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Das Timber Concept-Team realisiert von Weißensberg bei Lindau am Bodensee aus Holzbauprojekte auf der ganzen Welt © Timber Concept

Timber concept

Sie planen die Zukunft in Holz

Ein Artikel von Günther Jauk | 30.11.2020 - 08:11
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Für den „Tree of Life“ in Taiwan lieferte Timber Concept 550 m3 BSH und 150 m3 Furnierschichtholz © Timber Concept

„Noch vor 20 Jahren waren Holzbauprojekte in Übersee, ja selbst in Großbritannien bestenfalls Exoten“, erinnert sich Markus Tiling, der die Branche seit über 30 Jahren kennt und vor sieben Jahren gemeinsam mit drei Gesellschaftern das Unternehmen Timber Concept, Weißensberg/DE, gründete. Die Idee dahinter war, nicht als Vertreter einer Industrie, sondern herstellerunabhängig mit dem Fokus auf internationalen Projekten zu agieren. „So können wir für jedes Projekt uneingeschränkt den besten Produktmix einsetzen“, erläutert Tiling einen der Vorteile und betont aber gleichzeitig auch das partnerschaftliche Verhältnis zu zahlreichen Holzindustrien.

Das Leistungsangebot reicht von reinen Materiallieferungen über Beratung, Statik und Tragwerksplanung bis zur kompletten Entwicklung und Lieferung anspruchsvoller Holzbauprojekte. „Am schönsten ist es natürlich, wenn wir ein Projekt von der Idee über die Planung bis hin zur Auslieferung begleiten dürfen. Sofern das der Kunde wünscht, liefern wir auch Verbindungsmittel und übernehmen zudem die Logistik“, berichtet Tiling.

Weltweit tätig

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Aufwendiges Tragwerk, zahlreiche Holzbauprodukte und exotische Orte: Bei Projekten wie diesem auf den Malediven kann Timber Concept viele seiner Stärken ausspielen © Timber Concept

Das wichtigste der drei Geschäftsfelder von Timber Concept ist die Entwicklung von Baulösungen in Holz, wobei das Unternehmen in der Regel als Komplettanbieter auftritt. Neben Machbarkeitsstudien, Architektenberatung, Statik und Holzbauplanung umfasst das Leistungsspektrum zudem die Arbeitsvorbereitung, den Materialeinkauf sowie die Qualitätssicherung. „Somit können wir jedem Kunden eine maßgeschneiderte, ökologisch sinnvolle und ökonomisch vorteilhafte Lösung anbieten“, betont Gesellschafterin Michaela Schlimm.

Bemerkenswert sind die Vielfalt an Umfängen und Anforderungen sowie die globale Verteilung dieser Projekte. Neben Sporthallen und mehrgeschossigen Bürogebäu-
den in Singapur, einer Schule in den USA, einer Moschee in Kuwait, einem Pavillon in England und Urlaubsresorts in der Karibik, in Indonesien und auf den Malediven be-
richtet Tiling auch vom Tree of Life in Taiwan. Für dieses architektonisch anspruchsvolle Bauvorhaben (s. Bild oben) lieferte Timber Concept 550 m3 BSH, 150 m3 Furnierschichtholz sowie sämtliche Verbindungsmittel.

Besonders stolz ist der Geschäftsführer auch auf ein Projekt, das derzeit auf den Malediven entsteht. Für eine Hotelgruppe entwickelte Timber Concept gemeinsam mit Hermann Blumer und dem Ingenieurbüro SJB Kempter Fitze ein spezielles, ausgesprochen kleinteiliges Tragwerk. „Mit unserem Konzept in Holz haben wir alle anderen Baumaterialien geschlagen – und das nicht nur preislich“, berichtet Tiling. Für den Bau setzte man neben BSH aus Iroko und Fichte auch Furnierschichtholz, Drei-Schichtplatten und Eisenholz ein. Timber Concept zeichnet für die Holzbauplanung sowie die komplette Logistik und Lieferung der Verbindungsmittel verantwortlich.

 

Solange es einen Hafen gibt und ein Schiff hinfährt, können wir dort auch einen Holzbau hinstellen.

Markus Tiling, Geschäftsführer Timber Concept

Regionaler Unterstützer

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Timber Concept plant ausschließlich in 3D. Dabei setzt man auf die CAD/CAM- Lösungen von hsbcad und cadwork © Timber Concept

Neben dem internationalen Projektgeschäft unterstützt Timber Concept regionale Zimmerei- und Holzbaubetriebe mit zahlreichen Dienstleistungen. Dazu gehören die Tragwerksplanung, die komplette Holzbauplanung inklusive Energieberatung und, wenn gewünscht, auch die Arbeitsvorbereitung. „Gerade in diesen Bereichen sind kleinere Unternehmen oft überlastet und schätzen unsere Erfahrung und unser gesamtes Portfolio eines Planungs- und Ingenieurbüros“, weiß Ansgar Knill. Der Gesellschafter leitet das technische Büro des Unternehmens.

Bei der Planung von BSP-Projekten setzte Timber Concept von Anfang an auf die führende CAD/CAM-Lösung von hsbcad. Die ausschließlich in 3D geplanten Holzbauprojekte werden entweder direkt oder über die IFC-Schnittstelle an Kunden und Produktionen übermittelt.

Produktvielfalt

Im dritten Geschäftsbereich „Produkte“ bietet das Unternehmen neben klassischen Ingenieurholzbaustoffen auch zahlreiche Sonderprodukte an. Egal, ob komplexer Abbund, spezielle Oberflächenqualität oder außergewöhnliche Holzart – Timber Concept hat für jeden Auftrag die richtigen Industriepartner zur Hand. In der Regel sind dies europäische Holzindustrien, mit denen man eng zusammenarbeitet. Das Volumen spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. „Wir müssen keine Produktion auslasten. Wichtig ist nur, dass der Kunde eine wirtschaftliche Lösung erhält, die seinen Wünschen entspricht“, so Tiling.

Gute Aussichten

Die Auswirkungen der Coronapandemie auf das Unternehmen bezeichnet Tiling lediglich als „Delle bei den Exporten“. Diesen Rückgang konnte das zehnköpfige Unternehmen gut mit zusätzlichen Aufträgen innerhalb der brummenden mitteleuropäischen Märkte kompensieren. Zudem ortet der Geschäftsführer bereits einen Nachholeffekt – seit September kommen auch wieder vermehrt Anfragen aus Asien.

Mittel- bis langfristig geht Tiling von einem weiteren globalen Wachstum des Holzbaus aus: „Das Holzbauwissen der Bauingenieure, Investoren und Architekten nimmt immer weiter zu. Immer mehr Entscheidungsträger verlieren die Scheu vor dem Holzbau und erkennen dessen Vorteile.
Hinzu kommen auch noch die klimaschutzrelevanten Vorteile.“ Besonderes Potenzial sieht Tiling außerhalb Europas derzeit in Neuseeland, Australien, Japan, den USA und in Singapur, wobei Timber Concept stets für neue Destinationen offenbleibt: „Solange es einen Hafen gibt und ein Schiff hinfährt, können wir dort auch einen Holzbau hinstellen.“