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MM-Sherpa-Laufwagen mit der Seriennummer 600: Stolze Mitarbeiterder Werkstatt (v.li.): Gerorg Schinnerl, Franz Knoll, Friedrich Prietl © MM Forsttechnik

Langfristig punktet Qualität

Ein Artikel von Elisabeth Feichter | 07.12.2016 - 15:46
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Geschäftsführer: Willibald Ehrenhöfer (li.), GF Mayr-Melnhof, und Thomas Pusch, GF MM Forsttechnik © Elisabeth Feichter

Seit Generationen ist die Familie Mayr-Melnhof-Saurau in der Forstwirtschaft tätig. So verwundert es nicht, dass man sich bereits in den 1960er-Jahren Gedanken über die darauf abgestimmte Holzerntetechnik machte und begann, eigene Lösungen zu entwickeln. Der Schwerpunkt war und ist die Entwicklung von Forstmaschinen für die Holzbringung im Steilgelände. Das Leistungsspektrum der MM Forsttechnik verbindet ökonomische und ökologische Aspekte für eine moderne Forstwirtschaft. Alle Forstseilgeräte sind TÜV-geprüft, entsprechen somit den internationalen Sicherheitsstandards und zeichnen sich durch Zuverlässigkeit aus. Damit kann eine sehr hohe Wertbeständigkeit garantiert werden. Dass nur qualitativ hochwertige Seilgeräte das Werk in Frohnleiten verlassen, zeigt der Gebrauchtmaschinenmarkt. „Bisher ist zum Beispiel noch kein einziger Syncrofalke aus Altersgründen ausgeschieden. Die ältesten Modelle verzeichnen etwa 30.000 Betriebsstunden und sind nach wie vor im Einsatz. Erstaunlicherweise lassen sich diese Maschinen noch immer am Gebrauchtmaschinenmarkt verkaufen“, so Johannes Loschek, Urgestein bei MM Forsttechnik. Der statisch bestimmte, tiltbare sowie um 360° drehbare Mast mit dem angebauten Windenaggregat stellt – neben der praktikablen Steuerung mit Streckenautomatik – das Herzstück jeder Anlage dar. Die aktuelle Produktpalette besteht aus den beiden Seilgerätetypen Syncro- und Wanderfalke von 2 t bis 4 t sowie dem MM-Sherpa-Laufwagen mit einer Tragkraft von 1,5 t bis 4t.

Kunde und Hersteller zugleich

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MM-Sherpa-Laufwagen mit der Seriennummer 600: Stolze Mitarbeiterder Werkstatt (v.li.): Gerorg Schinnerl, Franz Knoll, Friedrich Prietl © MM Forsttechnik

Etwa 300 Seilgeräte und doppelt so viele Laufwagen von MM Forsttechnik sind derzeit weltweit im Einsatz und es werden durchschnittlich 15 Kippmastgeräte und 30 Laufwagen jährlich ausgeliefert. Der entscheidende Vorteil von MM Forsttechnik war und ist die enge Zusammenarbeit mit dem eigenen Forstbetrieb. Dieser ist gleichzeitig Kunde und bringt ständig Wünsche und Ideen für die sichere und wirtschaftliche Holzbringung im Steilgelände ein.

Alleinstellungsmerkmale

Speziell in der Bergabseilung liegt die Stärke von MM Forsttechnik. Die meisten Kaufentscheidungen werden aufgrund dieser Kompetenz getrffen. Mit den beiden Maschinentypen bietet der 3-Seil-Spezialist aus Frohnleiten universal einsetzbare Geräte und Anlagen an. „Dabei zeichnet sich der Syncrofalke besonders durch den ausgezeichneten Gleichlauf der Arbeitsseile sogar bei hohen Laufwagengeschwindigkeiten bis 10 m/Sekunde und Streckenlängen bis 900 m aus. Optional können beide Maschinentypen mit einem lastfühlenden Schnellgang ausgestattet werden, somit können unsere Kunden die Produktivität bei Bergaufarbeiten enorm steigern“, so Tomas Pusch, Geschäftsführer der MM Forsttechnik.

