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Paketkappsäge von Holtec © Holtec

Breite Aufstellung

Ein Artikel von DI (FH) Martina Nöstler | 14.12.2009 - 16:51
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Paketkappsäge von Holtec © Holtec

In den Anfangsjahren ist Holtec vor allem durch die Aufträge von kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Sägewerksindustrie gewachsen“, erzählt Geschäftsführer DI (FH) Alexander Gebele. „Diese Verbundenheit haben wir nie aufgegeben. Sie ist ein unverrückbarer Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie.“ Holtec ist in den Geschäftsfeldern Rundholzmanipulation für die Sägeindustrie, Paketkappsägen und Holzplatzanlagen für die Holzwerkstoffindustrie tätig. Für alle drei Bereiche bietet Holtec entsprechende Serviceleistungen an. Damit habe man sich auf die ureigensten Kernkompetenzen spezialisiert.
Holtec wurde 1970 von Peter Klement, dem damaligen Geschäftsführer und Inhaber, gegründet. Grundlage für die Unternehmensgründung bildete eine intensive Marktforschung, die als Ergebnis ein hohes Nachfragepotenzial nach Maschinen und Mechanisierungen für die Sägewerksindustrie verbunden mit einem zunehmenden und differenzierten Schnittholzbedarf hatte. Ziel von Holtec war in den Anfangsjahren ausschließlich der Vertrieb von Sägewerksanlagen. 1972 wurde mit dem Aufbau einer eigenen Konstruktion und Fertigung begonnen. Zum Gegenstand der Unternehmung zählen heute die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von Komplettanlagen für die Holzindustrie. „Die Geschichte von Holtec in den 1970er- und 1980er-Jahren ist durch zahlreiche Patente sowie durch ein steigendes Auftrags- und Produktionsvolumen gekennzeichnet“, berichtet Gebele stolz.

Leistungen aus der Eifel

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Kurzholzaufgabe bei Egger in Brilon: Die beidseitig zugetakteten Abschnitte werden in einem V-Rollengang zusammengeführt und beschleunigt © Holtec

„Zu den bedeutendsten Leistungen von Holtec für die Brache zählen die Modifizierung und Weiterentwicklung der Schwertkettensäge zum Kappen von Rundholz sowie Schnittholzpaketen“, zählt der Geschäftsführer auf. Die ersten stationären und fahrbaren Schwenksägen wurden im Lizenzauftrag von Stihl gefertigt. Die Unternehmen entwickelten gemeinsam eine spezielle Sägekette, die zusammen mit der Führungsschiene das Herzstück der Schwenksäge darstellt, erfährt man in Hellenthal.
1991 baute Holtec eine zweite Produktionsstätte in Jänkendorf/DE auf und übernahm die Schienenfertigung von Stihl für den Paketkappsägenbereich. Zwischenzeitlich wurden mehr als 8000 Paketkappsägen weltweit geliefert.

Drei-Marken-Strategie

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Erfolgreiche Installation bei James Jones: Projektleiter Rob MacKenna, Holtec-Geschäftsführer Alexander Gebele, Leiter Sägewerksdivision Eddie Balfour (v. li.) © Holtec

Mit dem Trend zu leistungsfähigeren und größeren Einheiten in der Sägeindustrie und um den unterschiedlichen Anforderungen von Klein- und Großbetrieben besser gerecht zu werden, hat Holtec 2003 eine Differenzierung bei den Rundholzplatzanlagen mit einer Drei-Marken-Strategie durchgeführt:
• basic-line: Leistungsprogramm für kleinere Unternehmen im Bauholzbereich mit Einschnittleistungen von 25.000 bis 50.000 fm/J
• solid-line: Programm für Betriebe mit Einschnittleistungen von 50.000 bis 300.000 fm/J
• solid-plus: Anlagen für den großindustriellen Einsatz von 300.000 bis über 1 Mio. fm/J

Einstieg in Holzwerkstoffindustrie

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Rundholzsortierung bei James Jones: Rundholzplatz mit zwei Reduzierbypässe (hinten links), Drehvorrichtung, Entrindung und Mess- und Sortierblockzug © Holtec

Seit 1998 ist Holtec in der Holzwerkstoffindustrie (Span, MDF, OSB, Pellets, Biomasse) tätig. Begonnen hat es mit einem Auftrag für Kronospan in Luxemburg. Installationen bei Glunz (Sonae) in Nettgau/DE, Egger in Wismar/DE sowie fünf Aufbereitungslinien zur OSB-Herstellung für die Kronospan-Gruppe folgten. Heuer liefert Holtec eine Entrindungslinie an einen führenden deutschen Pelletshersteller. „Die Ausführungsnorm solid-plus ist in der Holzwerkstoffindustrie binnen weniger Jahre zu einem Qualitätsstandard für das Rundholz-Handling geworden“, informiert Gebele. Im Sommer schloss Holtec die Inbetriebnahme einer neuen Hackerbeschickung für Egger in Hexham/UK ab.

