- Welche Bedeutung hat die MHolzBauRL2025 für die gesamte Holzbaubranche?
- Welche großen Vorteile bringt die MHolzBauRL2025 für Architekten, (Brandschutz-)Planer und ausführende Unternehmen?
- In welchen Bereichen weist die MHolzBauRL2025 Defizite auf, die es künftig noch zu beheben gilt?
- Sie ermöglicht geregeltes Bauen mit Holz in Deutschland bis zur Hochhausgrenze – auch für Sonderbauten, wie Schulen etc. Damit erschließt sich der gesamt mehrgeschoßige Holzbau einschließlich des enorm wachsenden Geschäftsfeldes der Nachverdichtung und Aufstockung. Davon profitieren nicht nur ausführenden Betriebe, sondern die gesamt Zulieferkette.
- Wenn man sich an die Ausführungsregeln der M-HolzBauRL hält und die neuen Nachweissystematiken konsequent einhält, braucht man keine vorhabenbezogenen Extragenehmigungen mehr und kann sehr schnell ins Bauen kommen. Und es spart Geld für Extraversuche oder -nachweise.
- Im Modulbau beispielsweise sollten wir noch geregelte Anschlüsse für den Zusammenbau auf der Baustelle einführen und natürlich gibt es bei jedem umfangreichen Regelwerk an verschiedenen Stellen noch kleinen Nachregelungs- oder Präzisierungsbedarf, um Missverständnisse oder Fehlinterpretationen zu vermeiden. Das ergibt sich aus der vielfältigen Anwendung in der Praxis. Deshalb wird die Arbeit an der Richtlinie auch fortgesetzt.
- Die Holzbauindustrie hat bereits seit Jahrzehnten das mehrgeschoßige Bauen von vier- bis achtgeschoßigen Gebäuden als einen wichtigen Markt erkannt. Aufgrund von hohen Brandschutzanforderungen war das Bauen jedoch häufig unwirtschaftlich und auch die ökologische Nachhaltigkeit der Bauweise hat gelitten. Durch die Überarbeitung der MHolzBauRL 2024 konnte die Ausführung jetzt zum Teil deutlich erleichtert werden, was sich sicherlich zukünftig an der Zahl realisierter mehrgeschoßiger Holzbauwerke erkennen lässt.
- Durch die neue MHolzBauRL ist das mehrgeschoßige Bauen mit Holz planbarer geworden. Sofern man sich an die Vorgaben der Richtlinie hält, ist die Beantragung zusätzlicher Verwendbarkeitsnachweise und bauaufsichtlicher Abweichungen nicht mehr erforderlich. Dies war bisher im Genehmigungsprozess immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Auch konnte die Konstruktion etwa durch die Verwendung dünnerer Brandschutzbekleidungen vereinfacht werden.
- In einigen Abschnitten der MHolzBauRL liegen noch kleinere und größere Defizite vor, dies betrifft zum Beispiel die Modulbauweise. Das größte Defizit betrifft jedoch die grundsätzliche Einschränkung des Anwendungsbereichs auf Nutzungseinheiten oder Raumgruppen mit einer maximalen Fläche von 400 m². Diese Einschränkung ist zwar bei einer Wohnnutzung völlig unproblematisch, sollen jedoch Schulen oder Kindergärten errichtet werden, muss sehr sorgfältig geprüft werden, ob sich das geplante Bauwerk noch mit dem Anwendungsbereich der Richtlinie in Übereinstimmung bringen lässt. Das Ergebnis fällt wahrscheinlich negativ aus. Eine Anpassung des Anwendungsbereichs ist daher dringend geboten. Dennoch gilt, dass die MHolzBauRL bestimmt für etwa 90 % aller geplanten Gebäude in Holz eine sehr gute und auskömmliche Lösung darstellt.
- / 2. Die MHolzBauRL2025 ermöglicht Planern und Bauherrn in Deutschland ohne den aufwendigen Prozess einer Bauartgenehmigung regelhaft, Gebäude in Holzbauweise bis zur Hochhausgrenze zu bauen. Weiterhin öffnet die Richtlinie den Anwendungsbereich für die Holztafelbauweise in die GK 5 sowie ermöglicht die Anwendung auf Sonderbauten (mit bestimmungsgemäß selbstrettungsfähigen Personen). Damit werden Regulierungen abgebaut und eine schnellere und abweichungsfreie Genehmigung für Gebäude in Holzbauweise ermöglicht
3. Es gibt noch restriktive Regelungen bezüglich der maximalen Größe der Nutzungseinheiten (grundsätzlich 400 m²) sowie dem zulässigen Anteil ungeschützter Holzoberflächen (Holzmassivbauweise).