Mehrere Faktoren haben dazu beigetragen, dass beim Sägerestholz zwar noch kein Überangebot besteht, aber immerhin wieder Sägewerke bei Abnehmern nach Liefermöglichkeiten fragen. In weiten Teilen Süddeutschlands konnten viele Pelletswerke nicht im gewünschten Umfang produzieren. Nicht die Kälte, sondern die feuchte Witterung bremste die Spänetrockner und damit die Pelletsfertigung. Stellenweise berichten Pelletswerke, dass Kapazitäten deshalb nur zur Hälfte ausgelastet sind. In der Folge stoßen die Rohmaterial-Lagerkapazitäten in ersten Werken an die Grenzen. Dies gilt umso mehr, da Sägewerke vor allem in Süddeutschland über immer größere Nadelrundholz-Lager verfügen und den Einschnitt trotz schwieriger Nadelschnittholz-Märkte steigern können.
Mehrmengen im Süden
Im Südwesten macht sich bei den Sägewerken im Schwarzwald die wirtschaftlich angespannte Lage in den beiden französischen Zellstoffwerken von Fibre Excellence bemerkbar. Die Ganzzuglieferungen von Straßburg in das Werk Tarascon (Provence) wurden gestoppt. Lieferanten rechnen damit, dass die Holzvorräte an den Standorten Tarascon und Saint-Gaudens (Midi-Pyrénées) noch bis Mitte März reichen. Danach könnten die Anlagen heruntergefahren werden. Auf einen Stillstand ab Mitte März deuten zusätzlich Berichte französischer Tageszeitungen hin. Die Artikel thematisieren die für den Fortbestand der Werke wesentlichen Verhandlungen über die Stromeinspeisetarife.
Im Südwesten wirkten sich zudem Produktionsrücknahmen und Abstellmaßnahmen in Dämmplattenwerken auf das Sägerestholz-Angebot aus. Darüber hinaus läuft ein Zellstoffwerk im Südwesten weiterhin gedrosselt.
Erste Änderungen im Norden
Die Veränderungen beim Sägerestholz-Angebot sind in der Nordhälfte Deutschlands weniger ausgeprägt als im Süden. In ersten Ansätzen sind sie dennoch feststellbar. Zellstoffwerke setzten die angekündigten Produktionsdrosselungen von rund 10 % um. Bedingt durch schwache Absatzmärkte laufen vor allem Spanplatten- sowie MDF- und HDF-Werke auf einem niedrigeren Niveau. Inwieweit ein Altholzmangel eine Rolle bei den Drosselungen in Spanplattenwerken spielt, lässt sich nicht abschätzen. Hinzu kommt der steigende Industrieholzeinsatz in der Zellstoff- und Holzwerkstoff-Industrie. Die Importe aus den baltischen Staaten, Norwegen und Irland erreichten Mitte Februar eine Größenordnung, bei der Sägerestholz-Käufer nicht mehr bereit sind, alle Preisforderungen der Sägewerke zu akzeptieren.
Erste Preissenkungen ab März
In Süddeutschland lagen im Februar noch Forderungen von 180 €/t atro ab Sägewerk für Hackschnitzel sowie in Nord- und Ostdeutschland von bis zu 200 €/t atro für Späne vor. Zu Abschlüssen kam es aber auf diesem Niveau nicht mehr. Die Preise des Januars gelten größtenteils weiterhin. Besonders im Süden konkretisieren Sägerestholz-Käufer ihre Vorstellungen von Preissenkungen. Bei Ende Februar auslaufenden Monats- und Sechswochenverträgen stehen vor den Verhandlungen Abschläge von 20 €/t atro sowohl bei Spänen als auch bei Hackschnitzeln im Raum. Im Norden und Osten wollen Sägerestholz-Verarbeiter nicht mehr jede Preisforderung akzeptieren. Wie hoch die Abschläge ausfallen sollen, ist noch offen.
Die im Vergleich zum Süden im Norden und Osten zu beobachtende Zurückhaltung bei Forderungen nach Preisabschlägen ist unter anderem auf die Pelletsindustrie zurückzuführen. Die Produktionseinschränkungen sind im Osten geringer als im Süden. Die dort seit Wochen anhaltende Kälte bremst weniger als das nasskalte Wetter im Süden. Zusätzlich zur hohen Pelletsnachfrage in Deutschland kommt der Bedarf aus Polen hinzu. In den vergangenen Wochen fragten immer mehr polnische Händler Ware in Deutschland an. Eine zu vorsichtige Lagerhaltung im Herbst bei Wiederverkäufern sowie ein ungewöhnlich kalter und langer Winter führten zu Lieferengpässen.