Für Hochleistung

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Holzplatzanlage: 2007 lieferte Holtec erstmals eine OSB-Komplettanlage für Kronospan, Jihlava/CZ © Holtec

Mit solid-plus konnte Holtec 2005 auch erstmals in neue Kundenkreise im Hochleistungssektor der Sägeindustrie vordringen. Als Referenz zählt Gebele unter anderem Klausner, Ladenburger, Krenzer und Glennon auf. Die größte Holtec-Anlage zur kombinierten Bearbeitung von Lang- und Kurzholz steht bei Egger in Brilon/DE. Dort wurden Förderanlagen modifiziert und an das geforderte Leistungsniveau angepasst.
Als aktuell abgeschlossenes Projekt im Hochleistungsbereich nennt man bei Holtec den Rundholzplatz bei James Jones in Lockerbie/UK. James Jones zählt zu den größten Sägern in Großbritannien. Über den Jahreswechsel montiert Holtec einen neuen Rundholzplatz bei Polens größtem Sägewerker Tartak Olczyk fort.
Auch Russland ist für das Eifler Unternehmen ein entscheidender Markt: Nach Abschluss der Projekte bei TSLK und Arkaim wird im kommenden Jahr eine neue Rundholzsortierung und Sägewerksbeschickung für Altailes nach Russland geliefert. Seit Anfang 2009 unterhält Holtec eine eigene Repräsentanz in St. Petersburg/RU.

Laufend Neuheiten für die Holzindustrie

Über 250 Anlagen zur Rundholzmanipulation wurden in fast 40 Jahren für die Sägeindustrie geliefert. „Ständige Verbesserungen der Anlagen sind unsere Motivation“, meint Gebele. Zu den Produktneuheiten zählt etwa der Treppenschieber für die Holzwerkstoffindustrie: Er hat sich besonders bei krummen und kleinen Hölzern bewährt. Auch kleine Rest- oder Bruchstücke lassen sich problemlos zur Beschickung von Entrindungen und Hackern transportieren. Eine weitere Neuheit ist der Ausrichtrollengang mit Zuteilrad für die Sägeindustrie. Die Stämme werden mit dem sogenannten Chain-less-System auf eine definierte Nullkante ausgerichtet. Dadurch wird die Lücke zwischen den Stämmen minimiert und die Leistung kann bei gleichbleibender Geschwindigkeit erhöht werden.

Neue Maßstäbe für Rundholz

„Der V-Rollengang, rechtwinklig zueinander angeordnete Rollenpaare, setzt bei der Stammbeschleunigung neue Maßstäbe. Ein seitliches Ausweichen der Stämme ist für alle Durchmesser ausgeschlossen. Geschwindigkeiten von 250 m/min sind möglich“, informiert man bei Holtec. Mit dem Exzenterausstoß können 50 Abschnitte pro Minute absortiert werden. Aufgrund der speziell gestalteten Auswerfkontur lassen sich auch Stammfolgen mit besonders kurzen Lücken bei gleichzeitig hoher Leistung einteilen.
Beim Tandem-Stufenschieber verzichtet das Unternehmen auf Ketten, Kettenräder, mechanische Gleitführungen und hydraulische Verbraucher. Das reduziert Verschleiß, Wartungs- und Schmierstoffkosten – bei über 40 Vereinzelungshüben pro Minute.

Branchen-Kenner

Gebele ist seit 1998 im Unternehmen tätig. Durch seine Ausbildung im Sägewerk zum Holzbearbeitungsmechaniker und dem Studium an der FH Rosenheim kennt er die Bedürfnisse der Kunden aus eigener Erfahrung. Er führt Holtec gemeinsam mit Ute Klement, der Tochter des Unternehmensgründers.
„Durch das breite Produktportfolio, verbunden mit der Konzentration auf unsere Kernkompetenzen, sind wir sehr gut aufgestellt“, ist der Geschäftsführer überzeugt. Die Auslastung des Unternehmens ist nach wie vor stabil. „Mit unseren engagierten Mitarbeitern blicken wir positiv in die Zukunft“, heißt es aus der Eifel.

Holtec

Gründung: 1970 durch Peter Klement
Geschäftsführer:Ute Klement, Alexander Gebele
Hauptsitz: Hellenthal/DE
Produktionsfläche: 8000 m² an zwei Standorten
Mitarbeiter: 135
Umsatz: über 30 Mio. €/J (2008)
Produkte: Beschickungen und Vereinzelungen für Langholz und Abschnitte, Rundholzsortierung, Paketkappsägen, Holzplatz-Anlagen für Spanplatte, MDF, OSB, Pellets und Biomasse, Beschickungen für Zerspaner und Hackanlagen, automatische Steuerungen und Visualisierungen
Export: 70 %