Update, 21. Januar 2026
Am 21. Januar fand am Landesgericht Salzburg die Prüfungstagsatzung im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Weiss GmbH, Flachau, statt.
Das Unternehmen war im Holzhandel sowie in der Holzverarbeitung tätig. Zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung betrieb man zwei Standorte und beschäftigte 35 Mitarbeiter. Mit Gerichtsbeschluss vom 4. November 2025 wurde der Betrieb geschlossen.
Bislang haben laut KSV1870 rund 230 Gläubiger, einschließlich der Dienstnehmer, Insolvenzforderungen in Höhe von 16,16 Mio. € angemeldet. Davon wurden Forderungen im Ausmaß von 11,01 Mio. € anerkannt, während etwa 5,15 Mio. € vorerst bestritten blieben.
Es handelt sich nicht um die erste Insolvenz der Weiss GmbH. Bereits 2024 befand sie sich in einem Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Salzburg. Der damals von den Gläubigern angenommene Sanierungsplan sah eine 20%ige Quote in Teilzahlungen vor, wurde jedoch nicht vollständig erfüllt. Zu diesem Zeitpunkt galten laut KSV1870 Forderungen in Höhe von rund 14,7 Mio. € als anerkannt.
Update 30. Oktober 2025
Nachdem die Weiss GmbH, Flachau, bereits im vergangenen Jahr in die Insolvenz gerutscht war, hat man 30. Oktober 2025 am Landesgericht Salzburg ein Konkursverfahren auf Eigenantrag eröffnet, berichtet Creditreform.
Bereits am 3. April 2024 wurde über das Vermögen der Weiss GmbH am Landesgericht Salzburg ein Sanierungsverfahren eröffnet. Das Sanierungsverfahren wurde mit einer 20%igen Quote abgeschlossen. Das Unternehmen wurde verkleinert und durch den Abbau des Lagers und positiver operativer Beiträge aus dem Betrieb sollten die Quotenzahlungen erwirtschaftet werden, schreibt Creditreform. Allerdings ergaben sich aus dem vorhergehenden Sanierungsverfahren zu hohe Belastungen, so dass die Quotenzahlungen nicht gänzlich erwirtschaftet werden konnten.
Laut KSV1870 sind die jetzigen Insolvenzursachen primär auf hohe Belastungen aus dem vorhergehenden Sanierungsverfahren zurückzuführen. Eine monatliche Mietbelastung von rund 40.000 € für das Zurückmieten von bereits verkauften Liegenschaften und der Personalabgang von Schlüsselmitarbeitern hat zu einem deutlichen Geschäftseinbruch geführt. Durch die schwierige Vorfinanzierung im Hinblick auf Lieferung nur gegen Vorauskasse kam es zum Entgang einiger Aufträge, der Aufbau neuer Lieferanten ist nur langsam geglückt, heißt es.
Die Passiva belaufen sich auf 10,65 Mio. €, die Aktiva zu Liquidationswerten werden mit 0,95 Mio. € angegeben. 42 Dienstnehmer sind betroffen. Die Schuldnerin beabsichtigt keine Unternehmensfortführung. Das Unternehmen soll geschlossen werden. Zum Masseverwalter wurde der Rechtsanwalt Mag. Thomas Payer bestellt.
Update, 3. Juli 2024
Am 3. Juli wurde der Sanierungsplanantrag in der Insolvenz der Weiss GmbH, Flachau, angenommen. Die gesetzlich erforderlichen Mehrheiten wurden erreicht, informiert der KSV1870. Die Gläubiger haben der Sanierung zugestimmt. Das Unternehmen wird fortgeführt.
243 Gläubiger haben Forderungen angemeldet. Zusätzlich haben 109 Dienstnehmer Forderungen in gegenständlichem Verfahren angemeldet. Derzeit sind rund 50 Dienstnehmer aufrecht beschäftigt. Die Passiva der Weiss GmbH gibt der KSV1870 mit rund 14,9 Mio. € an.
Die Gläubiger erhalten 20%, zahlbar mit einer 5%-Barquote binnen 14 Tagen ab Annahme, nicht jedoch vor Rechtskraft der Bestätigung (Ausschüttung durch den Masseverwalter), und jeweils 7,5% binnen 12 und 24 Monaten ab Annahme des Sanierungsplans.
Update, 12. April
Eine Sanierung der Weiss GmbH, Flachau, werde nach wie vor angestrebt. Es waren inzwischen aber Rationalisierungsmaßnahmen zu setzen, welche die Schließungen von Filialen und Sparten zur Folge hatten, informiert KSV1870. Geschlossen werden die Filialen St. Valentin, Tamsweg, Zell am See und Spittal. Zudem werden folgende Sparten eingestellt: Produktion Eiche, Einkauf Ost, Technik BSP, Tischlerei und Montage, Großhandel Pongau, Großhandel Kärnten, Großhandel Deutschland Süd und Verkauf Tschechische Republik.
3. April
Das Familienunternehmen bestehe seit 1965, informiert der KSV1870. Rund 107 Mitarbeiter werden beschäftigt. Das Unternehmen ist unter anderem auf den Holzhandel spezialisiert. Es werden neben einem Showroom und der Zentrale in Flachau weitere Verkaufsstandorte, beispielsweise in Tamsweg und Zell am See, betrieben.
Rund 360 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen. Die Passiva werden vom KSV1870 mit rund 15 Mio. € angegeben. Die Aktiva liegen bei 2,85 Mio. € (Liquidationsbasis). Eine Fortführung werde angestrebt, heißt es.
Gegenüber dem Holzkurier bestätigt Geschäftsführer und 98,5%-Eigentümer, Christian Weiß, das Bemühen, „das Unternehmen fortzuführen. Wir haben ein Sanierungskonzept eingereicht – darüber wird in den kommenden Wochen der Masseverwalter entscheiden“.
Zur Schieflage kam es laut Weiß, „aufgrund des Einbruchs der Bauwirtschaft 2023. Aber noch viel mehr hat uns der Wegfall der Sibirischen Lärche geschmerzt. Vor dem Russlandembargo machten wir ein Drittel des Umsatzes mit Sibirischer Lärche“. Es sei bedauerlich, dass die Insolvenz nun nach Ostern angemeldet werden musste, man sei für 2024 nicht pessimistisch gewesen.
Die Insolvenzursache wird laut KSV1870 so dargestellt: „Die Schuldnerin sah sich aufgrund des politisch geologischen Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine mit unterbrochenen Lieferketten und, damit einhergehend, einem Umsatzrückgang konfrontiert. Die Änderung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes und die in der Folge ansteigende Inflation wirkten sich – so die Schuldnerin – unmittelbar auf ihren Geschäftsbetrieb aus. Fernerhin führte – nach Angaben der Schuldnerin – die KIM-Verordnung zu einem Nachfrageeinbruch beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern. Hinzu kam ein kurzfristiger Zinsanstieg, der ebenso zum Einbruch der Nachfrage von Holzprodukten führte. Ergänzend wurden Investitionen in ein neues Hobelwerk getätigt, dies zu einem Zeitpunkt, in welchem die oben angeführten Insolvenzursachen laut Angaben der Schuldnerin noch nicht vorhersehbar waren.“