Hasslacher Werke

Die Lackierung perfektioniert

Ein Artikel von Birgit Fingerlos | 01.10.2024 - 13:09
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Gute Zusammenarbeit: Anlagenbediener Matthias Oberluggauer, Betriebsleiter Markus Mrsel, Anlagenbediener Walter Sorger, ­R+H-Geschäftsführerin Claudia Max-Heine und ­Hasslacher Werke-Eigentümer Franz-Christian Berger mit Tochter Sigrid Berger (v. li.) © Birgit Fingerlos

Die Hasslacher Werke stehen auf mehreren Standbeinen. „Das hilft uns, erfolgreich zu wirtschaften“, erklärt Franz-Christian Berger, geschäftsführender Alleineigentümer Hasslacher Werke, Kötschach-Mauthen, und Enkelsohn von Firmengründer Franz Hasslacher. Neben der Fensterherstellung betreiben die Hasslacher Werke ein Kantelwerk. Die Fensterkanteln werden in der eigenen Fenster­produktion weiterverarbeitet sowie an Fensterhersteller und ­Tischler verkauft. Die hier produzierten Fenster und Haustüren sind vorwiegend für den österreichischen Markt bestimmt. Mit den Sofien­sälen in Wien kann Berger ein bekanntes Referenzprojekt nennen.

Zudem gehören eine 4000 ha-Forstwirtschaft und vier Elektrizitätswerke zum Familienunternehmen. Nachhaltiges, verantwortungsvolles Wirtschaften und langfristiges Denken sind dem Unternehmenseigentümer besonders wichtig. Tochter Sigrid Berger bestätigt diese Philosophie: „Das beginnt im Wald und zieht sich durch bis in die Weiterverarbeitung. In unserem Familienunternehmen betrifft das natürlich auch Investitionsentscheidungen, wie eben die jüngst erneuerte Lackieranlage.“ Hier kommt ­Range+Heine ins Spiel. Mit dem Anlagen- und Roboterhersteller für den Fenster- und Türenmarkt aus Winnenden/DE verbinden Hasslacher Werke eine langjährige Zusammenarbeit.

Schrittweise modernisiert

Bereits vor 29 Jahren installierte Range + Heine in Kötschach-Mauthen eine Lackieranlage. „Damals hatte noch unser Firmengründer, mein Vater, Werner Heine, aktiv bei diesem Kundenprojekt mitgewirkt“, berichtet Claudia Max-Heine, die seit 17 Jahren als Geschäftsführerin und Firmeninhaberin bei Range + Heine (R+H) tätig ist. „Diese knapp 30 Jahre alte Anlage war schon damals automatisiert und ist gut gelaufen, wir waren damit sehr zufrieden“, erinnert sich Berger. Nun wurde mit einer neuen Roboterlackierung hierfür eine Ersatzinvestition getätigt. „Die alte Anlage war vor 30 Jahren das Maß aller Dinge. Mit der neuen Roboterlackierung sind wir nun wieder am Stand der Technik. Wir haben natürlich wieder auf Range + Heine vertraut“, bestätigt der Unternehmenseigentümer der Hasslacher Werke.

Langjährige Zusammenarbeit

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Die Flutanlage stammt ebenfalls von R+H, sie wurde vor zwölf Jahren bei Hasslacher Werke integriert © Birgit Fingerlos

Vor einigen Wochen ging die neue Fensterlackierungsanlage in Betrieb. „Bei Range + Heine spürt man Beständigkeit. Die Lieferanten, mit denen dort vor 30 Jahren zusammengearbeitet wurde, das sind heute noch dieselben“, lobt Berger. Die vorige und nun die neue Lackieranlage sind bei Hasslacher Werke nicht die einzigen, die aus dem Hause R+H stammen. Vor zwölf Jahren integrierte man eine Flutanlage mit Abtropffläche in die Fensterproduktion. Diese ist heute noch im Einsatz und führte zu einer wesentlichen Rationalisierung. „Fensterrahmen aus Lärche werden grundiert und geölt, die Lärche geht ratzfatz durch die Flutung“, stellt Berger fest.

Klare Ziele definiert

„Als Hasslacher bei uns eine Roboterlösung orderte, hatte er klare Ziele: Eine hohe Flexibilität sollte möglich sein. Eine große Formatvielfalt sowie ein schneller Farbwechsel mussten ebenfalls gut funktionieren. Zudem sollte die Anlage mit einer einfachen Bedienbarkeit punkten. Oberste Prämisse war eine hohe Qualität des Endprodukts“, erinnert sich Max-Heine. „All das wurde erreicht“, bestätigt Berger.

