Die Stimmung in der Holzindustrie bleibt uneinheitlich, geht aus der HDH-Konjunkturumfrage hervor. Im Durchschnitt der vergangenen drei Monate schätzen vor allem die Unternehmen im Holzfertigbau und im baunahen Bereich der Holzindustrie die aktuelle Geschäftslage als positiv ein, während diese in der Säge-, Möbel- und Holzwerkstoff-Industrie deutlich negativer beurteilt wurde. Die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate bleiben in allen Segmenten negativ.
Die bessere Stimmung im Holzfertigbau und im baunahen Bereich ist aus Sicht des HDH in erster Linie auf die wieder anziehende Nachfrage im Wohnungsbau zurückzuführen. Die Zahl der genehmigten Eigenheime stieg in den ersten zehn Monaten 2025 um 16,6%, die Zahl der genehmigten Wohnungen im Mehrfamilienhausbau um 13,2%. Die absoluten Zahlen liegen aktuell mit 159.175 genehmigten Wohnungen immer noch deutlich unter dem Niveau des Jahres 2021 (269.355 Wohnungen in zehn Monaten).
Die Möbelindustrie leidet unter der nach wie vor rückläufigen Zahl der Baufertigstellungen in Deutschland, profitiert jedoch von der steigenden Nachfrage in wichtigen europäischen Exportmärkten wie der Schweiz, Italien und Spanien. Bedrückend ist auch die Einschätzung der Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate im Bereich Holzverpackungen. Die jüngst von den USA angekündigte Abkehr vom Handelsdeal mit der EU sowie die angedrohten höheren Zölle könnten der gesamten Wirtschaft ein noch schwierigeres Handelsklima bescheren.
Im Dezember 2025 schätzten die Sägewerksunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage schlechter als im Vormonat ein. Allerdings konnten sich die mittelfristigen Geschäftserwartungen um rund 9 Punkte verbessern.
Der baunahe Bereich und der Holzfertigbau sind weiterhin die einzigen Sektoren mit positiven Werten bei ihrer Einschätzung der aktuellen Geschäftslage, wobei sich beide leicht verschlechtert haben. Deutlich schlechter sieht es hingegen bei den Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate aus. Der baunahe Bereich bleibt mit rund 34 Punkten auf einem niedrigen Niveau, während der Holzfertigbau um über 13 Punkte absinkt. Die hohe Bewertung der aktuellen Lage sorgt hier dennoch für ein nicht mehr negatives Geschäftsklima.
Die Holzwerkstoff-Industrie berichtet laut HDH über alle Teilindikatoren hinweg von einem einheitlich negativen Lagebild. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch die Bewertung der mittelfristigen Geschäftserwartungen liegen mit rund –21 Punkten minimal niedriger.
Die Möbelindustrie verzeichnet eine leichte Verschlechterung in der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage. Bei den mittelfristigen Geschäftserwartungen sieht es weniger pessimistisch aus. Der Wert stagniert knapp unterhalb der Nulllinie und stellt damit den höchsten Wert der Branche für diesen Teilindikator dar.
Zum Jahreswechsel berichtet die Holzverpackungsindustrie von einer minimal negativen Einschätzung seiner aktuellen Geschäftslage. Mit dem Weihnachtsgeschäft und dem damit verbundenen Mehrversand konnte sich dieser Teilsektor jedoch um rund 15 Punkte steigern. Für einen Abschied aus dem negativen Bereich reichte es dennoch nicht. Die Einschätzung der Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate liegt nach einer erneuten Verschlechterung nun bei knapp –50 Punkte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die jüngst von den USA angekündigte Abkehr vom Handelsdeal mit der EU sowie die angedrohten höheren Zölle, deren Effekte in diesem Bericht noch nicht abgebildet werden konnten, dem Sektor und der gesamten Holzwirtschaft ein noch schwierigeres Handelsklima bescheren könnten.