Forstausstatter des Jahres

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Die Wanderfalken-Trilogie: Track, Trailer und Truck © MM Forsttechnik

Das Team der MM Forsttechnik hat es geschafft, mit einer modularen Bauweise der Seilgeräte ein Serienprodukt zu entwickeln. Mit 17 verschiedenen Aufbau- und Antriebsvarianten des Syncro- und Wanderfalken kann auf individuelle Kundenwünsche eingegangen werden. Im Grunde stehen drei Aufbauvarianten zur Verfügung: Truck, Trailer oder Track. Bei der Variante Track handelt es sich um ein Raupenlaufwerk für schwieriges Terrain mit geringer Forststraßenaufschließung. Beispielsweise wurde erst kürzlich ein Wanderfalke Track nach Japan geliefert. „Mit der Möglichkeit der modularen Bauweise gibt es keine Maschinenunikate. Mit dem Clustern der Maschinenkomponenten vereinfacht sich die Teilebevorratung und damit ist eine hervorragende Ersatzteilverfügbarkeit gewährleistet“, informiert Pusch. Die Kunden können selbst entscheiden, welches Trägerfahrzeug verbaut wird. Bei den Varianten Trailer und Track werden nur Motoren, die der letztgültigen Abgasstufe entsprechen, verbaut. So weit wie möglich fertigt MM Forsttechnik die Stahlbau-Kernkomponenten selbst oder in Kooperation mit regionalen Betrieben. „Unsere Qualität, das rasche Service und die Verfügbarkeit der Ersatzteile werden vom Kunden ebenso geschätzt wie die angebotenen Einschulungen und Trainings“, betont Pusch.

Blick in die Zukunft

In den vergangenen Jahren gab es viele kleine Neuerungen und Weiterentwicklungen, die aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen sind. „Wir sind stets bemüht, die Holzerntekosten mit Verbesserungen unserer Technologie und der Optimierung der Holzerntesysteme zu reduzieren“, gibt Willibald Ehrenhöfer, Geschäftsführer Mayr-Melnhof, zu verstehen. „Wichtig ist die Kosten-Nutzen-Relation, wobei nicht der Kaufpreis einer Neumaschine entscheidend ist, sondern die laufenden Kosten im Vergleich zur Leistung der Maschine. Unsere Maschinen haben nicht nur eine hohe Lebensdauer, sondern nach Jahren noch einen sehr hohen Wiederverkaufswert. Zur Leistung gehört neben der richtigen Technik natürlich eine gut eingearbeitete Mannschaft. Hier versuchen wir, mit einer einwöchigen Einschulung und laufenden Angeboten für Aus- und Weiterbildung unsere Kunden zu unterstützen. Unser Ansatz ist, dass wir in unserem Tun immer an die Kunden und deren Auftraggeber denken“, so Ehrenhöfer. Im Gespräch mit der Forstzeitung deutet Ehrenhöfer an, dass Neuentwicklungen anstehen: „Wir verraten noch nichts Konkretes. Was ich jedoch vorausschicken kann, ist, dass diese Entwicklungen in Richtung höhere Automatisierung gehen werden.“ Der bewährte Laufwagen MM-Sherpa wird komplett überarbeitet. Zu den bereits bekannten Funktionen soll beim MM-Sherpa die Hybrid-Technologie Anwendung fnden. Ab 2017 ist der neue Laufwagen erhältlich. MM Forsttechnik ist nicht nur dabei, den Markt und die Produktpalette zu erweitern, sondern bietet jetzt schon bedarfsgerechte Versicherungs- und Finanzierungspakete an. „Gemeinsam mit unseren Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Geschäftspartnern werden wir auch in Zukunft intensiv an Verbesserungen unserer Produkte und der Erweiterung unserer Dienstleistungen für mehr Sicherheit und Effzienz in der Forstwirtschaft arbeiten“, fügen Pusch und Ehrenhöfer unisono hinzu.