COVID-19

Arbeitssicherheit muss gewährleistet sein

Ein Artikel von Gerd Ebner | 21.07.2020 - 08:29

Fünf Fragen

1. Können Sie Ihre Planergebnisse für 2020 erreichen oder sogar übertreffen?

So wie es im Moment aussieht, können wir unsere Planergebnisse trotz COVID-19 erreichen. Zum Glück durfte die Baubranche auch während der Ausgangsbeschränkungen weiterarbeiten und dadurch kam es nur zu geringen Einbußen bzw. wenigen Verzögerungen oder Verschiebungen.

2. Was ist Ihre interne/externe Haupterschwernis, die von COVID-19 hervorgerufen wurde?

Die Haupterschwernis lag und liegt in der Gewährleistung der Arbeitssicherheit. Die notwendigen Mittel, wie Masken und Desinfektionsmittel, waren und sind teilweise immer noch schwierig in ausreichenden Mengen und guter Qualität zu erhalten. Des Weiteren mussten die Arbeitsgruppengrößen verkleinert und stabil gehalten werden. Wechsel innerhalb der Arbeitsteams galt es zu vermeiden, was nicht immer einfach ist, da unterschiedliche Bauprojekte unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten erfordern und Wechsel sich somit nicht ganz vermeiden lassen. Auch die Anzahl der Firmenautos wurde durch die vielen Kleingruppen oftmals knapp. Eine spezielle Haupterschwernis bei uns im Burgenland war auch die Grenzsituation zu Ungarn. Einige unserer Arbeitnehmer sind Berufspendler und hatten oft Schwierigkeiten, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen, bzw. wussten oft nicht, ob sie am nächsten Tag überhaupt noch zur Arbeit kommen können. 

3. Was ist Ihr „Problemsortiment 2020“?

Grundsätzlich sind wir in der Holzbranche in der glücklichen Lage, dass die Auftragssituation sehr gut ist. Als Hauptproblem 2020 sehe ich die vorherrschenden Unsicherheiten. Niemand weiß, welche Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gesetzt werden müssen und ob ein 2. Lockdown kommen wird und in welchem Ausmaß. Diese Situation macht dieses Jahr für niemanden einfach.

4. Befürchten Sie heuer einen „frühen, langen Winter“ – also einen konjunkturbedingten Nachfragerückgang im 4. Quartal 2020?

Für dieses Jahr befürchte ich noch keinen Nachfragerückgang. Wie es jedoch in den nächsten Jahren aussehen wird, wird sich noch zeigen. Ich befürchte, dass sich die Auswirkungen dieser Krise zeitverzögert auch auf die Holz- bzw. Baubranche auswirken werden. Wie stark diese Effekte sein werden, kann man jetzt noch nicht abschätzen.

5. Sind Sie von der Binnenkonjunktur positiv überrascht?

Ja, die Konjunktur im regionalen Baugewerbe hat mich wirklich sehr positiv überrascht.