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Helle Büroeinheiten mit angenehmem Raumklima – positiv beeinflusst durch den nachwach- senden Baustoff Holz © Trecolore Architects

Hasslacher Preding Holzindustrie

Ein Bürogebäude, das zeigt, was Holz kann

Ein Artikel von Birgit Fingerlos (für holzkurier.com bearbeitet) | 09.12.2025 - 11:30
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Das neue Büro- und Verwaltungsgebäude der Hasslacher Gruppe am Standort in Preding gilt als Leuchtturmprojekt für den modernen Holzbau. © Trecolore Architects

Das neue Bürogebäude der Hasslacher Preding Holzindustrie umfasst drei Geschoße mit einer Bruttogeschoßfläche von 2221 m². Es wurde dank des Baustoffs Holz in nur acht Monaten errichtet. Die moderne Architektur dieses Leuchtturmprojekts überzeugt mit verschachtelten Baukörpern und markanten Auskragungen, die nicht nur gestalterisch anspruchsvoll, sondern auch zeitgemäß sind. Besonders eindrucksvoll sind die sichtbaren Holzoberflächen, die ein angenehmes Arbeits- und Raumklima schaffen und die Nachhaltigkeit des ­Bauwerks auch im Inneren erlebbar machen.

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Für das tragende Skelett kamen über 1000 m3 Holz aus Eigenproduktion zum Einsatz. © Trecolore Architects

Rund 1000 m³ Holzprodukte der Hasslacher Gruppe wurden für den Holzskelettbau und das vorgefertigte Fassadensystem eingesetzt. Für das Flachdach, die Zwischendecken und teilweise auch für Trennwände wurden 655 m³ Hasslacher Brettsperrholz produziert und mit einer Exzellentoberfläche der Holzart Fichte versehen. Diese Exzellent-Lamellen setzen neue Maßstäbe und bieten minimale Fugenbildung sowie reduzierte Rissbildung in der Decklage. Beim reinen Skelettbau kamen 232 m³ Brettschichtholz zum Einsatz. Hoch beanspruchte Bauteile im Bereich der Auskragungen bestehen aus Birken-Brettschichtholz. Dieses zeichnet sich insbesondere durch eine unvergleichliche Optik und hohe mechanischen Eigenschaften aus. Weit gespannte Tragwerke beziehungsweise Trägersysteme sind bei gleichzeitig hohen Ansprüchen an die Ästhetik umsetzbar, argumentiert man bei der Hasslacher Gruppe. In den Außenbereichen sind 22 m³ Fassadenbretter sowie 222 m² Terrassendielen verlegt worden.

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Das Foyer mit Mooswand und Slogan der Hasslacher Gruppe im Luftraum © Trecolore Architects

Zudem kamen auch Schnittholz und Konstruktionsvollholz zum Einsatz. Alle Produkte wurden in der Hasslacher Gruppe produziert. Ausgenommen davon sind die Fußböden und Akustikdecken, welche von der Admonter Holzindustrie stammen. Durch die frühzeitige Beiziehung der ausführenden Tochtergesellschaft der Hasslacher Gruppe, Holzbau Hofer, und einer perfekt getakteten Ablaufplanung sowie werkseitigen Vorfertigung konnte in nur knapp sechs Wochen der Holzrohbau fertig gestellt werden.

Nachhaltigkeit im Fokus

Das neue Verwaltungsgebäude der ­Hasslacher Preding Holzindustrie setzt auf eine ökologische Bauweise. So unterlag das Gebäude den strengen PEFC-Richtlinien für Projektzertifizierungen und bei den Bauprodukten wurde besonders auf PVC- und halogenfreie Materialien geachtet.

Das Flachdach ist extensiv begrünt, um der Bodenversiegelung entgegenzuwirken und dem ­entsprechend wurde auch die Außenanlage angepasst. Die Energieversorgung erfolgt über eine Photovoltaikanlage, welche zusätzlich die Ladestationen für Elektrofahrräder und -autos speist. Moderne Technologien, wie beispielsweise eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und ein Wärmepumpensystem, gewährleisten ein energieeffizientes Raumklima.

Mit PEFC-Award ausgezeichnet

Die Hasslacher Holding wurde für ihr neues Bürogebäude in Preding mit dem PEFC-Award in der Kategorie „Chain of Custody (CoC)“ ausgezeichnet. Jedes Bauteil lässt sich bis zur Rohware zurückverfolgen. In drei Audits (Erstaudit, Zwischenaudit und Endabnahme) musste die gesamte Chain of Custody nachgewiesen werden.

Intelligente Gebäudetechnik

Das Gebäude ist mit smarten Technologien ausgestattet: Für ein der Jahreszeit entsprechendes Raumklima sorgt ein ausgeklügeltes Sonnenschutzsystem und eine kontrollierte Raumlüftung mit Wärmerückgewinnung sowie ein energieeffizientes Wärmepumpensystem zum Heizen und Kühlen der Büroräumlichkeiten. Eine 12 m hohe Wand, belegt mit Moos, die sich über das gesamte Foyer beziehungsweise Atrium erstreckt, wirkt ausgleichend auf die Luftfeuchtigkeit und verleiht dem Gebäude den eigenen Stil der Hasslacher Gruppe, frei nach ihrem Motto „From wood to wonders“.

Projektbeteiligte und Eckdaten

Auftraggeber des Projekts ist die Hasslacher Gruppe, während die architektonische Planung von Trecolore Architects übernommen wurde. Für Statik und Konstruktion zeichnet die Luggin – Ziviltechnikergesellschaft verantwortlich. Bauherr des Gebäudes ist die Hasslacher Preding Holzindustrie. Das Projekt wurde 2024 realisiert, wobei die Holzkonstruktion innerhalb von nur sechs Wochen errichtet werden konnte.