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Auf rund 23.000 m² entsteht am Wiener Donaukanal ein CO2-freies Stadtquartier in Holzhybridbauweise. Laut UBM Development das erste seiner Art in Europa. © UBM Development

Wien

Erstes Wiener Holzhybridquartier

Ein Artikel von Raphael Zeman | 15.11.2022 - 08:46

„Damit hat eine lange Entwicklung ein gutes Ende gefunden. Wir haben die Zeit genutzt, um ein zukunftsweisendes Stadtquartier zu formen – mit einer nachhaltigen Holzbauweise, einer CO2-freien Energieerzeugung und großen, entsiegelten Grünbereichen. Mit dem LeopoldQuartier setzen wir neue Maßstäbe und darauf können wir stolz sein“, so Gerald Beck, Geschäftsführer von UBM Development Österreich, die das Projekt entwickeln.

100 % erneuerbare Energie

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Das LeopoldQuartier wird einen Mix aus Arbeiten und Wohnen bieten. © UBM Development

Auf dem rund 23.000 m² großen Areal, das in fünf Baufelder unterteilt ist, entsteht ein Mix aus Arbeiten und Wohnen mit einer Bruttogeschossfläche von 75.000 m²: 150 City-Apartments, 253 Eigentumswohnungen und 45 Büro- und Geschäftseinheiten. Sowohl bei der Errichtung als auch im Betrieb wird so wenig CO2 wie möglich emittiert. Die Energiegewinnung für Wärme und Kälte geschieht mittels 250 geothermischer Erdsonden direkt am Baufeld. Für den Betrieb wird somit zu 100 % erneuerbare Energie genutzt, was laut UBM gegenüber einer herkömmlichen Energieversorgung mit Fernwärme jährlich rund 300 t CO2 einspart.

Moderne Anforderungen rundum erfüllt

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Das neue Viertel wird direkt am Donaukanal gegenüber vom 1. Wiener Gemeindebezirk erbaut. © UBM Development

Abgerundet wird das Konzept durch großzügige Grünflächen – die bebaute Fläche wird gegenüber dem Bestand um rund 15 % reduziert, mehr als die Hälfte der Liegenschaft sind dann Grünflächen. Zusammen mit dem Mobilitätskonzept – oberirdisch ist das Quartier autofrei, es stehen 350 Pkw-Stellplätze samt E-Lademöglichkeiten sowie Car- und Bike-Sharing-Angebote zur Verfügung – konnte man so gleich fünf Zertifikate für nachhaltiges Bauen bekommen. Zudem werden alle Anforderungen der EU-Taxonomie sowie ESG erfüllt. Von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) wurde das LeopoldQuartier mit dem Zertifikat in Gold für den nachhaltigen Rückbau von Gebäuden ausgezeichnet. Und auch beim Neubau steht das Cradle-to-Cradle-Prinzip, also die spätere Wiederverwertbarkeit der Baumaterialien, im Fokus.

Der Entwurf für das neue Stadtquartier, das unmittelbar an den 1. Wiener Gemeindebezirk grenzt, stammt aus der Feder des Grazer Architekturbüros Gangoly & Kristiner aus Graz. Sie konnten sich beim zweistufigen Wettbewerb unter insgesamt 70 Einreichungen aus dem In- und Ausland durchsetzen. Zuerst will man nun das Bürogebäude errichten. Der Baubeginn ist für das 2. Quartal 2023 anberaumt, die Fertigstellung für Mitte 2025 anvisiert.