht in Pusarnitz und wurde mit einem intelligenten Holzriegel und Brettsperrholz ausgeführt
© Heutemorgen

Dass Johannes Rottenhofers Konzept den Nerv der Zeit trifft, wird schon bei seinem ersten Erklärungsansatz sonnenklar. Stichworte, wie „Bodenversiegelung einschränken“, „(nach)verdichtetes, nachhaltiges und energieeffizientes Bauen“ oder „Wohnraum-größen flexibel anpassen“, machen das Gegenüber neugierig. Wie soll das genau funktionieren?

„Am besten, ich erkläre das am Beispiel meines eigenen Generationenhauses“, schlägt Rottenhofer vor. Als Mann hinter der Marke „Heutemorgen – ein Haus mit Zukunft“ naturgemäß von der Idee überzeugt, errichtete er das erste Systemhaus für sich selbst. Es steht in Pusarnitz im Bezirk Spittal/Drau und wurde als Variante mit vier Einheiten plus Terrassenwohnung ausgeführt. „Als Familie mit Kindern erfährt man, dass ein Haus die verschiedenen Lebensphasen nicht optimal mitmacht. Zuerst ist ein Haus oder eine Wohnung zu groß, dann mit Kindern unter Umständen zu klein. Ein möglicher Heimarbeitsplatz fehlt zumeist komplett. Und wenn die Kinder außer Haus sind, bleiben die Eltern zurück und das Haus ist wieder zu groß“, thematisiert der Holzmensch, der 30 Jahre erfolgreich im Vertrieb von Hasslacher Norica Timber tätig war. „Im Moment brauche ich als selbstständiger Vertriebspartner und Exportberater Büroräume für den Eigenbedarf, eine Wohnung für meinen Sohn und das barrierefreie Erdgeschoss vermieten wir. Benötige ich das Büro einmal nicht mehr, ist die Nutzung als vermietbare Kleinwohnung denkbar. Oder sollte mein Sohn eine Familie gründen, ist es möglich, seinen erweiterten Platzbedürfnissen mit nur wenigen Arbeitsschritten zu entsprechen.“ Veränderbarkeit mit sehr wenig Aufwand, lautet also die Devise. Wenn nötig, lässt sich für jede Einheit ein Eingang von außen realisieren. Ansonsten sind die Verbindungen innen vorgesehen.

Wohnungen oder Büros denkbar

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Nutzungsvarianten: vom Büro- und Einfamilienhaus bis zur Wohnanlage   © ah3

Die Ursprungsidee für das Konzept kommt von den Architekten ah3 aus der Nähe von Wien, die dafür 2012 mit einem Innovationspreis in London gewürdigt wurden. Unter Rottenhofers Marke „Heutemorgen“ fanden Adaptionen statt. Durch Christof Müller, den Geschäftsführer von Weissenseer Holz-System-Bau, wurde er auf das Konzept aufmerksam. Das Holzbauunternehmen aus Greifenburg wurde auch als Generalunternehmer mit der Realisierung des ersten Musterprojektes in Pusarnitz beauftragt.

Die ausgeklügelte Haustechnik inkludiert eine modulare Wärmepumpe mit eigener Photovoltaikanlage. In Ausarbeitung ist noch ein zukunftsträchtiges Energiemanagement vom Speichermedium bis zur E-Mobilität. Die Generationengebäude eignen sich für Büros und/oder Wohnungen. Eine barrierefreie Ausführung ist möglich, der Nassbereich als Küche oder Bad flexibel austauschbar. So passt sich das Haus einfach an jede Lebenssituation und jeden Bedarf an.

Bauträger, Investoren und mehr

Zum Thema Baustoff ergänzt Rottenhofer: „Ich komme vom Holz. Ganz klar präferiere ich den Holzbau. Sollte sich jemand partout nicht dafür erwärmen können, haben wir auch einen Plan B.“ Nun hält er Ausschau nach Interessenten und geeigneten Partnern. Das können etwa Bauträger, Wohnbaugesellschaften, Gemeinden oder Investoren sein. „Auch Kooperationen innerhalb der Branche und mit Privatpersonen sind denkbar.“ Interessierte können sich auch auf der offiziellen Website informieren.