Genau nach Zeitplan

„Der Umbauzeitplan wurde genau eingehalten. Es funktionierte alles rasch und punktgenau“, erinnert sich der Geschäftsführer. Im April wurde die alte Anlage demontiert und anschließend innerhalb von vier Wochen die Roboterlackierung montiert. „Die Umstellung funktionierte tadellos. Das ist auch gut und wichtig, denn jetzt im Herbst haben wir einiges zum Ausliefern“, sagt Berger.

„Wir haben keine neue Anlage auf die grüne Wiese gestellt. In der 700 m² großen Produktionshalle stand uns genug Platz zur Verfügung. Es gibt einen neuen Lackierroboter. Bestehende Anlageteile, wie die Fördertechnik, konnten wir adaptieren. Die Flutanlage bei Hasslacher ist eine unserer Standardmaschinen. Sie hat bewegliche Lanzen und arbeitet im Niederdruckverfahren. Das ist unsere eigene Entwicklung“, erklärt Claudia Max-Heine. „Unsere Sonderwünsche wurden berücksichtigt, so sind beispielsweise eingestellte Glasleistenstäbe und andere Besonderheiten im Lasurbereich möglich“, erklärt Markus Mrsel, Betriebsleiter Fensterwerk bei Hasslacher Werke. Berger orderte zudem eine Airmatic-Zerstäubungsoptimierung. Diese Technologie beeinflusst die Zerstäuberluft, es werden ein sauberer Lackauftrag sowie eine höhere Lackeinsparung erreicht.

Perfekte Oberflächenqualität

„Bereits vor 29 Jahren, als die erste R+H-Anlage bei uns in Betrieb ging, war die Oberflächenqualität unserer Fenster schon das Wichtigste. Für unsere Kunden ist das Fenster wie ein Möbelstück. Eine schöne Oberfläche ist ein wesentliches Verkaufsargument“, erläutert der Geschäftsführer Hasslacher Werke.

Das Unternehmen aus Kötschach-Mauthen verarbeitet in der Fensterproduktion ausschließlich regionales Holz aus 70 km Umkreis. Zwischen 50 und 60 % sind Lärchenholz, der Rest ist Fichtenholz.

Die Oberflächenbehandlung der Stock- und Flügelrahmen funktioniert bei Hasslacher Werke in zwei Produktionskreisen. Die Rahmen laufen, je nach Ausgangsmaterial beziehungsweise gewünschtem Endprodukt, entweder durch die Flutung oder die Spritzanlage. Dabei können zwei Chargen auch parallel laufen.

Mehr als zwei Anlagenbediener braucht Berger in der Oberflächenfertigung nicht. In Zeiten des Fachkräftemangels sieht man das als großen Pluspunkt. Die beiden Mitarbeiter übernehmen die Anlagenbedienung, das Auf- und Abhängen der Fensterrahmen sowie eventuelle Schleifarbeiten. Großteils funktionieren die Arbeitsabläufe automatisiert. „So sind wir konkurrenzfähig“, ist sich der Unternehmenseigentümer sicher.

Eine Hebe- und Senkvorrichtung unterstützt den Mitarbeiter beim Aufhängen der Fensterrahmen. Anschließend wird das zu beschichtende Bauteil in die Lackierkabine eingefahren. Dabei wird es mittels einer Scannerleiste beidseitig erfasst und die Daten werden an den Rechner weitergegeben. Auf Basis dieser Daten und entsprechend dem jeweiligen Auftrag beginnt der Roboter mit der Arbeit. Gearbeitet wird mit wasserlöslichen Lacken, auch spielt der Nachhaltigkeitsgedanke mit. Ecola-Vorabscheider, bestehend aus dreilagigen Lochplatten, in der Lackierkabine bewirken eine hohe Reduktion des Filterabfalles. Eine Luftbefeuchtung sorgt für optimale Lackierbedingungen. Die Fensterrahmen werden in der Lackierkabine gewendet und anschließend der Lackauftrag vervollständigt. Bei Bedarf erfolgt ein Farbwechsel, der in kurzer Zeit erledigt ist. Dieser Vorgang dauert eineinhalb Minuten und funktioniert vollautomatisch.

„Wir erreichten wirklich eine Qualitätssteigerung und viel mehr Flexibilität. Die technische Perfektion ist hervorragend, so wird die vorgegebene Schichtstärke absolut eingehalten. Bei uns wird eigentlich nur noch mit dem Roboter lackiert“, stellt Berger fest.