SCHÄFERWERK GÖDEKE

Sägeraue Bretter scannen

Ein Artikel von Raphael Kerschbaumer | 12.10.2022 - 15:41

Bei einer Einschnittkapazität von rund 30.000 fm/J Buchenholz braucht es zuverlässige Maschinensysteme, die einen reibungslosen Produktionsfluss erlauben. Aus diesem Grund vertraut man beim Schäferwerk Gödeke, Dassel/DE, bereits seit Langem auf die Weinig-Gruppe. „Weinig ist bei uns als Partner über die vielen Jahrzehnte im Betrieb gewachsen – da wissen wir einfach, was wir bekommen“, kommentiert Thomas Ritschel, Betriebsleiter beim Schäferwerk Gödeke, die Zusammenarbeit und ergänzt: „Ich kenne unsere Ansprechpartner bei Weinig seit meinen Anfängen im Betrieb persönlich. Wenn wir etwas brauchen, ist sofort jemand zur Stelle.“

Durchgehende Handschrift

„Unser Betrieb ist insgesamt sehr Weinig-lastig. Das beginnt beim Scanner und endet bei der Leimholzplatten-Presse“, informiert Ritschel. Nach der Scaneinheit findet sich eine – ebenfalls im Zuge des jüngsten Investments erneuerte – Hochleistungskappsäge Opticut 450 Quantum mit Leistungspaket von Weinig Dimter, Illertissen/DE. Gezinkt werden die Gutteile mit einer Keilzinkenanlage von Weinig Grecon, Alfeld/DE, ehe ein Teil der Produktion weiter in die eigene Plattenproduktion geht.

„Mit unserer Profipress T5500 HF-Massivholzplatten-Presse von Weinig Dimter sind wir flexibel und können einschichtige Platten produzieren. Mit den Zuschnitten bedienen wir unter anderem auch die deutsche Möbelindustrie“, erklärt Ritschel.

Die gute Partnerschaft mit Weinig ist bei uns über die Jahrzehnte gewachsen. Da wissen wir einfach, was wir bekommen.


Thomas Ritschel, Betriebsleiter Schäferwerk Gödeke

Intelligent scannen

Ein Highlight des gesamten Maschinenparks ist jedoch mit Sicherheit der neue Easyscan Smart C200 aus dem Hause Weinig Luxscan. Erst im Sommer des Jahres wurde die bestehende Scan- und Kappvorrichtung erneuert und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Das Besondere dabei: Der neue Scanner ist vollgepackt mit intelligenten Systemen: „Künstliche Intelligenz ist bei der Holzfehlererkennung besonders effektiv. Sie ermöglicht es, auch unter schwierigen Bedingungen, wie bei sägerauem Buchenholz, auf teure Sensorenkomponenten zu verzichten“, kommentiert Paul Rigaux, Produktmanager bei Weinig Luxscan, den neuen Scanner. Tatsächlich ermöglichen die smarten Programme im Hintergrund ein zuverlässiges Ergebnis ohne eine in den Scanner integrierte Röntgeneinheit. „Dadurch können bei gleichbleibender Qualität die Kosten vergleichsweise gering gehalten werden“, berichtet Rigaux weiter. Die Hardwarekomponenten bestehen aus zwei Kameras je Seite. Dadurch werden alle vier Brettseiten mittels einer Farbkamera und eines Lasers in voller Geschwindigkeit erfasst. Vorschübe bis zu 180 m/min sind dabei mit der Anlage möglich.

Ständiges Lernen

Ein weiteres Highlight des Scanners steckt in den verbauten Laserkomponenten. „Mithilfe des Lasers können wir dem Faserverlauf der Hölzer folgen. Abweichungen, beispielsweise aufgrund von Ästen, werden so frühzeitig erkannt und können anschließend entsprechend ausgekappt werden“, informiert Rigaux.

„Wir bei Weinig Luxscan sind sehr stolz, unseren Kunden eine Toplösung für den Laubholzbereich liefern zu können. Trotzdem wollen wir uns nicht auf unserem Erfolg ausruhen. Künstliche Intelligenz basiert auf Lerneffekten. Unser Forschungs- und Entwicklungsteam arbeitet laufend daran, den Algorithmus weiter zu verbessern und so das Maximale für unsere Kunden herauszuholen“, zeigt sich Rigaux erwartungsvoll.

Versorgung gesichert

Trotz der deutlich spürbaren Trockenschäden in den niedersächsischen Wäldern und Marktschieflagen durch die gestiegenen Brennholzpreise sollte laut Ritschel die Versorgung mit Rundholz gesichert sein: „Unsere etablierten, partnerschaftlichen Beziehungen zu den Forstbetrieben in der Region kommen uns hier sehr zugute. Wir decken unseren Bedarf fast ausschließlich aus einem rund 50 km großen Radius. Hohe Möbelqualitäten einzukaufen, wird jedoch zunehmend schwieriger.“

Zukünftig könnten für den Betriebsleiter aus diesem Grund auch andere Holzarten interessanter werden: „Derzeit verarbeiten wir in unserem Betrieb fast ausschließlich Buchenholz. Esche oder auch Eiche könnte jedoch sicherlich spannend für uns werden. Eine Holzartenumstellung auf der Weinig-Anlage ist glücklicherweise ein Leichtes.“