Working Process

High-Tech-CNC für groß und klein

Ein Artikel von Martina Nöstler | 24.03.2026 - 09:04

Blickt man in die Produktionshallen von Working Process in Niviano di Rivergaro/IT wird klar, dass „gut gefüllte Auftragsbücher“ keine leeren Worte sind. „Wir haben bereits Bestellungen bis Mitte 2027“, sagt Filippo Schegginetti und ist sichtlich stolz auf die Entwicklung seines Unternehmens. Mit 25 Jahren ist Working Process das jüngste Unternehmen im Sektor der CNC-Produktionsanlagen für Holzfenster und Türen. Mittlerweile beschäftigt man rund 110 Mitarbeiter und der Umsatz ist in den vergangenen Jahren beständig gewachsen. Working Process hat sich seit der Gründung einen guten Namen in der Fenster- und Türenbranche aufgebaut und liefert mittlerweile Anlagen in die ganze Welt, wie etwa noch in diesem Jahr eine nach Florida.

Bereits die dritte Anlage

Beim Holzkurier-Besuch in Rivergaro befindet sich eine CNC-Anlage in der Abnahme – FAT (Factory Acceptance Test). Dafür kommen die Kunden zu Working Process ins Werk, um ihre Anlage inklusive der dazugehörigen Software auf Herz und Nieren zu testen. „Working Process macht die Abnahmen vorbildlich. Alle Verantwortlichen sind dabei. Tauchen Fragen oder Probleme beim FAT auf, werden diese umgehend gelöst“, bestätigt Christian Mairhofer, Leiter Service & Qualität in der Abteilung Fensterbau von Rieder Zillertal, während der Tests.

Bei der Anlage für Rieder handelt es sich konkret um eine Logo Life Evo XS 2363 IMML UML. Sie verfügt über zwei Bearbeitungsportale, drei Motoren sowie 6 m Bearbeitungslänge. Zudem ist sie mit dem Intelligenten Multi-Level-Magazin (IMML) – einem Zwischenpuffer nach dem chaotischen Prinzip – ausgestattet. Es ist dann bereits die dritte Maschine von Working Process, die in der Rieder-Unternehmensgruppe zum Einsatz kommt. Die neue Logo Life Evo wird am neuen Standort in Osttirol in Betrieb gehen. Dort errichtet Rieder derzeit einen neuen Standort, der ausschließlich auf die Produktion von Hebe-Schiebe-Türen in Holz und Holz/Alu ausgelegt ist.

Für jeden die richtige Maschine

Um für jede Anforderung die richtige CNC-Anlage bieten zu können, führt Working Process im Wesentlichen drei Baureihen:

  • Logos Life Evo XS – Experience mit bis zu drei Frässpindeln
  • Logos Life Evo mit fünf bis sechs Frässpindeln
  • Heroes und Super-Heroes für die industrielle Produktion

„Mit diesen Modellen sind wir in der Lage, Anlagen für die Industrie und auch für kleinere Fensterbauer im Programm zu haben“, verdeutlicht Oliver Rihl, verantwortlich für Vertrieb und Projektmanagement im DACH-Raum, und führt weiter aus: „Je nach Kundenanforderung statten wir das Bearbeitungszentrum dann mit mehreren Portalen und Frässpindeln aus.“ Das Modell Experience ist die nächste Generation der XS-Baureihe und richtet sich vor allem an Fensterbauer, die rund zehn bis 30 Fenster täglich produzieren. Mit dieser Variante, bei der Working Process den Platzbedarf reduziert und gleichzeitig die Leistung erhöht hat, rundet der Hersteller sein Angebot nach unten ab. „Wir können nicht nur Hochleistungsmaschinen bauen, sondern haben auch für kleinere Betriebe eine passende CNC-Anlage im Programm. Allen Baureihen gemein ist der Einsatz hochwertiger Komponenten, kompromisslose Stabilität und ein hervorragendes Verhältnis zwischen Platzbedarf und Produktivität“, führt Rihl aus und ergänzt: „Bei Industriebetrieben steht heute vor allem ein hoher Automatisierungsgrad im Fokus, also hohe Autonomie der Anlage und geringer Personalaufwand. Das alles kombiniert mit weitreichenden automatischen Funktionen, wie zum Beispiel eine vollautomatische Reinigung der Fräswerkzeuge auf Grundlage der Erfassung der Einsatzdauer einzelner Schneiden-Gruppen. Durch die Automatisierung von Wartungsaufgaben erhöhen wir die Verfügbarkeit der Anlage und damit den Output, ohne die Investition des Kunden maßgeblich zu erhöhen.“

Apropos Spindeln: Hier hat Working Process eine Neuheit im Programm, die bereits bei der neuen kompakten Experience-Baureihe zum Einsatz kommt. Die Frässpindeln des Typs Sonic aus eigener Entwicklung lassen in Sachen Beweglichkeit und Flexibilität keine Wünsche mehr offen. Ein gesteigertes Drehzahlspektrum mit erheblich höherer Leistung über den gesamten relevanten Drehzahlbereich führt zu besseren Fräsergebnissen bei gleichzeitig höherer Produktivität. Die Sonic-Frässpindeln gibt es in vier Ausführungen und sie sind je nach Version mit drei bis sechs verstellbaren Achsen erhältlich.

Zudem hat der Hersteller das Werkzeugmagazin überarbeitet, um den Werkzeugwechsel in noch kürzerer Zeit durchführen zu können. „Das reduziert die unproduktive Zeit und steigert wiederum die Produktivität unserer Kunden“, erläutert Schegginetti.

Neue Steuerung

Für ein noch besseres Monitoring der Produktion hat Working Process eine neue Supervisor-Software entwickelt. Mit dieser Optiline-Leitrechner-Liniensteuerung lassen sich noch effizientere Anlagen realisieren. Zudem kann der gesamte Produktionsprozess vom ersten bis zum letzten Schritt nachverfolgt und visualisiert werden. Diese Software ist für alle Anlagentypen verfügbar. Sie gibt umfassenden Überblick über den Status der Anlage und ermöglicht die Steuerung zahlreicher Funktionen sowie hilfreiche statistische Auswertungen.

Der virtuelle Servicetechniker

Um die Kunden während der Inbetriebnahme und auch im Alltag noch besser begleiten zu können, hat Working Process im vergangenen Jahr „Antonio“ auf den Markt gebracht. „Antonio ist unser virtueller Servicetechniker“, erläutert Schegginetti. Damit bietet der Hersteller Videotutorials, Trouble-Shooting-Anleitungen, Ersatzteilpläne oder Serviceanleitungen für die jeweilige Kundenanlage in deren Sprache an. „Mit Antonio können die künftigen Betreiber ihre Mitarbeiter schulen. Das ist ein Vorteil bei der Inbetriebnahme der Maschinen und beim Hochfahren der Produktionsleistung“, berichtet Rihl. Antonio übernimmt mehr und mehr die Aufgabe des „First-Level-Supports“ und spielt die qualifizierten Servicetechniker frei, die sich nun intensiver um die nicht ganz alltäglichen Serviceanfragen annehmen können.

Die Neuheiten zeigt Working Process auch auf der Holz-Handwerk in Nürnberg.

Working Process

Standort: Niviano di Rivergaro/IT

Gegründet: 2000

Eigentümer: Matteo Ramacci, Massimo Schiavetta, Stefano Schegginetti, Glenda Ramacci und Filippo Schegginetti

Mitarbeiter: 110

Produkte: CNC-Anlagen für die Fenstererzeugung

Absatz: weltweit